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#Saitenfährtein: Es tätscht in Teufen

Mittwoch vor Auffahrt in Teufen, #Saitenfährtein und stellt fest: Die Ruhe nach der Entschädigungsaffäre im Gemeinderat war trügerisch...
Von  Peter Surber , 

«I will die Möglichkeit notze, ehne Tüüfe chorz vorzstelle: Mer hend das Johr 8,5 Millione Gwönn gmacht, mit dem hett Hondwil fascht viermol ehres Turnhälleli chöne saniere. Of St.Galle abe zom Schaffe het mä 15 Minute ond öseri Badi het 5 Badmeischter. (…) Jo, wa gets sös no öber Tüüfe. Ah jo, 50’000 Franke oder knapp 0,5 Prozent vom Johresgwönn hets es Speseskandäleli ggeh. I män klar, för Oswertigi ond Journalischte möged 50’000 Franke chli meh as es onderdurchschnettlechs Monetsghalt seh. Drom mömmer au Verständnis ha, wel da fö die viel Geld isch ond die Problem mömmer au ernscht neh. Jo, ond wa gets sös no öber Tüüfe z verzelle, ähm jo, me hend 5 Badmeischter und wäge chli Geld stoht mä voreme chline Scherbehuffe…».

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Der Scherbenhaufen, von dem hier am letzten Aprilsonntag bei Schneetreiben oben auf der Waldegg an der Narregmänd (Bild: Tüüfner Poscht) die Rede war, ist in der Tat eindrücklich. Umstrittene Weiterbildungszahlung, Affäre um zu Unrecht oder pauschal bezogene Entschädigungen, Rücktritte aus der GPK, Rücktritte aus dem Gemeinderat und zuletzt der abrupte Abgang des Gemeindepräsidenten, dem zuvor schon Führungsschwäche und jetzt Interessenkonflikte im Zusammenhang mit einer Erbschaft vorgeworfen wurden (Walter Grob war Präsident der von der Erblasserin begünstigten, gemeindeeigenen Stiftung, wurde als Privatperson ebenfalls bedacht mit einem «aussergewöhnlich hohen» Betrag und sass zugleich der Erbteilungskommission der Gemeinde vor.)

Teufen ist zur Zeit also ein explosives Pflaster. Heute, an diesem scheinbar friedlichen 4. Mai, dem Tag der Aktion #Saitenfährtein, am Tag, nachdem der Gemeinderat all seine Entschädigungen im Jahresbericht offengelegt hat, gut zwei Wochen nach dem Grob-Rücktritt und zehn Tage nach der Narregmänd – an diesem Tag knallt es schon wieder.

Diesmal zwar: nur Blechschaden.

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Auf der Hauptstrasse vor dem traditionsreichen «Anker» sind ein Auto und die Bahn zusammengestossen. Eine Stunde lang ist die Bahnlinie blockiert und stauen sich die Autos. Die Polizei klärt den Unfallhergang – drei ältere Passantinnen, die den Unfall wortreich kommentieren, reden von einem Missverständnis zwischen Automobilistin und Lokführer.

Ein anderer sagt: Hier tätscht es immer mal wieder.

Noch ein anderer sagt: Das ist wieder Wasser auf die Mühlen der Tunnelbefürworter. Gerade erst 2015 ist ein neues, das xte Tunnelprojekt abgelehnt worden. Die zahlreichen Bahnübergänge im langgestreckten Dorf sind seit 50 Jahren ein Politikum.

Ein paar Stunden später an zufällig genau der gleichen Stelle vor dem «Anker» ein neuerlicher Zusammenstoss. Diesmal freundschaftlich: mit dem Künstler Hans Schweizer und dem Leiter des Zeughauses Teufen, Ueli Vogt.

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Vogt zeigt in der aktuellen Ausstellung «Teufen Factory» u.a. Werke von Hans Schweizer. Das Zeughaus ist der momentan im Dorf wohl lebendigste Ort kultureller Zusammenstösse und spannender Konstellationen zwischen Baukultur, Design und Kunst.

A propos Baukultur:

Auch in dieser Hinsicht ist die Lage in Teufen explosiv. Am Schützenberg zum Beispiel wird zwar nicht mehr geschossen, aber aus dem Boden schiessen klotzige Maximalrenditenhäuser wie die Alpstein Residenz, Eigentumswohnungen ab 1,36 Millionen Franken. Das Dorf der Millionäre erhält Zuwachs, hoch am Hang, Säntisblick im Preis inbegriffen.

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Das Klischee vom seelenlosen Dorf der Reichen und Steuerflüchtlinge relativiert später im Gespräch Erich Gmünder. Der langjährige Fernsehjournalist ist seit 2010 Chefredaktor der Tüüfner Poscht. Er hat den Skandalreigen der letzten Jahre dokumentiert, kommentiert, hat Hintergründe gesucht und auch mal Akteneinsicht durchgesetzt. Und er will trotz allen Schattenseiten das Dorf nicht schlecht reden. Ihm gefällt die Vielfalt der Haltungen und Lebensentwürfe, die grosse Zahl engagierter Leute quer durch alle Schichten beeindruckt ihn. Jüngstes Beispiel, in seiner Dorfzeitung auch rapportiert, war ein Hilfskonvoi für Flüchtlinge ins kurdische Dohuk, von der katholischen Kirchgemeinde angeregt und von über 80 Freiwilligen unterstützt.

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In Teufen prallt allerhand zusammen. Wohlfeile Klischees prallen auf eine Realität, die entschieden mehr und vielfältigere Facetten hat, findet Gmünder, der seine Rolle als «Moderator und Dorfchronist» versteht.

Vielgestaltig sind auch die kulturellen Pfade, die durchs Dorf führen – ein Hörpfad und ein Kulturpfad, auf denen Vergangenheit und Gegenwart inspirierend und intelligent dokumentiert zusammenprallen.

Mehr dazu und zu weiteren Teufner Aussichten und Anstössen im Juniheft von Saiten.

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Zwi­schen Ruhm und Knast

Ja­kob Stutz, Volks­schrift­stel­ler und Re­form­päd­ago­ge mit «zwie­späl­ti­gem» Cha­rak­ter: Ihn lässt Ex-Kel­ler­büh­nen­lei­ter Mat­thi­as Pe­ter 150 Jah­re nach sei­nem Tod noch ein­mal auf­le­ben – un­ter an­de­rem in Tro­gen, wo Stutz im Ge­fäng­nis sass.

Von Peter Surber,
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Das Mit­tel­mass fei­ern

Auf sei­nem neu­en Al­bum Th­ree Chords and a Shaking Hand be­singt der Rhein­ta­ler Sin­ger-Song­wri­ter Mo Klé die ge­gen­wär­ti­ge De­bat­ten­kul­tur, Re­gen­stür­me und Selbst­ak­zep­tanz. Die Al­bum­tau­fe fin­det am 7. No­vem­ber im st.gal­li­schen Bahn­hof Brug­gen statt.

Von Vera Zatti,
Artist Picture Mo Kle 2 Credits Johannes Gruber

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
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«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
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Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
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Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

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Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
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Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
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Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
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Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

Von Beatrice Häfliger,
Gruppenfoto

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
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«Die­ser Ort braucht ei­ne Per­spek­ti­ve»

Der Ver­ein Lat­tich im Gü­ter­bahn­hof­are­al St.Gal­len fei­ert das 10-Jahr-Ju­bi­lä­um. Noch im­mer kämpft er mit Ein­spra­chen. Der Vor­stand der Grün­dungs­pha­se hat auf­ge­ge­ben. Seit gut ei­nem Jahr bil­den Adel­heid Kar­li und Flo­rim Ša­ba­ni das Co-Prä­si­di­um.

Von Andi Giger, Bilder: Nayla Baumgartner,
2610 Redeplatz

Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
Bildschirmfoto 2026 10 19 um 15 34 04

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck