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Postkarten aus 8580 Ammerschwiil

Im Rahmen unserer Reihe #Saitenfährtein haben wir uns diese Woche im putzigen Amriswil (ein 12'000-Seelen-Dorf im Thurgau) herumgetrieben. Mehr dazu im Maiheft, hier vorerst ein paar visuelle Mitbringsel.
Von  Corinne Riedener
Der Herr über dem Bus gehört nicht zu Saiten. Mehr dazu unten.

Am 6. April um 13:47 Uhr haben wir (nach einem launigen Blueschtfährtlein) den Saiten-Bus im Dorfzentrum von Amriswil abgestellt und sind ausgeschwärmt. Von unserer Suche nach neuen Inputs, Erkenntnissen und Bekanntschaften haben wir auch einige Bilder mitgebracht.

Beginnen wir mit einem hübschen:

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(Bilder anklicken zum Vergrössern)

An apple a day und so weiter. Hungern muss hier jedenfalls niemand im Herbst. Die Bäume sollen angeblich jeweils fast einkrachen unter der mostindischen Last. Wie auch immer; so sieht der Feierabend in Ammerschwil aus. Wenn man sich denn rauswagt, am besten der Nase nach.

Das geht noch besser, wenn man zuvor von Freunden zum Bier auf der Gartenterrasse eingeladen wird.

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Journalismus: ein Beruf mit Zukunft. Und Gelegenheit zum Trinken.

Zurück zum Spaziergang. Irgendwo zwischen Amriswil und einem öminösen Ort namens Hefenhofen befindet sich ein alter Baum, unter dem eine nicht minder alte Bank steht. Schön ist es dort. Wohl drum hat man auch vorgesorgt, denn es steht ein Kübel dort. Samt Abfallsack inside! Sowas bekommt man in der Stadt selten zu sehen.

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Meine Damen und Herren: der All-in-One-Reggae-Kübel.

Etwas weiter vorne, des Kübels Compagnon – und natürlich das lädliche Idyll:

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Vorne Reggae-Stein, hinten Alpstein. Schö, oder?

Der Name des Hundes ist bekannt. Einmal sei ihm hier eine entgegengekommen, sagt er, die schon von weitem gerufen habe: «Ich hasse Hunde!» Sein Frauchen habe darauf angemessen grantig reagiert und der Hundehasserin die Flöhe an den Hals gewünscht. Ansonsten sei es in Amriswil aber meistens ruhig – abgesehen von den Jugendlichen, die manchmal am Bahnhof rumhängen und den Dahergelaufenen mit düsteren Blicken imponieren wollen.

Zur allgemeinen Beruhigung, ein schöner Sonnenuntergang mit (gaaaanz kleinem) Heissluftballon:

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Dorfweiher mit Spielplätzen laden von Natur aus zum Hängen ein – Leute aller Altersklassen. Richtig, da fallen halt manchmal Späne, das weiss man auch in Amriswil.

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Übrigens: Plakate anbringen verboten. Ausser du bist Stadt.

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Was für Leute gilt, gilt auch für Hunde. Ob Amriswil alle Tiere gleich behandelt, ist nicht bekannt. Der Hund, dessen Name bekannt ist, gibt zu Protokoll, dass er sich von diesem Schild nicht diskriminiert fühlt:

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Die Wortwahl erscheint dennoch seltsam. Ob «Versäuberungsverbot» eine längst vergessene Form des Alt-Oberthurgauerischen ist?

Zum Glück gibts nicht nur Idyll und Gemahn im frühlingsverseuchten Amriswil. Unweit vom Weiher ist uns diese lebenserfahrene Kutsche verkommen:

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Spannset ist King!

Auch die inneren Werte überzeugen. Nicht.

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Tiere wissen; dass das kein ausrangierter Fressstand ist, sondern eine mobile «Versäuberungsstation».

Genug der Spässe, denn bald gilt es ernst: Diesen Sonntag sind die Thurgauer Kantonsratswahlen. Das ist überall zu spüren. Man kann Kürbisse wählen. Und diesen freisinnigen Mann mit dem irren Blick, der sich ins obige Titelbild eingeschlichen hat:

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Also, liebe Thurgauerinnen und Thurgauer; geht verdammt nochmal wählen, wenn ihr es schon dürft! Und sorgt bitte dafür, dass der neue Grosse Rat nicht in toto dieselbe Haarfarbe trägt wie das Paar auf dem Bild.

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Politik soll von jenen gemacht werden, die mit ihr Leben müssen.

Was man mit Politik bewirken kann (oder könnte, denkt man an die Reithallen-Abstimmung in der Stadt St.Gallen), zeigt das Pentorama in Ammerschwiil, das uns Andreas Müller, der städtische Kulturbeauftragte, freundlicherweise öffnet:

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Fassungsvermögen: 2500 Personen, stehend – Sitzplätze: 1217

Der 10,5 Millionen-Franken-Kredit fürs Pentorama wurde 2005 vom Stimmvolk gutgeheissen. In der fünfeckigen Halle gastierten unter anderem schon Simon Enzler, Bligg, Kuno Lauener, die Chippendales und der Bo Katzmann Chor.

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Gebaut wurde das Pentorama von den Müller Sigrist Architekten. Der Slogan: «Fünf Ecken für einen Runden Anlass.»

Es muss nicht Bo Katzmann sein, finden wir und geben uns mit ein paar Drinks zufrieden, (nachdem wir zuvor am Bahnhof einen Kebab verdrückt haben und vom Wirt die platteste Anmache des noch jungen Jahres 2016 mit auf den Weg bekommen haben).

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Amri’s heisst der schmucke Spunten. Man kann dort rauchen und Champions League gucken. Fast wie zuhause.

Im Amri’s will man, dass sich die Gäste wohlfühlen. Es gibt zum Beispiel einen Schuss Bananensirup in den Caipirinha. Und mittwochs offenbar Fünfliberabend (was vermutlich verheerend gewesen wäre, hätten wir das schon vor dem Zahlen gewusst).

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Auch im WC-Bereich solls heimelig sein.

Letztes Wochenende war DJ Cut Killer im Amri’s, lesen wir. Nicht schlecht. Und auch das Bänkli ist süss.

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Gut, ein bisschen puffig schaut das Interieur schon aus.

Wäre man in einer Stadt (nicht St.Gallen), hätte die Tankstelle vielleicht noch offen, denken wir beim Heimgehen. Ruedi’s Shop hätte jedenfalls das Potenzial ein ähnlich gemütlicher Charmefleck zu sein wie unsere UG24 früher.

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So. das wars. Angesichts der letzten, vereinsamten Trouvaille des Tages, entdeckt beim Heimweg Richtung St.Mangen, scheint uns das kleine Amriswil, zumindest für Kinder, ein lebenswerter Ort zu sein.

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Mehr zu Amriswil im Maiheft.

Bilder: upz und co

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
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Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
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«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
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Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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