Weil die Ein- und Ausfahrt in die Parkgarage Schibenertor in einem städtebaulich sensiblen Gebiet zu liegen käme und weil die Bäume zwischen «Seeger» und «Union»-Gebäude weichen müssten, lehnt die Bewilligungsbehörde das Baugesuch für die Parkgarage Schibenertor ab. Dazu kommen weitere Gründe: Die bis zu zwei Meter hohen Mauern, die neben den Ein- und Ausfahrten gebaut werden müssten oder die Grabungen in einem Gebiet, das für die Stadtgeschichte von hoher Bedeutung ist.
Nur wenige Tage nachdem die Bewilligungsbehörde diesen Entscheid verschickt hatte, gaben die Investoren – die Cityparking AG, die Helvetia-Versicherung, Schützengarten und die Bank Acrevis – bekannt, sie würden dieses «Bauverbot» mit einem Rekurs beim kantonalen Baudepartement anfechten. Es handle sich nämlich um einen politisch motivierten Entscheid. Man habe das – in der Volksabstimmung von 2011 abgelehnte – erste Marktplatzprojekt in Zusammenarbeit mit dem Tiefbau- und dem Stadtplanungsamt so überarbeitet, wie es verlangt worden sei. Es gehe nicht an, dass nun die Behörde im Entscheid schreibe, dass selbst bei einer besseren Gestaltung das Projekt nicht bewilligt werden könne.
Bei den Gegnern, namentlich bei Heimatschutz VCS und WWF, nimmt man den Rekurs der Gegenseite zur Kenntnis, fürchtet ihn aber nicht. Die verweigerte Baubewilligung stehe juristisch auf solider Grundlage, kommentiert Heimatschutz-Anwalt Gregor Geisser. Doch obwohl die Schutzverbände und die Nachbarn in dieser ersten Phase des Verfahrens Recht bekommen haben, werden auch sie Rekurs einlegen – einlegen müssen, wie Geisser betont: «Zur vorsorglichen Wahrung unserer Rechte.»
Denn wirklich zufrieden sind auch die Parkhausgegner nicht. Nicht zuletzt deshalb, weil die Einwände gegen das sogenannte Verkehrsgutachten «links liegengelassen» wurden. Der Entscheid der Baubewilligungsbehörde stellt nur kurz fest, dass der verkehrstechnische Bericht genügend sei. Den Schutzverbänden genügt er aber gar nicht. Und weil die Verkehrsfrage spätestens dann zum Stein des Anstosses wird, wenn eine nächste Instanz die städtebauliche Situation anders beurteilen sollte, reichen auch die Schutzverbände Rekurs ein.
Die Parkhausgegner wollen auch weitere Punkte nochmals aufnehmen. Darunter die Frage der Befangenheit von Stadtpräsident Scheitlin und Stadtrat Cozzio. Der Stadtrat selber hat entscheiden, dass seine zwei Mitglieder nicht befangen seien, obwohl sie den Investoren eine Konzession in Aussicht gestellt hatten. Eine nächste Instanz müsse diese Frage neu prüfen, so die Schutzverbände.
Klar ist damit, dass es wohl wieder rund ein Jahr dauern wird, bis das kantonale Baudepartement entscheiden wird. Sollte dort die Beurteilung anders ausfallen als jene der städtischen Baubewilligungsbehörde, sind die Gegner entschlossen, den ganzen Instanzenweg, über das kantonale Verwaltungsgericht bis zum Bundesgericht zu gehen. Argumente – so sind sie überzeugt – haben sie nach dem ersten Erfolg genug.
Das musste ja so kommen! Es konnte nicht bei einem bleiben. Zum Glück! Jetzt gibt es das zweite grosse, schwere Psychobuch von Beni Bischof. Darin verwirbelt der Künstler erneut Eigenes, Fremdes, Befremdliches, Bekanntes, Neues, Unkenntliches mit lockerer Hand, Humor und Hintersinn.
Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
Es geht um uns Menschen und unser sonderbares und verheerendes Verhalten. «Humans» heisst die grosse Einzelausstellung des Ostschweizer Künstlers Olaf Breuning. Viele Arbeiten sind speziell für die Schau im Museum Allerheiligen in Schaffhausen entstanden.
In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.