Das grosse Thema an diesem 8. März in St.Gallen: Stop Hate Speech. Der Begriff Hate Speech (deutsch: Hassrede) ist politisch zu verstehen und meint verschiedene Formen von verbaler Gewalt. Will heissen: Worte und Bilder werden bewusst und gezielt als Waffe einsetzt, um andere Menschen abzuwerten, anzugreifen oder zu bedrohen. Laut einer Umfrage des Europarats sind vor allem LGBTIQ*-Menschen davon betroffen, gefolgt von Muslimen und Frauen. Die verbale Gewalt existiert auch im analogen Leben, beschäftigt aber vor allem die Netzgemeinde in Form von Hasskommentaren und Memes (Bildmontagen, GIFs oder Videos).
Der Freudentag beginnt auch dieses Jahr mit der Frauenbar am Bärinnenplatz in der St.Galler Marktgasse, musikalisch begleitet von Charlotte Weniger am Saxophon und Susanne Scheier an der Gitarre. Am Abend geht es in der Grabenhalle weiter mit einem Znacht, zwei Referaten und einer Podiumsdiskussion. Zu Gast sind Sophie Achermann, die Geschäftsführerin des Schweizerischen Frauendachverbands Alliance F, und die Philosophin Deborah Mühlebach.
Tag der Frau in St.Gallen: 8. März, Bärinnenplatz und Grabenhalle St.Gallen
grabenhalle.ch, stophatespeech.ch
Sophie Achermann wird von der neuen Kampagne «Stop Hate Speech» berichten, die gegen Anfeindungen und Diskriminierung im Internet vorgeht. Mithilfe eines «Hate Speech Radars», einem Algorithmus, der von einer aktiven Community lernt, soll Hate Speech im Netz aufgespürt und anschliessend von der Community mittels Counter Speech zurückgewiesen werden. Achermann erklärt, wie frau bei diesem Projekt mitmachen kann, wie man als Beobachterin reagieren soll und welche Optionen es für die Betroffenen gibt.
Danach beleuchtet Deborah Mühlebach den Zusammenhang zwischen Sprache und Diskriminierung. Dabei geht es um die Ausschlussmechanismen der männlich geprägten Sprache, um sprachlich reproduzierte Machtverhältnisse und den Hass, der marginalisierten Gruppen entgegenschlägt, wenn sie auch sprachlich ihre Räume einfordern.
In der anschliessenden Podiumsdiskussion mit den beiden Fachfrauen geht es noch einmal ganz konkret um das Thema Hate Speech: Wie hat sich die Situation entwickelt? Gibt es eine Zunahme? Woher kommt Hate Speech? Was ist die Motivation dahinter? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sprache und Handeln? Und schliesslich: Was wären die Lösungen? Was sagt das Gesetz? Und welche Kampagnen gibt es?
Hate Speech ist ein beelendendes, ein hartes Thema. Umso wichtiger ist der gesellige (auch dieser Ausdruck ist ein Beispiel männlich dominierter Sprache) Teil danach, die Feier, das Palavern, das Tanzen. Die Konservenmusik dazu liefern RuuDC, pa-tee, Angélique und Inge.
Viel davon hören wird frau allerdings nicht, denn es ist eine Silent Disco. Das mag etwas schräg wirken angesichts des hohen Feiertags aller Frauen, an dem sie eigentlich laut, ungebändigt und polterig von sich reden machen sollten, ist aber irgendwie auch eine feine Idee: Jede kann ihren eigenen Kanal wählen und in diesen lauten, unverschämten Zeiten ist ja manchmal Stille gleichbedeutend mit Krach.
Dieser Beitrag erschien im Märzheft von Saiten.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
In leichten Pastelltönen und dunklen Ölfarben setzt sich der deutsche Künstler Marcel Hüppauff mit dem Profiradsport auseinander. Dabei treten in seiner Schau im Chambre Directe-Schubiger in St.Gallen nicht nur Menschen, sondern auch Katzen in die Pedale.
Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
Versteckt im Sittertal produziert die Kunstgiesserei Werke renommierter Künstler:innen. Dabei gilt es oft, Neues auszuprobieren und Lösungen zu finden – mit Zucker, Wachs und natürlich Metall. Saiten erhält einen Einblick in das verrückte Schaffen am Rande St.Gallens.
Der FC St.Gallen gewinnt gegen den haushohen Favoriten aus Lissabon mit 2:1. Die grösste Sensation, die dieses Stadion je gesehen hat. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 4: Cyprien Gaillard – «When you expect flutes, it whistles», «Komm Glüückck» und Jeremy Reeds Buch Du stirbst nur zweimal – Ein Sylvia Plath-/Victoria Lucas-Roman.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Die Baupläne sind gezeichnet, das Baugesuch liegt zur Vorprüfung bei der Stadt – doch noch ist einiges rund um den Wiederaufbau der Rorschacher Badhütte zu klären. Was passiert zum Beispiel mit all den angerosteten und teils verbogenen Scharnieren, Schlössern und anderen Eisenteilen, die die Taucher aus dem See heraufgebracht haben?
Mohsen Masoudi ist 2022 aus dem Iran in die Schweiz geflohen. Heute lebt er in Stein AR und ist Teil der Exil-Opposition. Er erzählt, warum es die Schliessung der iranischen Botschaft braucht und was sich mit den Protesten Anfang Jahr verändert hat.
Das See-Burgtheater macht aus seiner Piratinnengeschichte Die Legende von Anne Bonny ein akrobatisches Spektakel vom Feinsten. Bei aller Sommertheater-Leichtigkeit hätte man aber doch ein bisschen mehr Emanzipationsgeschichte erwartet.
Zu seinem 20. Geburtstag hat das Kulturfestival am Wochenende Bands aus St.Gallen und der Region zu einem zweitägigen Konzertfest eingeladen. Dieses war so vielfältig wie gelungen – auch wegen der Idee, Covers aus der Gründungszeit des Festivals in die Sets einzubauen.
Bregenzer Festspiele
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 3: «Was der Kaiser noch sah», Olaf Breuning – «Humans» und Oriana Bruseghini – Das verlassene Rettungsboot.
Wie setzt Fotografie Mode in Szene? Und wer fotografiert dabei eigentlich wen? Das Textilmuseum St.Gallen gibt mit «Mise en Scène» Einblicke in 120 Jahre Modegeschichte. Es ist die letzte Schau vor dem Museumsumbau.
Seit elf Tagen befindet sich Velat Aydin vor dem Bundesverwaltungsgericht in St.Gallen im Hungerstreik. Im Gespräch mit Saiten erzählt der Kurde, woher er kommt und weshalb politischer Aktivismus so wichtig ist.