Remo, 24. Mai 2018 um 15:45 Uhr Natürlich ist es doppelzüngig, bei Amazon, Zalando und Co einzukaufen und gleichzeitig die Globalisierung zu kritisieren. Die Kernfrage ist aber meines Erachtens eine andere. Schadet die Globalisierung oder nützt sie? Nützt es beispielsweise den Einwohnern von Indien, wenn man dort produzierte Kleidung kauft? Oder schadet sie? Und hier ist festzustellen, daß natürlich es durchaus für die dort lebenden Leute gut sein kann, wenn dort fabrizierte Kleider gekauft werden. Die Frage, die sich ein Konsument in der Schweiz aber dabei stellen muß, ist zu welchen Lebensbedingungen produziert wurde. Wer ein billiges Kleidungsstück in der Migros, bei Coop, im Aldi oder sonstwo in der Schweiz kauft, das zu menschenunwürdigen Bedingungen produziert wurde, ist keinen Deut besser als der, der mit Mausklick im Internet via Amazon bestellt. Im Gegenteil. Es kann sogar der besser sein, der bei Amazon ein zu fairen Arbeitsbedingungen produziertes, umweltgerecht hergestelltes ausländisches Produkt kauft. Per se zu sagen, wer im Ausland kauft, sei schlecht, fördere die Globalisierung, das ist in meinen Augen in Zeiten der Digitalisierung weder zukunftsträchtig noch zielführend. Und es hilft auch nicht den Leuten in den Herstellerländern, wenn man dort nicht bestellt. Es kommt drauf an, was man bestellt.