Pablo, 16. November 2017 um 12:14 Uhr Damit es hier auch noch erwähnt ist: An Zynismus und Ignoranz kaum zu überbieten war das Statement von Jürg Eberle, Leiter des Migrationsamtes St.Gallen. Eberle lamentierte darüber, dass er sich nach den Referaten als weisser, heterosexueller Mann in die Ecke gedrängt fühle, er das Gefühl habe, dass die Debatte oftmals einseitig geführt werde. Damit meinte er ganz offensichtlich, dass immer nur die schwulen, muslimischen, migrantischen, die people of Color, ergo: die von Diskriminierung Betroffenen, sprechen würden und damit eine einseitige Debatte geführt werde. Diese Umkehrung der realen Machtverhältnisse aus der Perspektive eines (sowohl diskursiv wie auch institutionell) äusserst mächtigen Mannes ist wahrlich erschreckend. Man fragte sich: Hat Eberle den beiden ausgezeichneten ReferentInnen gerade zugehört? Diese hatten ganz eindrücklich berichtet, wie wichtig es ist gesellschaftlich marginalisierten Personen und sozialen Gruppen eine Stimme zu geben, welche ihnen ganz oft verwehrt bleibt. Man hätte gerne nachgefragt: Wer ist es denn, der diesen einseitigen Dialog führt? Etwa die von Eberle&Co. ausgeschafften Familien, die Asylsuchenden, die people of color, die am Bahnhof und im Linsenbühl kontrolliert werden? Das Statement machte klar: Gelungener Dialog nach Eberle findet dann statt, wenn Leute wie er sich nicht in die Ecke gedrängt fühlen, lange Reden schwingen dürfen und das letzte Wort haben. Und wer im Anschluss an Voten jeweils klarstellen muss, dass er/sie* Rassismus und Sexismus nicht befürworte, der/die* disqualifiziert sich meist schon selbst.
Jürg Bläuer, 16. November 2017 um 11:49 Uhr Danke für diese stringente Zusammenfassung der Tagung. Ich verzichte hier darauf mitzuteilen, was ich anschliessend im Pissoir von drei der Anwesenden verletzten weissen hetero Männern mitanhören musste.