, 28. Februar 2019
keine Kommentare

Im März: Saiten heizt ein.

Ein Heft zur Klimakrise. Mit der Klimajugend, weniger Plastik und CO2 und einem Zehn-Punkte-Plan. Ausserdem: Grüsse aus Wadi Halfa, Neues von den Velvet Two Stripes und Dislers Umgebung der Liebe.

Die Fotos vom Rhônegletscher auf dem Cover und im Titelthema sind von Tobias Siebrecht.

«Der Klimawandel ist in vielerlei Hinsicht eine unterschätzte, bislang sogar weitgehend unbegriffene soziale Gefahr – und gegenwärtig ist nicht einmal klar, ob demokratische Gesellschaften überhaupt in der Lage sind, jene Umsteuerungen
 in Gang zu setzen, die die Abwendung der Gefahr – beziehungsweise die Anpassung an ihre Folgen – zwingend erfordern.» Was der Philosoph Harald Welzer, Vordenker einer ökologischen Wende, im Buch Klima-Kulturen so formuliert, klingt einigermassen alarmiert: Es könnte eine negative Dynamik eintreten, «hinter der Wahrnehmungs-, Deutungs- und Problemlösungsformen, die sich über Jahrzehnte und Jahrhunderte herausgebildet haben, nur nachhinken können».

Andere
 sagen es direkter: «Reisst euch zusammen, die Erde steht in Flammen» stand auf dem Transparent, mit dem das Ostschweizer Klimakollektiv am 18. Februar im St.Galler Kantonsrat demonstrierte.

Das Thema drängt. Es hat eine Vehemenz in die öffentlichen Debatten gebracht, wie es sie zumindest hierzulande lange nicht mehr gegeben hat. Saiten nimmt 
die Diskussion auf. Corinne Riedener ist mit den «Klimajugendlichen» mitgegangen, und drei von ihnen, Gian Lüchinger, Anna Miotto und Moritz Rohner, denken laut über das Klima nach. Hanspeter Guggenbühl, Umweltjournalist der ersten Stunde, kommentiert die CO2-Debatten, daneben ziehen wir Parallelen zum Waldsterben 
vor 30 Jahren, reden vom Kampf gegen den Plastik und anderen löblichen Nachhaltigkeits-Initiativen, und Bettina Dyttrich liefert das 10-Punkte-Programm für den individuellen und kollektiven Klima-Wandel. Die schmelzenden Gletscher hat Tobias Siebrecht fotografiert.

«Wirklich bedrohlich an der Klimaerwärmung ist nicht die Hitze, sondern
 das grosse Hauen und Stechen, das losgehen könnte, wenn die Bedingungen noch unwirtlicher und die Ressourcen ernsthaft knapp werden. Entscheidend wird sein, dass sich genug Leute dem Recht des Stärkeren verweigern. Die Klima-Bewegung ist ein Ort, wo dieser Widerstand geübt werden kann», schreibt Bettina Dyttrich auf Seite 36.

Dieses Heft will denn auch nicht Weltuntergangsstimmung verbreiten. Sondern Hoffnung und Lust zum Aufbruch machen. So wie es das Ostschweizer Klimakollektiv vorlebt. Es hat immerhin an jenem 18. Februar in der St.Galler Pfalz mit dazu beigetragen, dass der gutbürgerliche Kanton St.Gallen jetzt mit einer Standesinitiative in Bern für eine Kerosin-Steuer auf Flugzeuge vorstellig wird, werden muss. Auch wenn damit noch keine Klimaerwärmung gestoppt ist, dämmert dank solchen Aktionen hoffentlich in immer mehr Köpfen die Einsicht: «Es gibt 
keinen Planet B».

Peter Surber

 

Der Inhalt:

Reaktionen/Positionen
Redeplatz mit Dan Hungerbühler
Stimmrecht von Eldar Hasani
Herr Sutter sorgt sich… von Bernhard Thöny
Evil Dad von Marcel Müller
Innensichten: Café StGall und Lagerhaus
Mensch Meyer von Helga und Janine Meyer

Es gibt 
keinen Planet B.

«Das ist nicht links, das ist Wissenschaft»
Unterwegs mit der Klimajugend: auf der Strasse, an einer Diskussionsrunde und im Kantonsrat
.
von Corinne Riedener

Ein bisschen Konkurrenzdenken hilft
von Gian Lüchinger

Klimawandel? Systemwandel!
von Moritz Rohner

Über die Hoffnung
von Anna Miotto

Wunsch und Wirklichkeit
Der Klimapolitik fehlt ein ökonomischer Hebel
.
von Hanspeter Guggenbühl

Das Waldsterben macht Pause – wie lange noch?
Eine Erinnerung an die 80er-Jahre.
von Harry Rosenbaum

No e Säckli?! – Nein danke!
Was tun gegen den Plastik, den «Müll für die Ewigkeit?»

von Peter Surber

Der grösste Feind ist der Zynismus. Und was jetzt geschehen muss: Zehn Punkte
von Bettina Dyttrich

Perspektiven

Flaschenpost aus Wadi Halfa.
von Michael Hug

Ende der Freiheit
Wie ich in die Schweiz ging und lernte, die EU zu lieben.
von Tanja Mokosch

Raiffeisen: der «Bankier
 der Barmherzigkeit» als Antisemit.
Friedrich Wilhelm Raiffeisen
hat sich mehrmals zu «den Juden» geäussert.
von Hans Fässler

Kultur

Martin Dislers «Umgebung der Liebe» in Chur.
von Ursula Badrutt

Devil Dance: Das neue Album der Velvet Two Stripes.
von Roman Hertler

Wortlaut 2019:
Warmlesen vor dem Vorlesen.
von Eva Bachmann

Wortemachen: Zum Gedenken an Werner Bucher.
von Rainer Stöckli

Unser aller Wirt: Erinnerungen an Renaldo Matteo «Pitsch» Piccinin.
von Andreas Niedermann


Tod eines Helden: Die Cie Buffpapier spielt «Falsh Gordon».
von Peter Surber

Parcours

Das Gedicht im März
von Bastian Strotmann

Mixologie
von Niklaus Reichle und Philipp Grob

Am Schalter im März: Ideen fürs Quartierklima

Abgesang

Kellers Geschichten
Kreuzweiseworte
Pfahlbauer
Boulevard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Impressum

Herausgeber:

 

Verein Saiten
Frongartenstrasse 9
Postfach 556
9004 St. Gallen

 

Telefon: +41 71 222 30 66

 

Redaktion

Corinne Riedener, Peter Surber, Roman Hertler

redaktion@saiten.ch

 

Verlag/Anzeigen

Marc Jenny, Philip Stuber

verlag@saiten.ch

 

Anzeigentarife

siehe Mediadaten

 

Sekretariat

Irene Brodbeck

sekretariat@saiten.ch

 

Kalender

Michael Felix Grieder

kalender@saiten.ch

 

Gestaltung

Samuel Bänziger, Larissa Kasper, Rosario Florio
grafik@saiten.ch

Saiten unterstützen

 

Saiten steht seit über 20 Jahren für kritischen und unabhängigen Journalismus – unterstütze uns dabei.

 

Spenden auf das Postkonto IBAN:

CH87 0900 0000 9016 8856 1

 

Herzlichen Dank!