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Im Februar: Saiten spuckt dreimal über die Schulter.

Ein Heft zum Theater hier und anderswo, mit Rundum-Fragen zur Situation der freien Szene. Ausserdem: No NoBillag. Die ersten Tage der «Republik». Viel Musik, Tanz, Literatur, Kunst, Geschichte. Und die Leiden der jungen Bertha*.
Von  Redaktion Saiten
Die Bilder zum Titelthema hat Hannes Thalmann gemacht.

Nach jahrzehntelanger Nutzung, so heisst es im Projektbeschrieb, müsse das Theater «umfangreich saniert und erweitert werden. So kann es sich für sein Publikum noch weiter öffnen und den zeitgemässen Forderungen und Wünschen nach Barrierefreiheit, Brandschutz, Nachhaltigkeit und angemessenen Arbeitsplatzbedingungen sowohl in den Werkstätten als auch für das künstlerische Personal entsprechen.»

St.Gallen? Nein: Karlsruhe. Dort steht, vor 40 Jahren eröffnet, ein markanter Betonbau, vergleichbar dem hiesigen Theater. Und auch dort ist der Sanierungsbedarf beträchtlich. Allerdings greift das Badische Staatstheater (Stadt Karlsruhe und Land Baden-Württemberg je zur Hälfte) dafür tiefer in die Schatulle. Die Umbauzeit ist auf zehn Jahre angelegt, Kostenpunkt: 270 bis 325 Millionen Euro. Neben dem bestehenden Theater mit 1000 Plätzen entsteht in der ersten Phase ein «Kleines Haus» fürs Schauspiel mit vier Bühnen zu 400, zweimal 150 und 60 Plätzen sowie Probebühnen. Die zweite Phase erneuert Orchesterräume und Werkstätten, die dritte dann saniert das Grosse Haus.

Klar: Karlsruhe (300’000 Einwohner) ist eine Weltstadt, und mit dem reichen Deutschland kann die arme Schweiz sowieso nicht mithalten. Aber Ironie beiseite: Sieht man sich die dortigen Pläne an, wirkt die Diskussion um die Renovation des Theaters St.Gallen umso beschämender. In doppelter Hinsicht: Zum einen haben Kanton und Theater in vorauseilender Ängstlichkeit nur das absolut Notwendigste in die Renovationsvorlage hineingepackt, und zum andern haben die Sparpolitiker der Milliardärspartei im Kantonsrat auch das noch zu teuer gefunden und eine Volksabstimmung erzwungen.

Diese findet am 4. März statt und ist für Saiten der durchaus fröhliche Anlass, das Februarheft dem Theater zu widmen. Einerseits dem hiesigen: mit einem Rundgang hinter den Kulissen, mit Fragen an den Direktor und Rundum-Fragen zur Situation der freien Theater- und Tanzszene. Fazit: Das Theater braucht die Sanierung. Und das freie Theater braucht mehr Raum. Andrerseits werfen wir einen Blick ins Theaterhaus Thurgau und nach Bern. Schliesslich: ein Essay von Rolf Bossart über das Theater der Gegenwart. Und nicht zu vergessen Jakob – Saiten hat eine Unterstützungsaktion unter Kulturschaffen- den, Kulturfreundinnen und -freunden für den Theaterkredit lanciert, die über den 4. März hinaus Bestand haben soll. Mehr auf den Seiten 35 und 36 im Heft und unter ja-kob.ch.

Ausserdem im prallen Heft: No NoBillag. Die ersten Tage der «Republik». Viel Musik, Tanz, Literatur, Kunst, Geschichte. Und, kein Theaterstück, aber auch lohnend: Die Leiden der jungen Bertha*.

Peter Surber

 

Der Inhalt:

Reaktionen/Positionen
Redeplatz 
mit Felix Bächli
Hässig von Nadja Keusch
Stimmrecht von Gülistan Aslan
Herr Sutter sorgt sich… von Bernhard Thöny
Evil Dad 
von Marcel Müller
Blickwinkel von Daniel V. Keller
Generationen-Pingpong von Helga und Janine Meyer

Dreimal spucken

Verdi mit Duschgel
Hinter den Kulissen des Theaters St.Gallen.

von Nina Rudnicki

«Erste Priorität haben die Arbeitsplätze»
Fragen an Werner Signer, den geschäftsführenden Direktor des Theaters St.Gallen.

von Peter Surber

Fenster auf, Räume her für die Freien
Mehr Platz in der Lokremise, bitte, und endlich ein Haus für die «vierte»Sparte
.
von Peter Surber

Der Kubus von Bern
Erfahrungen mit einem Theaterprovisorium.
von Flavia von Gunten

Schiffbruch gibt es nur auf der Bühne
30 Jahre Theater Bilitz, 10 Jahre Theaterhaus Thurgau.
von Tobias Rüetschi

Für ein Theater der Gegenwart
Überlegungen zum realistischen Theater und der Arbeit von Milo Rau.
von Rolf Bossart

Jakob sagt Ja
. Stimmen und Argumente für die Theatersanierung.

Die Bilder zum Titelthema fotografierte Hannes Thalmann.

Perspektiven

Die ersten Tage der «Republik»
«Republik»-Reporter 
Carlos Hanimann im Gespräch.
von Claudio Bucher
«Res publica» oder die Fortsetzung des Journalismus mit anderen Mitteln.
von Michael Felix Grieder

NoBillag reloaded: SRF und der Hofer-Club.
von Toni Saller

Serie Europa – Teil 1: Polarisierung und Populismus.
von Simon Graf

Das Architekturforum widmet sich dem streitbaren Thema Wohnen.
von René Hornung

Michaella Guez-Barasch: Als Jüdin in Herisau.
von Brigitte Schmid-Gugler

Flaschenpost aus Den Haag
von Luca van Grinsven

Kultur

Nordklang, die Zwölfte.
von Claudio Bucher

Im Interview: Die neue Direktorin des Fotomuseums Winterthur.
von Katharina Flieger

Die Biografie zu Paul Hubers 100. Geburtstag.
von Peter Surber

Mahi Binebines Roman Cannibales wurde neu übersetzt.
von Florian Vetsch

Napoleon III. als Kindergeschichte.
von Harry Rosenbaum

Johannes Andereggs neues Buch.
von Andreas Härter

Die Sigurd Leeder-Ausstellung in der Kunsthalle Ziegelhütte.
von Kristin Schmidt

Katinka Bock und Frauenbilder im Kunstmuseum Winterthur.
von Giulia Bernardi

Mixologie
von Niklaus Reichle und Philipp Grob

Am Schalter im Februar: die Leiden der jungen Bertha*

Abgesang

Kehl buchstabiert die Ostschweiz
Kellers Geschichten
Kreuzweiseworte
Pfahlbauer
Boulevard

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