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UMA in der Ostschweiz: Grosse Unterschiede

Unbegleitete minderjährige Asylsuchende sind im Thurgau und in den beiden Appenzell gut aufgehoben. Jedoch hapert es zur Zeit im Kanton St.Gallen.
Von  Harry Rosenbaum , 
Unterricht im Thurhof Oberbüren. (Bild: Screenshot SRF)

Die Stiftung Peregrina, die sich im Auftrag des Kantons Thurgau um Asylsuchende und Durchgangsheime kümmert, unterhält in Frauenfeld die UMA-Schule und das UMA-Haus. Zur Zeit sind 56 unbegleitete minderjährige Asylsuchende in ihrer Obhut. Die meisten sind zwischen 16 und 18 Jahre alt, drei davon unter 15. Von den UMA im Thurgau, ausschliesslich junge Männer, gehen 30 in die UMA-Schule, 23 in die öffentliche Schule und drei machen ein Berufspraktikum. Die meisten stammen aus Eritrea und Afghanistan. Sie wohnen in zwei Durchgangsheimen, und jene, die etwas mehr Betreuung brauchen, sind im UMA-Haus untergebracht. Dort schaut neben den MitarbeiterInnen der Peregrina-Stiftung auch eine Flüchtlingsfamilie zu ihnen.

Schule und Arbeit im Wald

«In drei Fällen brachten wir UMA in Pflegefamilien unter», sagt Beat Keller von der Stiftung. «Zwei dieser Versuche sind ziemlich schnell gescheitert. Einer dauerte ein Jahr lang. Die Schweizer Pflegefamilien waren mit den Betreungsaufgaben überfordert.»

Wöchentlich besuchen die Jugendlichen 26 Lektion an der UMA-Schule, die weitgehend den Lernstoff der Regelschule abdeckt. Besonderes Gewicht wird auf den Deutschunterricht und Mathematik gelegt. Der Bildungsstand der UMA ist sehr unterschiedlich. Einige haben, bevor sie in die Schweiz kamen, nie oder nur sporadisch eine Schule besucht. Ziel ist es, die Jugendlichen so weit zu bringen, dass sie entweder eine weiterführende Schule besuchen oder eine Berufsausbildung beginnen können. Bis zum 20. Altersjahr gelten sie als UMA, sofern kein Familiennachzug erfolgt. So lange bleiben die jungen Menschen auch im Ausbildungsprogramm. Schule schwänzen wird mit einem Abzug beim Taschengeld sanktioniert.

In der Freizeit sind die jungen Leute in Beschäftigungsgruppen aktiv und arbeiten vor allem im Wald im Rahmen von Naturschutzprojekten. In der Stunde erhalten sie dafür drei Franken zur Aufbesserung ihres Taschengeldes. Laut Keller machen viele UMA gute Fortschritte und sind vor allem auch in Sportvereinen sehr aktiv.

UMA im Fokus des Netzwerktreffens

Am Dienstag haben sich 170 Vertreterinnen und Vertreter von Bildungsinstitutionen, politischen Gemeinden, Sozialdiensten, Migrationsorganisationen sowie Fach- und Beratungsstellen des Kantons Thurgau am 6. Netzwerktreffen in Weinfelden mit dem Thema «Asyl und Migration» auseinandergesetzt. Dabei ging es um die Integration von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Fokus standen die UMA.

Die unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden sind erst in den letzten Jahren unter den Flüchtlingen und Migranten in Erscheinung getreten. Laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) machten sie 2013 mit 346 Personen lediglich 1,61 Prozent der Asylsuchenden aus. 2014 waren es 795 Personen (3,34 Prozent) und im Jahr darauf 2’736 Personen (6,92 Prozent). Das SEM rechnet mit einer exponentiellen Zunahme der Zahl der minderjährigen Asylsuchenden. Im vergangenen Jahr waren rund zwei Drittel zwischen 16 und 17 Jahre alt. Der Anteil der Mädchen unter den UMA betrug 2015 rund 18 Prozent.

UMA im Kinderdorf Pestalozzi

Die den beiden Appenzell vom Bund zugeteilten UMA werden im Kinderdorf Pestalozzi in Trogen vom Verein Tipiti betreut und beschult. Es stehen 30 Plätze zur Verfügung. Die Integration erfolgt nach einem Drei-Phasen-Modell. Kinder ab 14 besuchen die interne Schule und erhalten pro Woche 15 Deutsch-Lektionen. Sie sind in Wohngruppen untergebracht, die 24 Stunden betreut werden. Lernziel ist ein geordnetes Zusammenleben.

Sind die jungen Menschen integriert und mit dem Schweizerdeutsch vertraut, erhalten sie ein Taschengeld und können damit selbständig einkaufen gehen. Eine der Wohngruppen ist ausserhalb des Kinderdorfes angesiedelt. Für die UMA stehen sechs Betreuerinnen und Betreuer zur Verfügung. Jeder UMA hat so auch eine eigene Bezugsperson.

UMA-Chaos im Kanton St. Gallen

Durch die Aufgabenteilung zwischen dem Kanton St. Gallen und der Vereinigung der St. Galler Gemeindepräsidenten (VSGP) im Asylbereich ist die Situation um die Betreuung der UMA derzeit stark verunsichert.

Bis vor einem Jahr standen im Zentrum Thurhof in Oberbüren lediglich 27 Plätze für UMA zur Verfügung. Die asylsuchenden Familien im Zentrum wurden dann auslogiert, und auf die 145 Plätze sind nun UMA im Alter von zwölfeinhalb bis achtzehn Jahren verteilt worden. Wie Recherchen von Saiten ergeben, führt das zu einer Überforderung aller Beteiligten und bewirkt deshalb auch grosse Spannungen und eine qualitative Abwertung der Integrationsbemühungen.

Maximal lassen sich höchstens 50 UMA in einem Zentrum betreuen, wenn die Arbeit sowohl in einem menschlich vernünftigen Rahmen als auch auf qualitativ vertretbare Weise ablaufen soll. Die jungen Menschen sind stark gefordert: Sie müssen Deutsch lernen und ein vier- bis viereinhalbjähriges Integrationsprogramm mit Schule und Berufsausbildung bewältigen. Derzeit gibt es im Thurhof 55 Mitarbeitende mit Voll- oder Teilzeitpensum.

Die Verantwortung für den Thurhof übernimmt auf den 1. Januar 2017 der VSGP. Die Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden ist noch nicht definitiv geregelt. Es liegt auch kein Konzept vor, wie es danach mit der UMA-Betreuung weitergehen soll.

Kantonszuteilung ist eine Lotterie

Nicht nur in der Ostschweiz, sonder auch in anderen Landesteilen herrschen bei der Unterbringung, der Betreuung und Ausbildung der UMA grosse Unterschiede. In einer Empfehlung hat der UNO-Kinderrechtsausschuss anfangs 2015 diese Differenzen kritisiert und bemängelt, dass es für Kinder und Jugendliche auf der Flucht Glücksache sei, welchem Kanton sie zugeteilt und welche Bedingungen sie dort antreffen würden.

Die Ge­walt hat ei­nen Schlüs­sel

Mehr als vier­ein­halb Stun­den dau­er­te Der Pro­zess Pe­li­cot im Thea­ter St.Gal­len. Mi­lo Rau und Ser­va­ne Dè­cle in­sze­nier­ten ei­nen Abend über se­xua­li­sier­te Ge­walt und che­mi­sche Un­ter­wer­fung – und über ei­ne Ge­sell­schaft, die von Män­nern mehr Ver­ant­wor­tung ver­langt.

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Men­schen­rech­te sind kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit

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Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

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Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater

Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

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Stimmrecht

Im Re­gen tan­zen

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Ern­ten in der Grau­zo­ne

Ern­te­hel­fer:in­nen sind in der Schweiz schlecht ge­schützt. Ih­re Ar­beits­be­din­gun­gen lie­gen oft in Grau­be­rei­chen, Kon­trol­len sind schwie­rig. Ei­ne Ver­än­de­rung wür­de je­doch be­deu­ten, ein gan­zes Sys­tem auf den Kopf zu stel­len.

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Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty

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Ein En­de mit Aus­ru­fe­zei­chen

Die St.Gal­ler Re­stau­rants Tos­ca­na und The Pinch mach­ten ver­gan­ge­ne Wo­che über Nacht dicht. 15 Per­so­nen stan­den un­vor­be­rei­tet auf der Stras­se. Das ver­ant­wort­li­che In­ves­to­ren-Duo schliesst nicht zum ers­ten Mal ein Re­stau­rant in der Stadt. Das ab­rup­te En­de wirft Fra­gen auf.

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Volks­bad­sa­nie­rung: Trau­er­spiel seit über 40 Jah­ren

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Emilija Skarnulyte Time of Arrow 2026 Kunstmuseum St Gallen Lokremise Foto Stefan Altenburger

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Die al­ten Fa­brik­hal­len sind aus Win­ter­thurs Kul­tur­le­ben nicht mehr weg­zu­den­ken. Sie wä­ren aber nichts oh­ne en­ga­gier­te und gut ver­netz­te Men­schen. Sai­ten konn­te auf Ein­la­dung des Kul­tur­ma­ga­zins «Coucou» ei­ni­ge von ih­nen tref­fen. Ein klei­ner Stadt­rund­gang

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Sai­son­start mit pu­rem Wahn­sinn

Das Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len zeigt ein­dring­lich auf: Fe­mi­zi­de exis­tie­ren in der Schweiz noch im­mer im un­ge­heu­ren Aus­mass. Die In­sze­nie­rung von Co­rin­na von Rad setzt auf das Gro­tes­ke in Ge­org Büch­ners Woy­zeck und fei­er­te am Sams­tag Pre­mie­re im Gros­sen Haus. Ei­ne Pro­duk­ti­on für «je­der-Mann»!

Von Viviane Sonderegger,
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Es kratzt, knallt und schep­pert

Viel En­er­gie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neu­en Al­bum Now To Ru­in der Thur­gau­er Band S.G.A.T.V.. Ge­tauft wird am 1. Ok­to­ber im Win­ter­thu­rer Kraft­feld. Sai­ten hat vor­ab rein­ge­hört.

Von Jeremias Heppeler,
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Bak­te­ri­en und ein Fun­ke Hoff­nung 

Wie kön­nen wir un­se­ren Kon­sum nach­hal­ti­ger ge­stal­ten? In «Next Re­la­ti­ons – Zu­kunft ge­stal­ten» zeigt das Ge­wer­be­mu­se­um Win­ter­thur an­hand von Ar­bei­ten von Stu­die­ren­den mög­li­che An­sät­ze. Ei­ne an­spruchs­vol­le Schau, die Hoff­nung macht.

Von Vera Zatti,
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Mas­ku­li­ni­tät als Spek­trum

Die Aus­stel­lung «Bey­ond the Ma­nos­phe­re. Mas­cu­li­n­i­ties to­day» im Kunst­mu­se­um St.Gal­len un­ter­sucht, wie Männ­lich­keit dar­ge­stellt, ge­prägt und ge­lebt wird. Und zeigt da­bei auch ih­re Wi­der­sprüch­lich­keit.

Von Lilli Kim Schreiber,
Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

Tra­gi­ko­mö­die über das Le­ben

Ein Schre­ber­gar­ten wird im neu­en Ro­man Ver­tei­di­gung ei­nes Gar­tens von Chris­ti­na Wal­ker zum Zu­fluchts­ort. Dar­in lässt die Vor­arl­ber­ger Au­torin viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re eben­so auf­blü­hen wie Ap­fel­baum und Jo­han­nis­strauch. 

Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
Humanhuman 2026 calexandrakochdevos lowres 2