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Vorhang auf! Manege frei!

Das Theater Konstanz hat den Spielplan 2018/19 vorgestellt: insgesamt 27 Produktionen unter dem Motto «Vom Glück des Stolperns». Zu den drei Spielorten Stadttheater, Werkstatt und Spiegelhalle kommt ein neuer hinzu: ein Zirkuszelt am Seeufer.
Von  Veronika Fischer , 

In Klein-Venedig wird es stehen, das Zelt, in dem die drei Zirkusgeschichten Footitt und Chocolat, Sagt der Walfisch zum Thunfisch sowie das vor einigen Jahren auch in St.Gallen gespielte Seiltänzerstück Katharina Knie von Carl Zuckmayr aufgeführt werden. Hierfür ist eine Kooperation mit einem Zirkus angedacht, der auch in theaterpädagogische Workshops mit eingebunden werden könnte. Vorhang auf! Manage frei! Die Zirkuswelt und ihre Ästhetik ist Intendant Christoph Nix vertraut – er ist unter anderem ausgebildeter Clown. Er führt selbst Regie in Warten auf Godot und in Footit und Chocolat, zusammen mit dem Clown Olli Hauenstein.

Abseits vom Zirkuszelt wird ein facettenreiches Programm rund um das Stolpern geboten. Von international bis regional, von der griechischen Antike bis in die norwegische Postmoderne, Liederabende, Puppentheater, Uraufführungen und Klassiker, von Frauen, von Männern, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene – darunter ist manches aus den 1920er Jahren, der Zeit der Freiheiten vor dem Stolpern in den nächsten Weltkrieg.

International

Neil LaBute, der mit Onkel Wanja für deutschlandweites Aufsehen gesorgt hat, kommt zurück nach Konstanz, um Betrogen von Harold Pinter zu inszenieren sowie sein Stück Eine Art Liebeserklärung auf die Bühne zu bringen. Zudem präsentiert das Theater die israelische Regisseurin Sapir Heller mit dem Stück Der brave Soldat Schwejk nach dem Roman von Jaroslav Hašek. Dann gibt es aus Norwegen Meer von Jon Fosse sowie Ich verschwinde von Arne Lygre als deutsche Erstaufführung.

Regional und musikalisch

Mit Die Reis‘ von Gerd Zahner (in der Scheffelhalle in Singen) wird eine Geschichte des fahrenden Volkes der Jenischen erzählt, die bis heute das Zentrum ihrer Kultur in Singen haben. Auch Der Reichsbürger von Annalena und Konstantin Küspert weist sowohl regionalen als auch aktuellen Bezug auf.

Heute Nacht oder nie heisst der Liederabend mit Schlagern aus den 1920er Jahren unter der Regie von Mark Zurmühle, und mit Männer und andere Verbrechen kündigt das Theater ein Knallbonbon zum Jahreswechsel an. Für Freunde des Musicals inszeniert Rosamunde Gilmore Cabaret.

Politisch

Traditionell stark ist auch in der kommenden Spielzeit die politische «Schiene» in Konstanz:  Your Very Own Double Crisis Club ist ein Stück über die Sprachlosigkeit des Krieges von Sivan Ben Yishai unter Regie von Nicola Bremer. Mit Momentum von Lot Vekemans inszeniert Katrin Hentschel eine Art House of Cards für Theatergänger. In Die Hauptstadt lässt Robert Menasse ein Schwein durch Brüssel rennen (Regie Mark Zurmühle). Mit Draussen vor der Tür ruft das Theater das grossartige Nachkriegsdrama von Wolfgang Borchert in Erinnerung, Regie führt Mareike Mikat. Und Gerron erzählt die Geschichte des gleichnamigen Künstlers, der durch einen Film die Deportation der jüdischen Darsteller zu verhindern sucht, inszeniert von Annette Gleichmann.

Heimattheater in einer abstrahierten Form kommt mit Wer hat Angst vorm weissen Mann von Dominik Lorenz in die Spiegelhalle, Regie in dem Stück zwischen Weisswürsten und Schwarzarbeit führt Daniel Grünauer. Und in Das finstere Tal von Thomas Willmann lädt Regisseurin Antje Thoms ein zum Trip durch einen wilden Italo-Western, der eine wunderbare verfilmte Vorlage irgendwo zwischen Tarantino und den Coen-Brüdern hat.

Junges Theater

Für Kinder gibt es unter anderem Die Brüder Löwenherz von Astrid Lingdren. Wer Ritter mag, wird bei King A von Inez Derksen glücklich werden. Jugendliche gehen mit oder ohne theaterpädagogische Begleitung der Schulen in Erschiesst die Apfelsine von Michael Niemi oder Die Vögel von Aristophanes. Patricks Trick von Kristo Sagor schliesslich erzählt von einem kleinen Jungen, der erfährt, dass sein ungeborener Bruder behindert zur Welt kommen wird.

Und ein persönlicher Favorit: Hundeherz von Michail Bulgakow unter Regie von Andrej Woron.

theaterkonstanz.de

 

 

 

Die Po­li­zei woll­te nichts se­hen und nichts hö­ren

In ei­ner Ten­nis­hal­le im tog­gen­bur­gi­schen Un­ter­was­ser tra­fen sich vor zehn Jah­ren 5000 Neo­na­zis zum gröss­ten Rechts­rock-Kon­zert, das je im deutsch­spra­chi­gen Raum statt­ge­fun­den hat. Lin­ke Po­li­ti­ker:in­nen re­agier­ten schnell, doch das Er­geb­nis ist er­nüch­ternd.

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Ver­schwun­de­ne Na­men im Fa­mi­li­en­stamm­baum

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Stimmrecht

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Ausstellungsansicht en Foto Sebasti

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Von Annette Raschner,
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Mit­spie­len dür­fen. Aber auch die Spiel­re­geln mit­be­stim­men?

Der Kan­ton St.Gal­len hat Kunst- und Kul­tur­schaf­fen­de zur jähr­li­chen Kul­tur­kon­fe­renz nach Wil ein­ge­la­den. Spie­le­risch wur­de ver­sucht, die Aus­rich­tung der Kul­tur­för­de­rung zu klä­ren und Mög­lich­kei­ten der neu­en Kul­tur­stra­te­gie zu dis­ku­tie­ren. Doch die zen­tra­le Fra­ge blieb of­fen: Wie stark kann die Kul­tur­sze­ne den In­halt der Stra­te­gie tat­säch­lich mit­be­stim­men?

Von Philipp Bürkler,
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Heftvorschau 10/26
Erntehilfe, Unterwasser, Bücherherbst

Wer als Ern­te­hel­fer:in in der Schweiz ar­bei­tet, tut dies in ei­ner recht­li­chen Grau­zo­ne. Das nützt vor al­lem ei­nem Sys­tem, das we­der die Land­wirt:in­nen noch die Kon­su­ment:in­nen im Al­lein­gang än­dern kön­nen. Aus­ser­dem im Ok­to­ber­heft: zehn Jah­re Un­ter­was­ser, ei­ne Fla­schen­post aus Hal­le (Saa­le), Kunst zum The­ma Männ­lich­keit, Mu­sik von The Black Salt und na­tür­lich der Bü­cher­herbst – mit neu­er Li­te­ra­tur von Ost­schwei­zer Au­tor:in­nen.

Saiten 2610 Cover

Sound­track für den Herbst

Hu­man Hu­man spie­len me­lan­cho­li­schen und fra­gi­len In­die-Pop, der trotz­dem warm und licht­durch­flu­tet ist. Das St.Gal­ler Duo hat jetzt sei­ne ers­te EP ver­öf­fent­licht und tritt am Wo­chen­en­de gleich zwei­mal im Bahn­hof Brug­gen auf – erst­mals mit ei­ner Band.

Von David Gadze,
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Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat

Men­schen­wür­de, nicht Bud­get­pos­ten

Von Christoph Keller,

Der Neo­na­zipfar­rer

1976 lässt sich Gerd Zi­keli in der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de St.Gal­len-Strau­ben­zell zum Pfar­rer wäh­len. Drei Jah­re spä­ter wird er als gut ver­netz­ter Ho­lo­caust-Leug­ner und Vor­stands­mit­glie­der der ers­ten Neo­na­zi­grup­pe der Schweiz ent­tarnt. Heu­te be­ob­ach­tet er Lauf­enten.

Von Roman Hertler,
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