Angela, 13. April 2024 um 10:44 Uhr Die Mütter...? Tagesbetreuung damit die patriarchale Weltordnung nicht gestört wird?
KaGü, 9. April 2024 um 23:03 Uhr Es ist evident, dass die Stadtverwaltung in dieser Angelegenheit sehr schlecht kommuniziert hat und die gleichen Fehler seit Jahren begeht. Für diejenigen, die sich damit auseinandersetzen, ist das Vorgehen des Hochbauamts äusserst fragwürdig und nicht zu rechtfertigen. Ich wohne nicht in dem Quartier, finde es jedoch bewundernswert, wie sich einige Quartierbewohner für eine gute Sache einsetzen. Es gäbe durchaus gute Lösungen für eine Tagesbetreuung ohne die wertvolle Grünfläche/Spielwiese zu opfern. Ich empfehle der Verwaltung dringend, zukünftig mehr auf die Quartierbewohner zu hören, denn sie engagieren sich wirklich für die Sache. Die Partizipationsverfahren dürfen nicht zu einem Feigenblatt verkommen.
Sandra Torgler, 8. April 2024 um 08:30 Uhr Als überzeugte linke Wählerin und Quartierbewohnerin, stimme ich Ja zur Initiative und hoffe auf viele solidarische Stimmen. Wie von Tobias Lüchinger und Reto Voneschen erläutert wurden leider sehr viele Fehler gemacht und es ist eine sehr verzwickte Situation. Die grosse Leidtragende ist die Schule und die Lehrer:innen, nicht die Kinder, die geniessen die Wiese sehr. Es geht um einen Standort und nicht um die Tagesbetreuung und schon gar nicht um Vereinbarkeit. Für das Thema der Vereinbarkeit müssten wir die Situation im grossen Anschauen, inkl. Tagesschulen, den veralteten Schulgebäuden, die sowieso früher oder später ebenfalls zu klein sind. Jetzt aber zuerst mal die Wiese verbauen um dann in 10 Jahren festzustellen, dass dann das nächste Gebäude benötigt wird, macht für mich überhaupt keinen Sinn. Zudem könnte ich aus jedem anderen Standort ein tolles Projekt machen, wenn ich 3 Jahre Geld und Energie investiere wie hier gemacht wurde. Wenn dieser Standort der Beste ist, dann hätte man diese Diskussion in Ruhe vor 3-4 Jahren führen können. Dagegen hat sich aber der Stadtrat die ganze Zeit gewehrt. Als Letztes finde ich es sehr anmassend, hier die Inititanten der Initiative als "Verhinderer" zu bezeichnen, nachdem jahrelang von Stadtrat und Bauverwaltung nicht zugehört und verschleppt wurde.
smirt, 6. April 2024 um 16:39 Uhr Sehr schön: Endlich ein Thema das klein und nahe genug ist, dass so richtig gut hinter die Fassaden geblickt und die Triebfedern von Gesellschaft und Politik erkannt werden können. Mir gefällt diese Debatte sehr! Wie Im Buch "die zerrissene Gesellschaft" von den Machern von "mehr Demokratie e.V." soeben gelesen: "Je klüger und informierter Menschen sind, desto mehr sind sie in der Lage, sich politische Fakten und Anschauungen so zurechtzulegen, dass sie ihren politischen Identitäten entsprechen." Eigentlich wenig überraschend und gerade in diesem Tagblatt-Ticker sehr offensichtlich zu erkennen: Freitag, 6. April, «Wie genau nimmt es der Stadtrat mit der Wahrheit?»: IG Boppi-Wiese übt Kritik an Baudirektor Markus Buschor: https://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/stgaller-stadt-ticker-brennendes-auto-auf-stadtautobahn-wegen-gartenarbeit-haus-in-gossau-geraet-in-brand-wie-genau-nimmt-es-der-stadtrat-mit-der-wahrheit-ig-boppi-wiese-uebt-kritik-ld.2603080 Ich find in dem Zusammenhang spannend wie der Erhalt von Grünflächen einmal "gut" und einmal "schlecht" geheissen wird, je nachdem ob die Idee vom eigenen Lager kommt. Auch das darf also aufgrund obiger Tatsache nicht verwundern. Hauptsache, "die Andern" sind die doofen, anstatt sich zu fragen, welchen Beitrag mensch selbst zu einem guten Leben für alle leisten könnte, Stichwort "Buenvivir", klingt einfach, wäre es eigentlich auch, ist es aber dann oft doch nicht ;) Nun, da haben wir noch ein bisschen Weg vor uns, let's go! :) https://www.mehr-demokratie.de/nachrichten/einzelansicht/die-zerrissene-gesellschaft-ideen-fuer-eine-resiliente-demokratie http://www.agspak.de/pluriversum/
peter, 5. April 2024 um 23:14 Uhr Aktive Senioren, geht doch mit euren Enkeln auf der Boppiwiese Fussballspielen?! Paradox, dass ausgerechnet die alternative Fussball-Liga von Links-Grün nicht unterstützt wird. Oder spielen die auch auf einem 60m Spielfeld? Nachhaltig wäre grundsätzlich weniger zu bauen, sowie dafür zu sorgen, dass alle genug verdienen, dass Familien es sich wieder leisten können, dass jemand zu Hause die Kinder in Empfang nehmen kann. Das wäre in meinem Verständnis "links".
Reto Voneschen, 5. April 2024 um 18:56 Uhr Ich gehe mit Tobias Lüchinger einig: So einfach, wie es sich Medienkommentare (und Mitteilungen zu Parolenfassungen von Stadtparteien) machen, ist die Abstimmungsvorlage zur Wiese im Boppartshof nicht wirklich. Es ist sogar ein echtes Dilemma. Wie bei der Sömmerliwiese gilt: Eine Wiese im Siedlungsgebiet, die teilweise durch eine Überbauung verkleinert wird, wird nie mehr grösser. Das gilt - wenn man's in Grünstubstanz rechnet - auch im Fall Boppartshof trotz der relativ langfristig in Aussicht gestellten Aufwertung des heutigen Standort des Provisoriums der Tagesbetreuung (wenn die Baracke nicht aufgrund von "Sachzwängen" dann sowieso nicht abgebrochen, sondern zum Schulprovidurium wird). Planungsmurks von Stadtrat und Bauverwaltung hat nach dem Volksentscheid zur Sömmerliwiese dazu geführt, dass das dringend nötige Ersatzprojekt für die Tagesbetreuung jahrelange verschleppt wurde; Abstimmung 2017, Einweihung Neubau soll frühestens 2030 sein. Wenn man davon ausgeht, dass so etwas auch nach einem Ja zur Umzonung der Boppiwiese geschehen könnte, verstehe ich, dass viele guten Gewissens am 14. April nicht mehr Ja stimmen können. Das ist bedenklich. So wird die direkte Demokratie auf lokaler Ebene ad absurdum geführt. Das ärgert mich am meisten an diesem Abstimmungstermin...
Ans Duquesne, 5. April 2024 um 14:50 Uhr Die Welt hat sich verändert. Unsere (Enkel-)Kinder wissen nicht, wie es vor 50 Jahre war, zur Schule zu gehen. Das Schulhaus Boppartshof war gerade gebaut worden mit einem weisen vorausschauenden Blick: Genug Landreserven, um die Schule erweitern zu können. Die Kinder konnten damals selbstständig zu Fuss zur Schule gehen, denn es hatte wenig Verkehr und es gab auch noch keinen Stadtbus zum Wolfganghof. Die Kinder kamen zum Mittagessen nach Hause und am Nachmittag war Mama oder eine Nachbarin immer da. Aber die Zeiten haben sich geändert. Die heutigen Mütter wollen (verständlicherweise) nicht mehr nur zu Hause bleiben, sondern den erlernten Beruf weiterhin ausüben. Dazu braucht es Kitas und eine Tagesbetreuung in der Nähe der Schule. Oftmals wünschen sich beide Elternteile einen 80%-Job, um die Kinderbetreuung zu meistern. Dies ist mit Kita und Tagesbetreuung bei der Schule sowie mit Hilfe der Grosseltern möglich. Eine neue Tagesbetreuung auf dem Schulareal ist akut. Die unmittelbare Nähe zum Schulgebäude Boppartshof ist zwingend. Sie kann somit auch für Unterrichtsstunden genützt werden, zum Beispiel während Umbauten im Schulhaus. Nur wenige (Enkel-)Kinder finden uns Senioren altmodisch, oft finden sie es lässig, wenn es um Basteln oder Lego bauen mit den Grosseltern geht und viele helfen gerne beim Kochen mit. Aber megacool ist es, draussen mit den Grosseltern Zeit zu verbringen. Wenn der Grossvater von der Rutschbahn rutscht oder wenn sie mit Oma durchs Weidentunnel kriechen können und wenn Gotte Basketball spielen lernt. Wir „Jung-Senioren“ sitzen nicht auf einem Bänkli, wir sind gerne mit (Enkel-)Kindern aktiv draussen. Mit einem Neubau der Tagesbetreuung - unmittelbar beim Schulhaus Boppartshof - wird der Aussenraum zusätzlich massiv aufgewertet, geeignet für «Jung und Alt» und er liegt zentral im Quartier. Also Senioren*innen, zweifelt Ihr noch? Ich hoffe, ich konnte Euch überzeugen, dass die Tagesbetreuung möglichst bald gebaut werden kann und nicht auf dem Abstellgleis landet. Stimmt bitte NEIN zur Umzonung der Boppiwiese in eine Grünzone. Und dann noch dies: Überall werden Fehler gemacht. So auch bei Kommunikation im Anfang der Planung der Tagesbetreuung Boppartshof. Wir können jetzt trötzeln, aber dann verschiebt sich das Projekt um viele Jahre. Ob wir dann noch mit den Enkeln draussen herumtoben können oder nur noch auf einem Bänkli sitzen können?!
Tobias Lüchinger, 5. April 2024 um 13:21 Uhr Semi-einverstanden. Das Vorgehen der Initianten mag Fragen aufwerfen, das Vorgehen der Stadt allerdings auch. Die zur Abstimmung unterbreitete Lösung wird von der Stadt u.a. damit beworben, dass wegen der Topographie zwei Stockwerke mit direktem Aussenzugang versehen werden könnten, während die geprüfte Variante Nord wegen der Hanglage als ungünstig für Spielflächen beurteilt wird - einmal Hanglage positiv, einmal negativ? Weiter gibt's im Boppartshof leider keine wirklichen Fussballvereine. In Rotmonten hat sich der FC Rotmonten komplett quergestellt gegen die Nutzung der Spielwiese für den Erweiterungsbau für die Tagesbetreuung und quer durch das Quartier Stimmen mobilisiert. Ungünstig diesbezüglich, dass die Boppiwiese nur von Vereinen der Alternativen Fussballliga genutzt wird, die kein Gewicht haben. Sonst hätten sich wohl auch offizielle Vereine für das Freihalten dieser Grünfläche eingesetzt, was dem Diskurs eine andere Note verliehen hätte. (Ja, in Rotmonten steht eine unbestritten bessere Alternative zur Verfügung, ich weiss.) In der Pauschalität von David Gadzes Kommentar bin ich daher nicht mit ihm einverstanden. In der Quintessenz, nämlich der Ablehnung der Initiative, hingegen schon. Es ist ein etwas saurer Apfel, in den das Quartier beissen muss, aber zugunsten einer langfristigen, nachhaltigen Lösung für alle.