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Saiten im Mai: Können alle tragen.

Ein Heft über die Ostschweizer Textilindustrie. Früher, heute und morgen. Ausserdem: Interviews. Zu Journalismus, der Wiler Moschee und jungen Freiwilligen im Kulturkuchen.
Von  Redaktion Saiten
Die Bilder zum Titelthema stammen von Samuel Bänziger.

Wie viele Kleidergeschäfte gibt es in der St.Galler Innenstadt – noch enger gefasst: in der historischen Altstadt zwischen Unterem und Oberem Graben, Spisertor und Schibenertor, also ohne Neumarkt und Co.? Wir haben sie gezählt und gestaunt: Es sind rund 80, Schuhgeschäfte nicht mitgezählt. Rechnet man hinzu, dass, wo immer ein Laden zugeht, ein Modeladen aufgeht, so könnten es bald 100 sein.

Kein Wunder, sagt der naive Beobachter: St.Gallen ist schliesslich die Textilmetropole Nummer eins. Falsch, antwortet die Kennerin: Von den Kleidern, die in all den Boutiquen feilgeboten werden, stammt kaum noch eins aus hiesiger Produktion. Über die Schattenseiten des globalisierten, intransparenten und vielerorts ausbeuterischen Fashion-Business hat Saiten schon früher berichtet (Nr. 234 im Mai 2014); Hintergründe dazu auch im Dossier «Faire Mode» auf saiten.ch.

Aber: Die Ostschweizer Textilindustrie gibt es noch immer, und sie produziert auch. Der textilen Ostschweiz, ihrer Geschichte und ihrer Gegenwart widmen sich von Mai bis Oktober gleich acht Museen in Appenzell Ausserrhoden und St.Gallen. Die Gemeinschaftsausstellung trägt den Titel «iigfädlet».

Saiten nimmt den Faden in diesem Heft, das in Kooperation mit «iigfädlet» entstanden ist, seinerseits auf. Wir stellen junge Fachleute vor, die sich trotz der Talfahrt der Branche für einen Textilberuf entscheiden und zum Teil sehr eigenwillige Wege gehen. Wir fragen 
nach Motivation und Ausbildungssituation und gehen dem Trend zum Selberschneidern nach. Manche der hier Porträtierten trifft man in der «iigfädlet»Ausstellung wieder an, insbesondere im Zeughaus Teufen unter dem schönen Slogan «Kleider machen Leute machen Kleider». Ein weiterer Schwerpunkt sind die High-Tech-Produkte und -Technologien, mit denen wir teils tagtäglich zu tun haben, ohne es zu wissen und zu merken – Textilien, 
die mit Hemd und Hose kaum noch etwas zu tun haben, dafür mit Handy oder Hausbau.

Schliesslich ist die Zürcher Modebloggerin Andrea Monica Hug (chic-in-zurich.ch) für Saiten nach St.Gallen gekommen und hat Passantinnen und Passanten zu Kleidung und Mode befragt. Gejuckt hat uns und sie dabei die Frage: Ist St.Gallen nicht nur auf den Catwalks von Paris und New York Spitze, sondern auch in der Spiser- und in der Multergasse? Sage mir, was du trägst, und
ich sage dir, wer du bist: So simpel fällt die Antwort natürlich nicht aus, aber
es scheint doch, dass der St.Galler Pragmatismus sich auch in Kleiderdingen durchsetzt…

Unser Dank gilt der Geschäftsleiterin von «iigfädlet», Isabelle Chappuis für
 ihre Anregungen und ihre Unterstützung. Die paar Fäden in diesem Heft lassen
 sich weiter spinnen; bis Ende Oktober kann man sich an acht Orten schlau machen über die industrielle Kultur der Ostschweiz, die Sozialgeschichte und die Menschen, die sie geprägt haben und von ihr geprägt wurden. Es ist eine Geschichte, die, wie Chappuis in der Begleitpublikation zur Ausstellung schreibt, «Erzählstoff ohne Ende» liefert.

Andere Fäden im Heft: die CVP 
und ihre Kulturpolitik, die Jugendbeiz und ihre Betreiber, das Project R und seine Medienvision, Wil und seine Moschee. Und ein Gedicht für Obama.

Peter Surber

 

Der Inhalt:

Reaktionen/Positionen
Blickwinkel 
von Wassili Widmer
Stadtpunkt von Dani Fels
Stimmrecht von Gülistan Aslan
Redeplatz mit Matea Vom Sufo
Gastrecht
 von That Fucking Sara
Herr Sutter sorgt sich… von Bernhard Thöny
Evil Dad von Marcel Müller

Können alle tragen.

Von der «Fabrique» zum Touchscreen
Thomas Fuchs vom Museum Herisau über die Appenzeller Textilgeschichte und die «iigfädlet»-Ausstellung.
von Peter Surber

«iigfädlet». Die Infos.

Weitergesponnen
Wie die Ostschweizer Textilindustrie ihr ursprüngliches Handwerk in die Zukunft rettet.
von Cathrin Caprez

Kleider für Frauen mit Formen
Auf Besuch im St.Galler Couture-Lehratelier.
von Corinne Riedener

Chic in St.Gallen
Streetstyle-Bloggerin aus Zürich meets Gallusstadt.
von Andrea Monica Hug

Comicfiguren, Rebellinnen, brennende Schuhe
Fünf junge Designer mit Wurzeln in der Ostschweiz.
von Frédéric Zwicker

Werft die Kleider aus dem Fenster
Selbernähen ist so beliebt wie lange nicht mehr.
von Nina Rudnicki

Die Bilder zum Titelthema stammen von Samuel Bänziger.

Perspektiven

Journalismus & Zukunft
Die «Republik»: Mitgründer Christof Moser im Interview.
von Corinne Riedener

Flaschenpost
von Bianca Pedrina und Amira Hanafi aus dem Alpenhof

#Saitenfährtein: Wil
Imam Bekim Alimi im Gespräch.
von Frédéric Zwicker

Politik & Kultur
Was treibt CVP-Kantonsrätin Yvonne Suter um? Ein Porträt.
von Sina Bühler

Kultur

Talhof und Flon feiern Jubiläum: Das Interview mit fünf Jugendlichen aus den Betriebsgruppen.
von Corinne Riedener

Der Cirque de Loin macht Estival.
von Michael Felix Grieder

Rap: Princess Nokia im Palace.
von Corinne Riedener

Jan Heller Levis Gedicht Dear President Obama.
von Florian Vetsch


Das Wanderbuch Sonnenlüfte atmen.
von Richard Butz

Der Kulturparcours – quer durch die Ostschweiz.

Mixologie
von Niklaus Reichle und Philipp Grob

Am Schalter im April: Die «Republik».

Abgesang

Kehl buchstabiert die Ostschweiz
Kellers Geschichten
Der Dachs
Kreuzweiseworte

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2606 Redeplatz Matthias Peter

Für ei­nen Mo­ment be­rührt

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Mu­si­ka­li­sches Fest zum 150.

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Die dies­jäh­ri­ge Kul­tur­lands­ge­mein­de fin­det ent­lang der Bahn­li­nie zwi­schen Gos­sau und Was­ser­au­en statt. Es ist ein in­ter­dis­zi­pli­nä­res Ex­pe­ri­m­ent­zwi­schen Kunst, Ge­sell­schaft und Ak­ti­vis­mus. Aus­ser­dem stellt die Kul­tur­lands­ge­mein­de künst­le­risch und or­ga­ni­sa­to­risch die Wei­chen für die Zu­kunft.

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Seit 40 Jah­ren macht die Bi­blio­thek Wy­bora­da in St.Gal­len sicht­bar, was lan­ge fehl­te: Li­te­ra­tur von und über Frau­en. Heu­te sind Au­torin­nen und fe­mi­nis­ti­sche The­men zwar stär­ker prä­sent in der Öf­fent­lich­keit, doch die Re­le­vanz der Bi­blio­thek ist nach wie vor gross.

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2605 Wyborada Laura Tura room

Or­ches­trier­ter An­griff ge­gen ex­ter­nen Auf­klä­rungs­un­ter­richt 

Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on grei­fen SVP und EDU im St.Gal­ler Kan­tons­rat den aus­ser­schu­li­schen Auf­klä­rungs­un­ter­richt an. Und mit Un­ter­stüt­zung des «Leh­rer­netz­werks Schweiz» wol­len El­tern aus Büt­schwil ei­ne Mit­ar­bei­te­rin der Fach­stel­le für Aids- und Se­xu­al­fra­gen vor Ge­richt brin­gen. Da­hin­ter steckt ei­ne or­ches­trier­te Ak­ti­on.

Von  René Hornung
2502 Aufklaerung Badges Inv nr 1300

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Von  Lilli Kim Schreiber
Heiden Festival Nicoals Senn Tom Rigney USA

Naturmuseum Thurgau

Der Grim­bart zum An­fas­sen

Von  Vera Zatti
Dachs Illustration quer def 1

Ein Ber­ner in St.Gal­len

Das St.Gal­ler Thea­ter Trou­vail­le ent­deckt den Mu­si­ker und Ju­ris­ten Ma­ni Mat­ter neu. «’S isch ei­nisch ei­ne gsy»– 90 Jah­re Ma­ni Mat­ter ver­bin­det zahl­rei­che Lie­der und li­te­ra­ri­sche Tex­te des Ber­ners zu ei­nem abend­fül­len­den Pro­gramm. Sai­ten hat mit dem Thea­ter­lei­ter Mat­thi­as Flü­cki­ger ge­spro­chen.

Von  Vera Zatti
Mani Matter Pressefoto

Ein Kurz­trip durch Schein­wel­ten

Vier Jah­re nach ih­rem De­büt keh­ren Lev Ti­gro­vich mit ei­ner neu­en EP zu­rück. Die­se han­delt von Kon­troll­ver­lust, Il­lu­sio­nen und gros­sen Ge­füh­len – und ent­hält erst­mals ei­nen Song, der nicht auf Rus­sisch ge­sun­gen ist.

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Lev Tigrovich Press Photo 4 Lena Frei