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Aus dem Schatten des Panda-Lichts

Mit seiner EP Lass mich los wagt sich Panda-Lux-Sänger Silvan Kuntz erstmals auf Solopfade. Als Begleiterin stand ihm Sophie Hunger zur Seite. Entstanden ist ein wunderbares Pop-Kurzalbum.
Von  David Gadze
Silvan Kuntz alias San Silvan (Bild: pd/Luis Rojas)

Wer einen Song sucht, der als Soundtrack für diese melancholische Stimmung beim Übergang vom (dieses Jahr besonders langen) Sommer zum Herbst passt, soll es mal mit Samba versuchen, der ersten Single aus der Debüt-EP Lass mich los von San Silvan, die heute erscheint. Die Musik ist sonnig-warm und hat einen fröhlichen Vibe. Der Text hingegen ist nachdenklich, ja schwermütig.

Ich vermiss’ die Sonne und das Licht
Die Hitze, die mich frisst
Mich ausspuckt auf den Asphalt
Im Innern ist mir noch kalt
Ich vermiss’ den Antrieb und die Lust
Die mich nach draussen trägt, auch wenn sie nicht muss

Es ist kein sanfter Einstieg. Es geht um das Wiederfinden der Lebensfreude, und zwar nicht einfach nach einem miesen Arbeitstag, den man einfach abhaken kann, sondern wenn man über längere Zeit aus der Dunkelheit nicht herausfindet.

Auch in den anderen fünf Stücken singt San Silvan mit seiner hellen und sanften hohen Stimme von Sehnsüchten, von Verlust, von unerfüllter Liebe, von kleinen Hilferufen im Alltag. Und doch schwingt in seinen Texten immer etwas Hoffnungsvolles mit. Trauer und Trost, Hand in Hand.

Stimme und Gitarre in den Vordergund rücken

San Silvan ist das Soloprojekt von Silvan Kuntz, Sänger der Indie-Gruppe Panda Lux. Vor einigen Jahren begann der 29-Jährige, der an der Kanti Trogen Gitarre unterrichtet, aber seit einigen Jahren in Zürich lebt, einige Songskizzen für sich zu behalten. «Bei Panda Lux bringe ich eine Idee mit Gitarre und Gesang in die Band, dann verwandeln wir sie zu etwas komplett Neuem», erzählt Kuntz. «In mir keimte jedoch der Wunsch, den Fokus auf Musik zu legen, in der meine Stimme und meine Gitarre im Vordergrund stehen.»

So ist auch das Riff von Samba, das während der Ferien mit der Familie an der Nordsee entstand, etwa zehn Jahre alt. «Ich fand lange aber einfach keinen Weg, um daraus einen Song zu bauen», sagt Kuntz. Er holt sein Handy hervor und spielt eine alte Demo-Aufnahme ab. Das Grundgerüst ist erkennbar, auch die Zeile «Gin Tonic in der Hand» hat überlebt.

Sophie Hungers Hilfe

Die Initialzündung für die EP erfolgte im September 2020. An der Musikhochschule Luzern, wo Silvan Kuntz seinen Master in klassischer Gitarre machte, gab Sophie Hunger einen Meisterkurs zum Thema Songwriting. Die Stücke, die der Musiker in den Unterricht mitbrachte, fand sie sehr interessant – und bot ihm prompt ihre Hilfe an. Ihm bedeutete das unglaublich viel: «Sie ist eine Inspiration für mich, seit ich klein bin.»

Anfang 2021, mitten im zweiten Lockdown während der Coronapandemie, reiste Kuntz nach Berlin. Während drei Tagen arbeitete er dort mit Hunger an den Stücken. Zusammen feilten sie an den Arrangements und an den Texten. Wenig später schickte ihr Kuntz die Aufnahmen der neuen Songs zurück.

Die Antwort war ein riesiger Dämpfer: Alles sei in einem ähnlichen Mood, er solle doch nochmal weitere Songs schreiben. «Diese Rückmeldung verunsicherte mich so sehr, dass ich mehrere Wochen lang richtiggehend blockiert war», erzählt Kuntz. Erst im ein paar Monate später war er so weit, neue Lieder zu schreiben. Diesmal fand auch Sophie Hunger Gefallen an den Songs.

Sechs schöne Pop-Perlen

Aufgenommen wurde Lass mich los Anfang 2022 in Hungers Studio in der Romandie. Die Musikerin holte kurzerhand ihren Drummer Julian Sartorius und ihren Pianisten Alexis Anérilles zu den Aufnahmen hinzu. Mit Hunger selbst gibt es auf Lass mich los jedoch kein Duett, zumindest kein gesangliches. Sie ist allerdings in zwei Songs (Samba und Blätter) im Hintergrundgesang und in Nichts ist sie an der Gitarre zu hören.

Entstanden sind sechs schöne Pop-Perlen, die liebevoll arrangiert sind und in denen man auch nach mehrmaligem Hören neue Details entdeckt. Es lohnt sich, in das knapp 20-minütige Werk einzutauchen.

Und es gibt bereits neue San-Silvan-Songs. Diese könnten schon im nächsten Jahr das Licht der Welt erblicken. Doch zuerst wird es neues Material von Panda Lux und Hoehn, dem Duo der beiden Kuntz-Brüder Silvan und Samuel, geben. Bis es so weit ist, ist Lass mich los ein wunderbarer Begleiter. Nicht nur durch den Herbst.

San Silvan: Lass mich los (Two Gentlemen), ist ab heute auf Vinyl sowie auf allen gängigen digitalen Plattformen erhältlich.

Live: 9. November, 21 Uhr, Helsinki Zürich

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Stephan Kuntz,  

welch ein Leuchten über den Gitarren
wunderbare Musik von drei zauberhaften Inseln,die bei Ebbe sichtbar miteinander verbunden sind… gemeinsam musizieren
mündet ins Genießen geteilter schöpferischer Freude…San Silvan, Hoehn und Panda Lux
platzen vor Glück…ein Gesamtkunstwerk
legt Spuren in den Sand
Stephan Kuntz
größte lebender Fan und glücklicher Vater von Silvan und Samuel

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