«Es gibt so viele Alben mit verschiedenen Songs, die alle gleich klingen – wir wollten das Gegenteil ausprobieren: ein Album mit dem gleichen Song in neun verschiedenen Versionen, jede davon eine neue Welt.» Das schreiben Panda Lux in den Infos zu ihrem neuen Album Blumen I-IX, das sie selbst als «ein Plädoyer gegen die Generation ‹Hedonismus um jeden Preis›» bezeichnen. Es geht um Vergänglichkeit, um die Klimakrise, um Konsum und um die Zerstörung des Planeten und damit unserer Lebensgrundlage.
Mit Blumen I-IX haben Panda Lux ein Konzeptalbum geschaffen, dessen stilistische, klangliche und stimmungsmässige Vielfalt beeindruckend ist – und das auch noch verdammt gut produziert ist. Schon die vor einem Jahr veröffentlichte Ursprungsversion – das erste Stück des Albums – ist ein sauguter Song, aus dessen Samen die Rorschacher acht weitere prächtige Blumen gezüchtet haben.
Songtext als Klammer
«Ich habe Blumen mitgebracht / Nur die schönsten aus dem Regal / Nicht selbst gepflückt, dafür selbst bezahlt / Ich leg’ sie nieder auf das Grab, das wir uns schaufeln / Jeden Tag. (…) Was wär’ unsere Zeit nur ohne Hirn / Wir wären bereit, wir wären befreit von dieser Welt und unseren Taten / Ja, mein Glaube an Unendlichkeit ist so klein wie meine Männlichkeit / Wir giessen Öl ins Feuer / Wie können wir uns noch schneller, noch schneller zerstören.»
Panda Lux: Blumen I-IX (Orange Peel Records), erschienen am 9. Dezember 2022 auf Bandcamp und anderen Plattformen
pandalux.ch
Diese Zeilen bilden gewissermassen die Klammer, die die verschiedenen Versionen zusammenhält, sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die neun Stücke, die unterschiedlicher nicht sein könnten: als Spoken-Word-Version, als Choral, als elektronischer Remix des Cellisten und Produzenten Jo Flüeler alias Aktomis – der wohl extremsten Version auf dem ganzen Album – oder als wunderbare Instrumental-Interpretation des Koraspielers Tarang Cissokho von Siselabonga.
Zusammenarbeit mit Manuel Stahlberger
Dazu kommen noch die beiden Versionen, bei denen Panda Lux mit Manuel Stahlberger und der deutschen Singer/Songwriterin Mine zusammengearbeitet haben. Während Stahlberger davon singt, wie er als Oktopus Pierre in den eigenen vier Wänden lebt und sich mit allem Lebensnotwendigen übers Internet versorgt, erzählt Mine davon, dass wir uns Zucker in unser Blut spritzen und uns so selber sedieren, während wir langsam verwelken.
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Gastkommentar von Jacques Michel Conrad
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