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Ein Camp nur für Frauen

Aus dem Novemberheft: Stimmrecht-Kolumnistin Gülistan Aslan über die Auseinandersetzung mit starren Rollenbildern und die Potenziale von Safe Spaces.
Von  Gastbeitrag
Gülistan Aslan, fotografiert von Ladina Bischof.

Ende September machten sich 180 Frauen und 25 Kinder aus verschiedenen Regionen der Schweiz (darunter 37 Frauen und 12 Kinder aus der Ostschweiz) auf den Weg und verbrachten drei Tage im Rahmen eines exklusiven Frauencamps in Adelboden, wo sie unter sich bleiben konnten, um sich in aller Ruhe miteinander und mit sich selbst zu beschäftigen.

Die Stimmung war äusserst friedlich, da sich die Frauen ohne Druck des feudalistischen, männlichen Geschlechtes mit ihrer eigenen Identität auseinandersetzen konnten. Im Tagesprogramm wurden natürlich auch Themen wie die Freiheit der Frau und der Druck der feudalistischen Männer behandelt, daneben auch das Verhältnis zwischen Mutter und Kind sowie das Bild der Frau in der Gesellschaft.

Einer der wichtigsten Punkte war, dass das kapitalistische System der Gesellschaft, insbesondere bei den Männern, ein spezifisches Bild der Frau in den Kopf setzt. Wer bestimmt die Schönheit der Frau? Wie muss sich die Frau in der Gesellschaft verhalten? Wer bestimmt das?

Diese Fragen beeinflussen sowohl das System wie auch die Gedanken der Menschen. Darüber haben die Frauen stundenlang vertieft und angeregt diskutiert. Viele Teilnehmerinnen haben auch von ihrer eigenen Lebenssituation erzählt, von den Lebenserfahrungen mit dem Ehemann, dem Partner, dem Chef, dem Vater oder dem grossen Bruder. Weiter wurden Methoden der Selbstverteidigung für Frauen vorgestellt, damit sich die Frauen in ihrem Alltag verteidigen können, sprachlich wie körperlich.

Ausserdem haben sie in den Tagen auch mit einer Sängerin zusammen Lieder gesungen und getanzt. All das half den Teilnehmerinnen, mehr Selbstvertrauen und ein Gefühl der Sicherheit zu gewinnen. Ein guter Anfang, darum braucht es mehr solche Camps!

Gülistan Aslan, 1979, ist vor zwei Jahren aus Bitlis (Kurdistan) in die Schweiz gekommen, lebt in Herisau und ist Co-Präsidentin des Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrum St.Gallen und Teil des kurdischen Frauenbüros für Frieden e.V.. Sie schreibt seit Januar die Stimmrecht-Kolumne in Saiten, die Texte werden aus dem Kurdischen übersetzt.

Dieser Beitrag erschien im Novemberheft von Saiten.

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