«Es ist sehr bedenklich, wenn 15 Personen bei einer Schlussabstimmung fehlen. Man kennt die Termine schliesslich jahrelang im voraus. In der SVP-Fraktion gab es zwei Personen, die nicht abgestimmt haben – bei der SP waren fünf von insgesamt 24 Fraktionsmitgliedern abwesend. Dieses Resultat ist also nicht zufällig entstanden.»
Michael Götte auf die Frage, wie es zum Klanghaus-Nein gekommen ist.
«Das KKL in Luzern wird jährlich mit 5 Millionen unterstützt, erwirtschaftet aber rund 35 Millionen Franken. Bei der Klangwelt Toggenburg haben wir etwa 3,5 bis 4 Millionen Wertschöpfung jedes Jahr. Der Betriebsbeitrag des Kantons von jährlich 330’000 Franken könnte sich also verzehnfachen – das ist Wertschöpfung!»
Peter Roth zum Nutzen des Klanghauses.
Katrin Meier über die Dimensionen kantonaler Ausgaben und Sparpakete.
«Jeder Kulturfranken, der weniger ausgegeben wird, tut jemandem sehr, sehr, sehr weh. Darum ist es hochgradig unfair, die ohnehin schon schlecht verdienenden Kulturschaffenden gegen die staatlichen Angestellten auszuspielen.»
Etrit Hasler über Michael Göttes neue «Gewerkschaftsfreunde», kantonale Sparmassnahmen und deren Auswirkungen auf öffentliche Gelder.
«Ich bin froh, dass wir heute hier sind. Weil ich denke, dass es hilfreich wäre, wenn mehr Kulturschaffende und Veranstalter in den politischen Gremien sässen.»
Katrin Meier über die Vertretung der Kultur in der Politik.
Peter Roth über das Engagement der Kulturschaffenden.
«Die Plafonierung der Kulturgelder ist schwerwiegend – leider hat das in der Kulturszene noch kaum jemand mitbekommen. Ich kann jedem und jeder nur empfehlen, die Kürzestdebatte darüber nochmal nachzuhören. Der SVP-Fraktionssprecher hat es tatsächlich geschafft, die Plafonierung mit den Worten zu begründen: «Weil das Sinn macht.» – Bessere Argumente braucht es offenbar nicht…»
Etrit Hasler zur Wortkargheit der Gegner.
«30 Jahre lang haben wir beim Kanton versucht, aus der Verwaltung heraus eine Verbesserung für die Bibliotheken zu erreichen. Es ist nie gelungen. Nachdem die Bibliotheksinitiative mit bester Lobbyarbeit lanciert und auch angenommen wurde, hat es zwei Jahre gedauert und die Bibliothek in der Hauptpost konnte eröffnet werden.»
Katrin Meier über Kulturoffensiven aus Verwaltung oder eben der Bevölkerung.
«Das Klanghausprojekt hatte einen wesentlichen Strickfehler: Das Gebäude wäre nur wenigen zugänglich, so wie ich das Konzept verstanden habe, aber es müsste für alle offen sein.»
Michael Götte, neu auch «für alle statt für wenige».
«Das Haus wäre zweimal täglich offen und die Kurse von Klangwelt Toggenburg sind allen zugänglich.»
Peter Roth korrigiert die Fakten.
«Niemals. Dafür ist die Idee viel zu stark. Und sie ist einzigartig. Es gibt Dinge, die zu gut sind, um zu sterben, und dazu gehört auch das Klanghaus. Die Frage ist: Was ist denn ein Klanghaus? Wenn man ein Hühnerhaus baut, weiss man, es braucht eine Stange, ein paar Nester und Futter. Da kann noch jeder mitreden. Wenn man ein Bienenhaus bauen will, wird schon etwas schwieriger. Wie muss es eingerichtet sein, dass sich die Tiere dort gut entwickeln? Wenn man ein Klanghaus bauen will, muss sich der Klang dort drin wohlfühlen und sich entwickeln. Früher wurden Kirchen als Klangräume gebaut. Später ist man auf die Idee gekommen, dort auch zu predigen, aber ursprünglich waren das Klangräume.»
Peter Roth auf die Frage, ob das Klanghaus nun doch nicht beerdigt wird.
Michael Götte auf die Publikumsfrage, wie denn die SVP-Strategie zur Förderung der Volksmusik aussehe.
Das Klanghaus Toggenburg ist auf dem Weg. Bisher wurde im Hintergrund gearbeitet, jetzt gehen die Promotoren an die Öffentlichkeit und werben für das 28-Millionen-Projekt. Informationen von Michael Hug.
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.