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«I’m only human»

«Human – eine gewisse Ungewissheit in mir»: Vor Bildern aus der derzeitigen medialen Berichterstattung tanzen, singen und spielen 30 Jugendliche zwischen 16 und 22 Jahren auf eindrucksvolle Art ihre Gefühlswelt zwischen Festival und Flüchtlingskrise.
Von  Veronika Fischer
Bilder: Bjørn Jansen, Theater Konstanz

Wie fühlt sie sich an, die Welt zwischen Kindheit und Erwachsensein? Welche Themen sind aktuell? Blicke ich zurück, so ist es eine Zeit der grossen Unsicherheiten. Wie hat man auszusehen und sich zu benehmen? Wie reagiert man auf Ungerechtigkeiten, im Klassenzimmer, in der Welt? Wie reagiert man auf die erste Begegnung mit der Liebe? Erste Demos, erster Kuss, erste durchtanzte Nächte, erste Tränen wegen Oliver (oder war es Julian?). Wie fühlt es sich an, in dieser Zeit ein Teenager zu sein?

Wenn ich an mediale Katastrophen zurückdenke, fällt mir der Tod von Lady Di ein. Die Live-Übertragung der Beerdigung, ein Spektakel mit Elton Johns Candle in the Wind. Das waren emotionale Momente. Verändert hat sich dies drastisch mit dem elften September.

Vermutlich kann sich jeder und jede erinnern, wo er oder sie war, als die Nachricht eintraf. Fassungslos starrten alle auf die Bilder im Fernsehen, die immer und immer wieder Aufnahmen von einstürzenden Gebäuden zeigten und Menschen, die daraus in den Tod sprangen. Wie ist es aber, heute in dieser Phase des Lebens zu sein, wenn regelmässig Bilder von Terroranschlägen die Medienwelt fluten?

Paris, Nizza, Berlin, London, Manchester

Wie lebt es sich damit, wenn man ständig Nachrichten von ertrunkenen Flüchtlingen im Mittelmeer erhält oder von brennenden Unterkünften? Was passiert mit jungen, ungeformten, freien Denkweisen, wenn man mit einer Politik der Türkei, Russlands oder den USA konfrontiert wird?

30 Jugendliche des Tanzclubs am Jungen Theater Konstanz stehen auf der Bühne von Human – eine gewisse Ungewissheit in mir und erzählen mittels Tanz, Dialogen, Bildern und Musik aus ihrer Welt. Sie haben das Stück selbst konzipiert und knapp ein Jahr daran gearbeitet, zum Teil zwischen den Abiprüfungen.

Es geht ihnen um Halt, Sinnsuche, Sehnsucht und Fragen, die schwer zu beantworten sind. «Alles fühlt sich so weit weg an. Es ist nicht mein Leben, nicht mein Thema», heisst es in einem Statement. Dann fliegen, schweben, fallen die Darstellenden in ausdrucksstarken Choreographien (Ingrid Blomeyer-Wittig) in die Themen, die ihnen Angst bereiten: Abschiebungen, Einreiseverbote, Diktaturen und Terrorismus werden diametral Freiheit, Solidarität, Mitgefühl und Wut gegenübergestellt.

Wut als treibende Kraft des Stückes

Es ist ein kleines Kunststück, das den Jugendlichen unter Regie von Tanja Jäckel hier gelingt: Sie zeigen einen Umgang mit diesem Gefühl, das nicht zerstörerisch, blendend und hasspredigend fungiert, sondern nützen die Kraft aus der Mitte ihres Körpers, um etwas zu schaffen – Musik und Tanz.

Weitere Vorstellungen:
15. Juli, 20 Uhr, Spiegelhalle Konstanz und 16. September, Kantinale im Neuwerk Konstanz
theaterkonstanz.de

In verschiedenen Szenen wird mit rhythmisch bewegenden Körpern ausgedrückt, wo die Sprache ihre Vermittlungsfähigkeit verliert. So wird ein harmloses Ballspiel zum Abknallen, das Ticken der Uhr, des Vergänglichen, zum antreibenden Puls und Hilflosigkeit in Form von Lähmung zu Wut in Kraft und Energie umgewandelt.

Allen voran bewegt sich Sophia Foltin mit einem fantastischen Ausdruck über die Bühne und als wäre dem nicht genug, schwingt sie bei den musikalischen Stücken noch die Drums am Schlagzeug. Eine eigens für das Stück zusammengewürfelte Band spielt Stücke wie Cold Water von Damian Rice, Legendary von Welshly Arms, Human von Rag’n’Bone Man oder First Day of my life von Bright Eyes.

Hier glänzt Theo Hartmann als Frontsänger und Gitarrist mit einer Stimme, die mit ihrer Einfühlsamkeit und Verletzlichkeit Gänsehaut beschert. Ebenfalls Gänsehaut bekommt man, wenn Natalie Sumrah oder Pascale Marte das Mikrofon in die Hände bekommen. In ihrer Power erinnern sie an Pussy Riot und wenn sie ihre Stimmen erheben, wird abermals deutlich, wie aus Wut Wunderbares gemacht werden kann.

Das eindrückliche Stück zeigt in all seinen Facetten und persönlichen Gesichtern auf, dass in der Offenheit der Jugend deren grösste Stärke und zugleich auch die grösste Verletzlichkeit liegt. Wie sich die Darsteller eine Welt wünschen würden? Hierauf kommen Antworten, die von der Leichtigkeit eines Erdbeereises bis zu einem absoluten Füreinander einstehen reichen. Auch das wieder ein Sinnbild für die paradoxe Welt, in der wir heute aufwachsen.

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
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Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
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Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
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Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
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Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

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Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

Von  Andi Giger
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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land 2:3 – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

Von  SENF Kollektiv
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Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

Von  Daria Frick
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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

Von  Peter Surber
Charles Uzor photo Michel Canonica

Ma­schi­nen­in­tel­li­genz trifft den Ton, aber nicht die Mu­sik

An den Ap­pen­zel­ler Bach­ta­gen er­klär­te die Me­di­en­wis­sen­schaft­le­rin Mer­ce­des Bunz, wes­halb die künst­li­che In­tel­li­genz krea­tiv sein kann – und war­um sie den­noch grund­le­gend an­ders ar­bei­tet als der Mensch. 

Von  Philipp Bürkler
Bachtage ki und musik 1

Kunstausstellung

Kunst öff­net Tü­ren

Von  Vera Zatti
Arthur Stobete nah