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Neue Fassade für den Campus Platztor

Der künftige HSG-Campus am Platztor wird sich von aussen anders präsentieren als der Wettbewerbssieger, denn Glasfassaden vertragen sich nicht mit nachhaltigem Bauen. An einer Informationsveranstaltung von Stadt und Kanton zum Zwischenstand der Planungen zeigte sich, dass es noch einige offene Fragen gibt.
Von  René Hornung
Hier soll der Platztor-Campus zu stehen kommen. (Bild: co)

Der Stempel «Zwischenstand» prangt gross auf allen Plänen, die am Donnerstagabend im Weiterbildungszentrum Holzweid aufgehängt waren. Und alle Referenten von Kanton, Universität und Stadt betonten es immer wieder: Wir zeigen hier noch kein fertiges Projekt. Seit dem Wettbewerb, dessen Resultat im April 2021 vorgestellt wurde, haben sich einige Fragen geklärt – anderes ist noch nicht entschieden.

Zwei Dinge sind markant anders geworden: Die anfänglich herausgestrichene Transparenz des Neubaus mit dem Namen «Haus im Park» wird es von aussen nicht geben, denn schon die Jury hatte in ihrem Bericht die Glasfassade kritisiert und eine Überarbeitung verlangt. Inzwischen sei der Glasanteil reduziert worden und die Fassade bekommt aussen Sonnenschutzlamellen, um das Hitzeproblem im Sommer zu mildern. Wie diese Lamellen dann genau aussehen, ist einer der offenen Punkte.

Der zweite markant geänderte Punkt: Der Neubau wird ein Geschoss weniger haben, denn man entschied sich, die beiden Erdgeschosse – jenes, das an die St.Jakobstrasse anschliesst und jenes, das höher im Hang liegt –, etwas anzuheben. Doch damit würde der Bau die erlaubte Höhe überschreiten. Der Campus wird trotzdem hoch: Auf dem Dach wird es neben grösseren Technikaufbauten auch Solarpanels geben und von der nutzbaren Dachlandschaft bleibt nicht mehr viel übrig. Kompensiert wird der Verlust an Fläche durch den Verzicht auf ein Geschoss mit mehr Volumen, das in den Hang hinein gebaut wird.

Weniger Glas, mehr Solarpanels auf dem Dach: Das Platztor-Unigebäude, Planungsstand Januar 2023…

… und Planungsstand 2021 zum Vergleich. (Bilder: pd)

Das sei ja ein neues Projekt, wurde aus der Mitte der Besucher:innen angemerkt. Nein, lautete die Antwort von Ralph Hagen vom Baumanagement des Kantons. Zum einen sei der Wettbewerbsgewinner, der Zürcher Architekt Pascal Flammer, an den Planungen mit dabei und er habe ja den Auftrag zur Überarbeitung der Fassade gehabt. Zum anderen bleibe es im Innern bei dessen Vorschlägen: Es werde doppelgeschossige Raumeinheiten, sogenannte Clusters, geben, die intern verbunden sind und es bleibe bei der Aufgliederung und flexiblen Nutzung für Lehre und Forschung. Die beiden unteren Geschosse bleiben öffentlich zugänglich und werden mit Cafés und Restaurants der Stadtbevölkerung offenstehen.

Auch bei der Idee des «Hauses im Park» will man bleiben: Entlang der St.Jakobstrasse und des Unteren Graben soll eine Baumallee gepflanzt werden. Auf der Hangseite soll ein Garten entstehen, wie er für Rosenberghäuser typisch ist. Klar bleibt aber, dass der Platz für einen eigentlichen Park sehr beschränkt ist.

Der Campus werde für 3’000 Studierende geplant, präzisierte Uni-Verwaltungsdirektor Bruno Hensler. Er soll helfen, die vielen Mietflächen zu reduzieren. Dazu nannte er Zahlen: Heute sind 45 Prozent der gesamten Uniflächen angemietet, in Zukunft sollen es noch 30 Prozent sein. Wie der Campus dann im Detail genutzt wird – er wird frühstens 2029 in Betrieb gehen können – müsse auch ein Stück weit offenbleiben, deshalb brauche es flexible Räume. Der universitäre Betrieb verändere sich eben laufend, so Henseler.

Verkehr und Zugang

Für die zahlreich anwesenden Quartierbewohner:innen waren nicht zuletzt die Fragen zum Zugang und zum Verkehr am Platztor von Interesse. Wolfgang Seez vom kantonalen Tiefbauamt erklärte, wie man neben den 40’000 Fahrzeugen, die täglich über diese Kreuzung fahren, auch noch Hunderte Studierende von einer Seite auf die andere bringen will. Zum einen wird eine neue Unterführung gebaut – 5,5 statt wie heute 3,5 Meter breit – mit neuen Zugängen auf beiden Seiten, samt Liften.

Zum anderen setzt man auf velofahrende Student:innen. Insgesamt 530 Veloplätze sind geplant, 350 davon in einer Velogarage, bei nur gerade 50 Autoplätzen. Die Velos werden auf allen drei am Platztor zusammenkommenden Strassen einen Lichtsignal-gesteuerten, ebenerdigen Übergang bekommen. Wer zu Fuss oben durch will, kann den (bestehenden) Übergang über die Torstrasse und einen neuen über die St.Jakobstrasse nutzen. Modellrechnungen hätten gezeigt, dass es so funktionieren werde.

Weiter sei eine zusätzliche Treppe von der Böcklinstrasse hinauf auf den Rosenberg eine Option. Die Ideen einer Seilbahn oder eines Schräglifts als Verbindung zwischen den beiden Unistandorten sei dagegen nicht weiterverfolgt worden. Auf der Ostseite des Platztor-Areals bleibt die Unterführung Magniberg erhalten, doch einen Fussgängerstreifen wird es dort nicht geben. Er würde den Verkehrsfluss zu stark einschränken.

Zur Anbindung des Campus an die Stadt und die Uni auf dem Rosenberg taugt – so sie denn realisiert wird – auch die Passerelle über den Unteren Graben, die vom künftig grossen Parkhaus UG 25 neben die St.Mangenkirche führen soll. Auf der Bergseite, an der Müller-Friedbergstrasse, ist eine zusätzliche Busstation in Diskussion.

Ob diese Vorschläge wirklich so umgesetzt werden und dann auch funktionieren, wurde aus der Mitte des Publikums bezweifelt. Doch auch hier betonten die Verantwortlichen: Alles nur ein Zwischenstand.

Zum Abschluss erläuterte Stadtplaner Florian Kessler, wie es nun weiter geht. In den nächsten Wochen werde das Projekt weiterbearbeitet und voraussichtlich im Mai wird das öffentliche Mitwirkungsverfahren gestartet. Danach sind die Behörden am Zug, denn Zonenplanänderung, Sondernutzungsplan und die Umgestaltung der Strassen müssen von Kanton und Stadt genehmigt werden. Der eigentliche Bau beginne dann mit der Anpassung der Strassen, war zu erfahren, und dafür werde der Verkehr über einen Teil des Platztorareals umgeleitet. Bezugsbereit ist der neue Campus frühestens 2029.

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