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Ohne Saxophongedudel und billige Beats

Letztes Jahr auf dem Heimweg gehört, dieses Jahr live am Openair St.Gallen: Caribou. Zu viert statt alleine, weniger zuckerwattig und rauer als erwartet.
Von  Corinne Riedener
Petrus, du Depp.

Openair 2015, da gab es diesen Moment: Ich wankte auf der Rosenbergstrasse dem Morgenrot entgegen, meinem Bett entgegen, erleichtert, dass ich endlich weg war von all den Leuten im Sittertobel. Passend zu meiner versöhnlichen Stimmung lief im Kopfhörer Back Home von Dan Snaith alias Caribou.

Besagtes Stück ist auf Our Love, dem siebten, letzten Sommer erschienenen Album des Kanadiers zu finden und hat mich wirklich gröber geflasht beim Heimgang durchs stille St.Gallen – ein einziges, bassiges Crescendo, das sich irgendwann in Weite und Wohlgefallen auflöst.

Die anderen Tracks auf Our Love sind klassischer aufgebaut, poppiger und zuckerwattiger, aber niemals simpel. Es ist die Musik eines Elektronik-Nerds, der es ohne Saxophongedudel und billige Housbeats geschafft hat. Leider klingen Can’t do without you, All I Ever Need oder Our Love alle ähnlich ohrwurmig, und von den Vocals hätte es auch ein paar weniger vertragen, darum habe ich das Album auch irgendwann wieder weggelegt.

Trotzdem: Caribous melancholisch-verspielte Soundflächen sind wie geschaffen für einen Tanz mit den letzten Sonnenstrahlen vor der Sitterbühne – sofern das Wetter mitspielt. Doch Petrus hat uns wiedermal ganz übel im Regen stehen lassen gestern, und so haben sich nicht ganz so viele wie erwartet vor der Hauptbühne versammelt. Womöglich lag das auch am Italien-Deutschland-Match, der fast gleichzeitig begann.

Uns war beides egal, schliesslich hatten wir es gerade noch pünktlich wieder hinunter ins Tobel geschafft. Und da ich Caribou live bis jetzt immer verpasst habe, wollte ich mich ohnehin versichern, ob es stimmt, dass Dan Snaith, der ein bisschen aussieht wie ein spröder Bienenzüchter, gern ohne Schuhe auf der Bühne steht. Er trug orange Socken.

Besonders ist auch, dass Solokünstler Snaith bei Live-Konzerten von Caribou meist seine Bandkollegen Brad Weber, Ryan Smith und John Schmersal dabei hat, schon seit Jahren. Ganz in weiss standen die vier so kompakt beieinander, dass sie fast untergingen auf der riesigen Bühne, und schon nach den ersten Tönen war klar, dass wir hier nicht den bekannt-geschmeidigen Studiosound zu hören bekommen, sondern einen rauere, jamigere Caribou-Version. Und einen unfassbar guten Drummer.

So passte der Sound doch noch irgendwie zum Wetter. Und dieses passte wiederum zu Radiohead, die gleich danach spielten und Caribou schon häufiger als «Vorband» hatten. Thom York & Co. konnten mich dann allerdings nicht so recht überzeugen. Irgendwie hat mir die Power gefehlt, aber da gehen die Meinungen auseinander. Trotzdem war ich nicht die einzige, die sich gefragt hat, ob Radiohead wirklich der ideale Samstags-Headliner war zum 40. Geburtstag des St.Galler Openairs…

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… und komischen Dialekten folgen. Während andere vor der Sitterbühne den Klängen vonCaribou lauschten, versammelten sich mehrere hundert Fans vor der grossen LED-Leinwand am Abhang beim …

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