Hanss Dampff, 10. Juni 2017 um 09:29 Uhr All diese Hippigschpängstli in der korrekt lärmgepegelten und sauber gestrählten Nullstern-Welt. Ich glaube wir bräuchten alle einfach einmal so ein richtig zünftiges Bignik.
Steff Signer, 9. Juni 2017 um 05:21 Uhr Zur Revolution und KEINER geht hin Aktion im Stadtpark. Hier ein kleiner Auszug aus dem Kapitel “Die Hippiezeit“ aus meiner Biografie. Zeitpunkt Herbst 1970. “Das Jugendhaus in St. Gallen an der Katharinengasse bildete mit der Goliath Bar und der lokalen Institution Africana, einem zweistöckigen Club ohne Alkoholausschank, mit aktueller Musikbox und ab Mitte 60er mit regelmässigen Auftritten internationaler Bands den „Kreis“. Treffpunkt der trendigen Jungen und meist Weekend-Hippies, die unter der Woche eine geregelten Arbeit nachgingen oder in der Lehre waren, an den Wochenenden aber diesen Lifestyle zelebrierten. In dieser Zeit oder etwas später tauchte Urs Läuchli auf, mit dem ich mich in Trogen angefreundet hatte. Urs war Hardcore Linker, ein Anarchist mit extremsten Ansichten, Einzelgänger, keiner Partei angeschlossen und er kam mit dem Auftrag nach St. Gallen, das Africana besetzen zu wollen und es so „ins Volkseigentum zurückzuführen“. Ich fand das eine etwas abgefahrene Idee, zweifelte an der Solidarität der Weekend Hippies, aber entschloss mich, dabei mitzumachen. So verlas er an einem Olma Samstagnachmittag gegen vier Uhr nachmittags auf der Treppe des benachbarten Schuhgeschäftes sein Manifest, adressiert an die St. Galler Jugend. Die zahlreiche, vor dem Africana herumhängende Meute, nahm diese Message stoisch und ungläubig zur Kenntnis und als er konzis aufforderte: „St. Galler Jugend, mir nach“! waren Urs, ein Stadt bekannter Rocker namens Blacky und ich die einzigen, die in Richtung Eingang losmarschierten. Dort stand ein behäbiger Sekuritas und wollte uns die Einwehr verweigern. Urs verschaffte sich per Hechtsprung radikal Eingang und wir folgten ihm. Drinnen angekommen standen wir ratlos da und wussten nicht weiter. Nach einer Weile nervös Rauf- und Runtertigern, erschien die Polizei und während Urs und ich flüchten konnten, verhafteten sie Blacky. Das war eine der wenigen linken Aktionen in meinem Leben! Mit Urs Läuchli, heute Dr. Urs M Laeuchli, Mediator und Arbitrator in San Francisco, freundete ich mich 1969 in Trogen an, besuchte ihn oft im Zimmer seiner Pension, unweit des Dorfplatzes. Dort rauchten wir Joints und hörten Hot Rats von Frank Zappa.“