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Vom Eier-Ausbrüten: Teil III

Was erwarten
 Sie vom «neuen» Kunstmuseum St.Gallen? Und was würden
 Sie mit den neuen Räumen im Untergeschoss machen? Diese Fragen hat Saiten einer Reihe von Künstlerinnen und Künstlern sowie Kunstvermittlern gestellt. Teil III: Vera Marke, Sugar Mirko, Alex Meszmer und Ueli Vogt.
Von  Redaktion Saiten
Im unterirdischen Depot des Kunstmuseums fotografierte Jan Thoma.

Museen und Altersresidenzen

Eines vorneweg: Werde den Bartgeier im Untergeschoss des Museumsgebäudes vermissen.

Als Liebhaberin von Wunderkammern, universitären Sammlungen und Heimatmuseen schätze ich das krude Nebeneinander von Exponaten wie zum Beispiel der Mumie in der Stiftsbibliothek und bedaure den Auszug des Naturmuseums. Die Simultaneität von heterogenen Artefakten – unterschiedlicher Herkunft und Wertigkeiten – inspiriert als bunte Mischung heutige Kunstschaffende.

Die Tendenz läuft seit Jahren in die Gegenrichtung: Es werden landauf, landab eifrig Museen neu gebaut und bestehende erweitert. Museen und Altersresidenzen.

Die Synchronizität, so zumindest lehren uns Betrachtungsmodelle, legt einen Indizienteppich, der zum Verdacht führt, dass gleichzeitig Auftretendes miteinander zu tun hat. Wir leben in einem ordentlichen Land.

Das Museum erhält neue Räume, die es mit Inhalt zu füllen gilt. Erhält es auch mehr Mittel für den Betrieb? Ich wünsche dem Museum, dass nicht nur Millionen in Bauten gesteckt werden, sondern auch in Menschen und Zeit; Zeit zum besonnenen Forschen, Konzipieren, Nachdenken, Austauschen und Ankaufen.

Vera Marke, 1972, ist Künstlerin und lebt in Herisau.

 

Haucht
 dem unteren Stock Leben ein

Eine blosse räumliche Erweiterung des KuMu’s wäre verpuffte Energie. Erweitert euch in Inhalt und Form und zwar in Zusammenarbeit mit jüngeren Kunstschaffenden: dynamisch, naiv und spontan? Haucht dem unteren Stock Leben ein, denn er wurde lange Zeit nur vom Tod bewohnt.

Sugar Mirko, 1991, ist Künstler in St.Gallen.

 

Audience developing

Die Sammlung eines Kunstmuseums zu besuchen, heisst für mich alte Bekannte wieder zu treffen und sich darüber zu freuen, dass sie immer noch da sind.

Es ist die Konstante eines Museums, die es einem ermöglicht, aus der Eventhektik auszubrechen und einer gewissen Zeitlosigkeit zu frönen. So verstehe ich auch das «Endlich» als ein Ankommen, ein Zur-Ruhe-Kommen, das die etwas belanglose Monotonie der immer wieder neugeordneten Themenausstellungen aus der Sammlung durchbrechen kann.

Ein Kunstmuseum kann gar nicht gross genug
sein, und dass das Kunstmuseum St.Gallen jetzt mehr Platz zur Verfügung hat, ist ein Grund zu feiern. Gleichzeitig stehen auch Museen immer mehr unter Leistungs- und Legitimationsdruck und sehen sich gefordert zu beweisen, dass sie notwendig sind. Audience developing ist das Schlagwort für die Kultur auf der europäischen Ebene, und es bedeutet, dass Institutionen gefordert sind, aufzuzeigen, dass sie ein Publikum haben, dass sie auf ihr Publikum eingehen können und neue Publikumssegmente entwickeln können.

Ein solches Publikumssegment ist sicherlich
die regionale Kunstszene, und vielleicht wäre die Übergangszeit der perfekte Moment, sich mit dieser ein wenig mehr auseinanderzusetzen.

Alex Meszmer, 1969, ist Künstler, Kurator und zusammen mit seinem Partner Reto Müller Erfinder des Transitorischen Museums zu Pfyn.

 

Vom Eier-Ausbrüten

ENDLICH alleine, endlich keine Energie mehr an das Gemeinsame aufwenden müssen, endlich selber schuld und eigenverantwortlich sein für die Resonanz des Hauses.

Endlich können interdisziplinäre Projekte gezeigt werden, wie jetzt von Mark Dion, bei dem die Grenzen zwischen Kunst und Wissenschaft verwischt sind.

Endlich dem Phänomen nachleben, dass Dialoge mit anderen erst möglich scheinen, wenn diese weg sind. Man kann gespannt sein,
wie fruchtbar sich das Gleichgewicht zum nun nächsten musealen Nachbar, dem Historischen und Völkerkundemuseum entwickelt.

Endlich kann die Sammlung dauerhaft gezeigt werden, aber hoffentlich weiterhin so erfrischend wie bis anhin, Raumnot macht eben auch erfinderisch, in diesem Fall
für das Format der thematischen Sammlungsausstellung (wie die Korona des Hauses sehr selbstbewusst zu berichten weiss).

Endlich verfügt das Kunstmuseum über wenig definierte und nicht für Ausstellungen entwickelte Räume; interessanterweise verfügen die postmodernistischen Räume im Untergeschoss
des Kunklerbaus über eine runde Aussenwand, wie
auch in der LOK. Vielleicht werden hier bald kleinere
Eier ausgebrütet, um die dann dort weiter zu kultivieren.

Schlussendlich ist den bald auch noch neu zusammengesetzten Leuten im Kunstmuseum zu wünschen, dass sie den Schwung weiterführen und die nicht ganz einfachen Räume des ehemaligen Naturmuseums nutzen, so dass Wellen entstehen, die dann weit über die Kunstzone in der LOK hinausschwappen und uns wundern lassen …

Ueli Vogt, 1965, ist Leiter des Zeughauses Teufen und wohnt in St.Gallen.

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Mobilitaetsallianz 1 philipp buerkler

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Das Fi­gu­ren­thea­ter St.Gal­len wird 70. Was sich ver­än­dert hat, war­um Pup­pen Kin­der wie Er­wach­se­ne fas­zi­nie­ren und wie man auch Ju­gend­li­che er­rei­chen kann: ein Ge­spräch zum Ju­bi­lä­um.

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Mit Sound und Vi­su­als ge­gen den Öko­kol­laps

Die zwei­te Aus­ga­be des au­dio­vi­su­el­len Fes­ti­vals Su­s­ur­rus in der Mü­le­nen­schlucht wid­met sich der «mehr-als-mensch­li­chen» Mit­welt. Mit akus­ti­schen und per­for­ma­ti­ven In­ter­ven­tio­nen er­kun­det das Fes­ti­val neue For­men der Be­zie­hung zwi­schen Mensch und Na­tur. 

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Un­ter­schied und Wir­kung

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Fu­rio­ses Klang­ge­wit­ter

Mit dem En­sem­ble TAK aus New York gas­tier­te am Diens­tag ein Neue-Mu­sik-Quin­tett von Welt­rang im St.Gal­ler Kult­bau. Or­ga­ni­siert vom Zy­klus Con­tra­punkt, hät­te der Abend mehr Pu­bli­kum ver­dient. Ein Bubble-Pro­blem?

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Contrapunkt 1 martin fluege

Ne­an­der­tha­ler:in, ge­hüllt in Pink 

Das St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um öff­net in der neu­en Aus­stel­lung «Ste­reo­ty­pes: Ne­an­der­tha­le­rin» den Blick auf die­se Stein­zeit­men­schen. Die Schau mit viel Pink ver­knüpft ge­schickt Spiel mit Wis­sen­schaft und Ver­gan­gen­heit mit Ge­gen­wart.

Von  Vera Zatti
Stereotypes Kulturmuseum 2026 1

Neue Sai­son un­ter be­son­de­ren Vor­zei­chen

Das Thea­ter an der Gren­ze in Kreuz­lin­gen star­tet heu­te in die neue Spiel­zeit. Kürz­lich ver­starb die prä­gen­de Co-Prä­si­den­tin An­na Rink. Aus­ser­dem fällt der bis­he­ri­ge Spiel­ort im Kul­tur­zen­trum Kult-X bis En­de 2027 weg. Wie der Ver­ein die­se Hür­den meis­tert, er­zäh­len Prä­si­den­tin Vro­ni El­len­br­oek und Klaus Okraf­ka aus der Pro­gramm­lei­tung im In­ter­view.

Von  Judith Schuck
Theater an der Grenze Klaus Ofraka und Vroni Ellenbroek

FC St.Gal­len vs. FC Si­on – St. Gal­len un­ter­liegt Si­on mit 0:3

St. Gal­len star­te­te gut in die Par­tie, agier­te aber oft­mals zu um­ständ­lich ge­gen tief ver­tei­di­gen­de Sit­te­ner und blieb letzt­lich glück­los. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
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