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Vom Erregen eines öffentlichen Ärgernisses

Wer die Worte aus dem Koran, die «Gott ist gross» bedeuten, in Schaffhausen auf öffentlichem Grund rezitiert, erregt öffentliches Ärgernis. Die Stadtpolizei büsste deswegen einen jungen Mann. Ob dies rechtmässig war, soll jetzt überprüft werden.
Von  Harry Rosenbaum , 

Eine Polizistin in Zivil hat im vergangenen August mitgehört, wie ein 22-jähriger Türke seinen Kollegen vor dem türkischen Kulturverein mit „Allhu Akbar“ ansprach. Sie stellte den jungen Mann zur Rede und wollte wissen, warum er diesen Ausspruch getan habe. Er erklärte, dass es sich dabei um eine übliche Redeweise und eine Begrüssungsformel handle. Er habe die Worte ohne Hintergedanken gesagt.

Damit gibt sich die Beamtin jedoch nicht zufrieden. Sie fordert Verstärkung an. Die angerückten Polizisten nehmen bei dem 22-Jährigen eine Personenüberprüfung vor. Wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses wird er mit 150 Franken gebüsst. Zusätzlich werden ihm Gebühren von 60 Franken aufgebrummt. Der junge Mann zahlt die 210 Franken umgehend, weil er mit den Behörden keinen Ärger haben will, wie er von den Medien zitiert wird.

Anzeige wird Untersuchung aulösen

Der Vorfall, den «20 Minuten» publik machte, löste vor allem in den sozialen Medien massive Kritik am Vorgehen der Polizei aus. Eine Antirassimus-Gruppe hat laut «Blick» eine Strafanzeige wegen Rassismus gegen die Polizistin angekündigt. Bei der Staatsanwaltschaft ist die Anzeige noch nicht eingetroffen. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, dass mit dem Eingang aber gerechnet und dannzumal auch eine Untersuchung angeordnet würde.

Der Mediensprecher der Schaffhauser Polizei, Patrick Caprez, sagt auf Anfrage, dass die Polizei bei Aussprüchen in der Öffentlichkeit wie «Allhu Akbar» hinhören müsse. Dass der Sachverhalt aufgenommen und die Person, welche die Worte gesagt hat, von der Polizei überprüft worden ist, erachtet der Mediensprecher als richtig. Caprez erwähnt in diesem Zusammenhang die Sensibilisierung durch die «Schaffhauser-Terrorzelle». Vom Bundesstrafgericht in Bellinzona sind 2016 in einem 18-tägigen, aufsehenerregenden Prozess drei Männer aus der Munotstadt wegen Unterstützung des Islamischen Staates (IS) zu Haftstrafen verurteilt worden.

Der Schaffhauser Stadtrat und Vorsteher für Soziales und Sicherheit, Simon Stocker, stimmte gegenüber «20 Minuten» der Polizei zu. Sie habe in dem Fall sensibel reagiert. Wie der Polizeirapport zeige, sei die Situation als Erregung öffentlichen Ärgernisses wahrgenommen und entsprechend rapportiert worden. Zudem hätte die gebüsste Person auch die Möglichkeit gehabt, sich gegen die Busse zu wehren. Durch die Bezahlung sei die Verfügung jedoch rechtskräftig geworden.

Die Äusserungen von Stocker in der Pendler-Zeitung sind politisch nicht besonders sensibel. Von einem Mitglied der Alternativen Liste Schaffhausen (AL), die sich multikultiaffin gibt, hätte man diesbezüglich differenziertere Aussagen erwarten.

Freispruch für Hitlergruss

Ein Vergleich von «Allhu Akbar» mit dem Hitlergruss mag auf den ersten Blick an den Haaren herbeigezogen wirken. Gewisse Parallelen gibt es aber schon. Die Worte aus dem Koran werden heute von den Tätern islamistischer Terroranschläge geschrien. So verwendet sind sie eindeutig ein politisches und kein religiöses Bekenntnis. Und der Hitlergruss war schon immer Ausdruck einer politischen Gesinnung und ist ein schreckliches Synonym für den Holocaust.

Warum der Vergleich gemacht werden muss: Wer heute in der Schweiz seinen rechten Arm zum Hitlergruss hochreisst wird nicht gebüsst. Im Jahr 2010 zeigte ein Mitglied der Pnos (Partei national orientierter Schweizer) beim Aufsagen des Rütlischwurs aus Schillers Willhelm Tell den Hitlergruss. Neben den eignen Gesinnungsgenossen sahen das auch die Polizei und viele zufällig anwesende Touristen. Das Urner Obergericht verurteilte den Mann wegen Rassendiskriminierung zu einer Busse und einer bedingten Gefängnisstrafe. Das Bundesgericht hingegen sprach ihn frei. Der Hitlergruss alleine sei nicht strafbar, dazu müsste auch noch rassendiskriminierende Propaganda verbreitet werden, meinten die obersten helvetischen Richter.

Hat der junge Mann, der mit den Worten «Allhu Akbar» grüsste, dazu noch dschihadistische Propaganda verbreitet oder sich im Gespräch mit der Polizistin in diese Richtung geäussert? Im Polizeiprotokoll steht davon nichts.

Dass die Polizistin trotzdem «sensibilisiert» war, mag zwei Gründe haben: Sie dachte an die «Schaffhauser-Terrorzelle», die in Bellinzona verurteilt worden war, oder sie war ganz einfach befangen. Wäre ja noch, wenn mit «Allhu Akbar» nicht viel mehr als «Grüss Gott» gemeint wäre…

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
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Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
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Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
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Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
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Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
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Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger

Du­bio­se Zah­len zum Au­to­bahn­aus­bau

Die Grund­la­gen, mit de­nen die Be­für­wor­ter:in­nen die drit­te Au­to­b­anhröh­re durch den Ro­sen­berg in St.Gal­len und die Teil­span­ge mit dem An­schluss im Gü­ter­bahn­hof­are­al for­dern, ba­sie­ren auf frag­wür­di­gen Zah­len. Zu die­sem Schluss kommt der Raum- und Ver­kehrs­pla­ner Tho­mas Hug-Di Le­na.

Von René Hornung,
Anschluss gueterbahnhof

Grüs­se aus ei­nem kom­pli­zier­ten Land

Die St.Gal­ler Tanz­kom­pa­nie fei­er­te ver­gan­ge­nen Sams­tag mit From Eng­land wi­th Love Pre­mie­re. Das Stück wagt sich aber­mals aus dem Gleich­schritt – mit un­miss­ver­ständ­li­chen Ges­ten.

Von Andi Giger,
From England with Love

Eman­zi­pa­ti­on in geo­me­tri­scher Form

Das Kunst­haus Bre­genz zeigt in der neu­en Aus­stel­lung Ar­bei­ten der US-ame­ri­ka­ni­schen Künst­le­rin Tork­wa­se Dys­on. Aus­gangs­punkt ih­rer gross­for­ma­ti­gen geo­me­tri­schen Skulp­tu­ren und poe­ti­schen Ma­le­rei­en bil­det das Le­ben und die Be­frei­ung Schwar­zer Men­schen.

Von Sieglinde Wöhrer,
Torkwase Dyson EG Y3 A3594 Foto Markus Tretter

Vom Ges­tern in die Zu­kunft tau­chen

Wie stehts heu­te um die Gleich­stel­lung? Und wie war das frü­her? Die Pop-up-Aus­stel­lung «Frau­en­spu­ren im Hal­len­bad» in Gos­sau ar­bei­tet ein Stück Ge­sell­schafts­ge­schich­te auf. Zeigt, wo es heu­te noch hakt, und dass es nicht blei­ben muss, wie es ist.

Von Vera Zatti,
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Kolumne: 24/7 Traumacore

Ich bin Bra­ve­he­art (Mel Gib­son ty­pe shit)

Von Mia Nägeli,

Theater

Kein Kom­pli­ment

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Unreif Presse 05

Von Trans­sil­va­ni­en in den Thur­gau

Jo­han­na und Szi­lamer ar­bei­ten seit vier Jah­ren als Ern­te­hel­fer:in­nen in Fru­thwi­len. In ih­rer Hei­mat Ru­mä­ni­en ist die wirt­schaft­li­che La­ge an­ge­spannt und die kör­per­li­che Ar­beit auf dem Feld sind sie ge­wohnt.

Von Daria Frick, Bilder: Ueli Steingruber,
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Er­satz­wahl in den Stadt­rat: Vor­ent­scheid fällt an SP-No­mi­na­ti­ons­ver­samm­lung

Am 29. Ok­to­ber ent­schei­det die SP der Stadt St.Gal­len, wen sie in die Er­satz­wahl um den Stadt­rats­sitz von Pe­ter Jans schickt. Was ur­sprüng­lich wie ei­ne For­ma­li­tät aus­sah, hat sich zu ei­nem span­nen­den Ren­nen ent­wi­ckelt. Mit of­fe­nem Aus­gang.

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Jock Kobels zweiter Fall

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Der Hai­fisch beisst wie­der zu

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FC St. Gal­len vs. Lau­sanne-Sport – Die Es­pen er­kämp­fen sich die 3 Punk­te

Nach ei­ner ganz pas­sa­blen ers­ten Halb­zeit der Es­pen so­wie Füh­rung durch ei­nen Elf­me­ter von Gört­ler vor der Pau­se, spie­len die St. Gal­ler die­ses Re­sul­tat an­schlies­send her­un­ter und ho­len sich die 3 Punk­te.

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Senf