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Wer gewinnt den bandXost 2024?

Am Samstag findet in der Grabenhalle der Final des diesjährigen bandXost statt. Acht Ostschweizer Nachwuchskünstler:innen treten gegeneinander an. Wir stellen sie euch hier vor.
Von  David Gadze
Die Sarganserin Lea Wildhaber hat sich mit ihren melancholischen Popballaden unter die besten Acht des diesjährigen bandXost gespielt. (Bild: Yves Nossack)

2kmafia

2022 standen sie schon einmal im bandXost-Final, jetzt wollen sie es nochmal wissen: 2kmafia. Die sechsköpfige St.Galler Hip-Hop-Crew hat sich in den vergangenen Jahren in der lokalen Musikszene etabliert. Zwischen 2021 und 2022 haben sie drei Alben veröffentlicht, 2023 folgte eine EP und in in diesem Jahr sind schon diverse neue Tracks erschienen, zuletzt vor ein paar Tagen Pop Art. Seit der letzten Finalqualifikation haben 2kmafia nochmal einen Sprung nach vorne gemacht. Ihr Sound ist noch unmittelbarer, die Verzahnung zwischen den oft gesellschaftskritischen Texten sowie den selber produzierten Beats und Mixes noch überzeugender.

 

Argent Vif

Dorotea Crameri, Stefan Man und Arnaud Pas stehen zum zweiten Mal in Folge im Final, nehmen nun aber erstmals teil. Ihre Band Argent Vif haben sie erst dieses Jahr gegründet, davor spielten sie gemeinsam bei Little Lady. Mit dieser Formation hatten sich die drei Musiker:innen aus dem Bündnerland bereits 2023 für den Final qualifiziert, mussten dann aber absagen. Die neue Gruppe Argent Vif, in deren Musik Stile wie klassische Musik, Pop, Folk und Jazz ineinanderfliessen, sei entstanden «aus einer gemeinsamen Vision, ein immersives Erlebnis zu schaffen, das über das Gewöhnliche hinausgeht», heisst es auf der Website. Hören lässt sich das bislang nur live.

 

Reviväl

Reviväl lassen nach eigener Aussage den Classic Rock der 80er-Jahre wiederauferstehen und huldigen dabei den «grossartigen Bands, die ihren Namen mit einem Umlaut einzigartig gemacht haben» – darum das «ä». Nimmt man Motörhead, Hüsker Dü, Blue Öyster Cult oder Mötley Crüe als Referenz, hat das Vierergespann aus Chur wohl am ehesten mit den beiden letztgenannten musikalisch etwas gemeinsam. Dieses Jahr haben Reviväl drei Singles auf den digitalen Kanälen veröffentlicht und servieren darauf knackige Riffs, straighte Rhythmen und eingängige Refrains. Und trotz der Rückbesinnung auf die 80-er klingt das Ganze nicht verstaubt, sondern frisch und authentisch.

 

Lea Wildhaber

Die Singer/Songwriterin Lea Wildhaber dürfte einigen schon ein Begriff sein. Nach ein paar Singles und einer ersten EP 2022 hat die Sarganserin im vergangenen Jahr ihr Debütalbum My Mind On Paper veröffentlicht. Ihre sparsam instrumentierten und schön arrangierten Balladen sind wie das Coverbild, auf dem die 24-Jährige mit gesenktem Blick zwischen Kerzen auf dem Boden sitzt: Da ist Licht, aber auch viel Melancholie. Ihre Songs sind sehr persönlich, und man spürt, dass sie von Herzen kommen. Auch dank ihrem einnehmenden Gesang kreiert Lea Wildhaber mit ihrer Musik eine Stimmung, in die man sich immer wieder gerne zurückversetzt. Gerade jetzt im Herbst. Auch wenn sie inzwischen eine Liveband hat, tritt sie am bandXost-Final alleine mit Loopstation auf.

 

Vianne

Mit Vianne Arndt aus Berg im Kanton Thurgau steht eine zweite Singer/Songwriterin im bandXost-Final. 2023 hat sie ihre erste Single Save You veröffentlicht, eine traurig-schöne Pianoballade, auf der sie ihrer ausdrucksstarken Stimme viel Raum gab, um sich zu entfalten. Im selben Jahr trat sie auch erstmals am bandXost auf, damals allerdings noch allein. Inzwischen hat Vianne nicht nur ihr Repertoire um weitere Eigenkompositionen erweitert, sondern auch eine Band zusammengestellt: zwei Gitarristen, einen Bassisten, eine Cellistin und eine Schlagzeugerin. Dadurch erweitert sie ihre melancholische Musik um neue Facetten und gibt den Songs ein Fundament, von dem aus sie den ganzen Raum einnehmen können.

 

Leon Wiesmann

Traurige Themen müssten nicht traurig sein. Verpackt in Musik, würden sie zu einer Umarmung. So beschreibt Leon Wiesmann seine Musik. Darin verteilt der 21-Jährige aus Oberneunforn, irgendwo im Thurgauer Nirgendwo zwischen Frauenfeld und Schaffhausen, neben Umarmungen aber auch einen Gingg ans Schienbein, wie in seiner neuesten Single Triggerwarnung. Sein Indie-Pop ist minimalistisch, aber voll auf den Punkt: Gitarre, Effektpedale, Synth, Drumcomputer, that’s it. Und dieser Gesang, der gleichermassen irritiert wie fasziniert, der mal hell ist und mal rau, irgendwie schräg und doch fadegrad.

 

Batuhan Kanay

Die Musik Batuhan Kanay ist wie ein bunter Blumenstrauss. Der türkischstämmige Rapper aus St.Gallen mischt darin verschiedene Genres, von Hip-Hop über Trap, Dancehall und R&B bis zu Soft Rock findet sich da alles. Dazu singt der 22-Jährige in Deutsch, Türkisch und Englisch. Bereits 2019 veröffentlichte er seine erste EP (die er inzwischen von den Streamingplattformen entfernt hat), ein Jahr später folgte sein Debütalbum Chapter Two. Im Juli ist sein zweites Werk Falling For U erschienen, das von Liebe und Herzschmerz handelt. Bei seiner dritten bandXost-Teilnahme steht Kanay nun erstmals im Final.

 

Fau$tino & Manu913

Mit Fau$tino und Manu913 hat es ein weiterer Hip-Hop-Act aus St.Gallen in den Final geschafft. Ihre Tracks heben sich vor allem durch Kargheit ab. Zu den tiefen, mitunter schleppenden Beats gibt es meist nicht viel mehr als die Gesangsstimme von Fau$tino und den Rap von Manu913, die so einen vokalen Kontrast bilden. Das Ziel, «St.Gallen als Zentrum innovativer urbaner Musik zu etablieren», haben sie gestern Donnerstag mit der Veröffentlichung ihres neuen Tracks Pretty Boys weiter vorangetrieben. Schon im vergangenen Jahr nahm das Duo am bandXost teil, diesmal reichte es unter die besten Acht – mindestens. Ob noch mehr drin liegt, zeigt sich am Samstagabend in der Grabenhalle.

 

bandXost-Final 2023: 23. November, 20 Uhr, Grabenhalle St.Gallen
grabenhalle.ch

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