2022 standen sie schon einmal im bandXost-Final, jetzt wollen sie es nochmal wissen: 2kmafia. Die sechsköpfige St.Galler Hip-Hop-Crew hat sich in den vergangenen Jahren in der lokalen Musikszene etabliert. Zwischen 2021 und 2022 haben sie drei Alben veröffentlicht, 2023 folgte eine EP und in in diesem Jahr sind schon diverse neue Tracks erschienen, zuletzt vor ein paar Tagen Pop Art. Seit der letzten Finalqualifikation haben 2kmafia nochmal einen Sprung nach vorne gemacht. Ihr Sound ist noch unmittelbarer, die Verzahnung zwischen den oft gesellschaftskritischen Texten sowie den selber produzierten Beats und Mixes noch überzeugender.
Dorotea Crameri, Stefan Man und Arnaud Pas stehen zum zweiten Mal in Folge im Final, nehmen nun aber erstmals teil. Ihre Band Argent Vif haben sie erst dieses Jahr gegründet, davor spielten sie gemeinsam bei Little Lady. Mit dieser Formation hatten sich die drei Musiker:innen aus dem Bündnerland bereits 2023 für den Final qualifiziert, mussten dann aber absagen. Die neue Gruppe Argent Vif, in deren Musik Stile wie klassische Musik, Pop, Folk und Jazz ineinanderfliessen, sei entstanden «aus einer gemeinsamen Vision, ein immersives Erlebnis zu schaffen, das über das Gewöhnliche hinausgeht», heisst es auf der Website. Hören lässt sich das bislang nur live.
Reviväl lassen nach eigener Aussage den Classic Rock der 80er-Jahre wiederauferstehen und huldigen dabei den «grossartigen Bands, die ihren Namen mit einem Umlaut einzigartig gemacht haben» – darum das «ä». Nimmt man Motörhead, Hüsker Dü, Blue Öyster Cult oder Mötley Crüe als Referenz, hat das Vierergespann aus Chur wohl am ehesten mit den beiden letztgenannten musikalisch etwas gemeinsam. Dieses Jahr haben Reviväl drei Singles auf den digitalen Kanälen veröffentlicht und servieren darauf knackige Riffs, straighte Rhythmen und eingängige Refrains. Und trotz der Rückbesinnung auf die 80-er klingt das Ganze nicht verstaubt, sondern frisch und authentisch.
Die Singer/Songwriterin Lea Wildhaber dürfte einigen schon ein Begriff sein. Nach ein paar Singles und einer ersten EP 2022 hat die Sarganserin im vergangenen Jahr ihr Debütalbum My Mind On Paper veröffentlicht. Ihre sparsam instrumentierten und schön arrangierten Balladen sind wie das Coverbild, auf dem die 24-Jährige mit gesenktem Blick zwischen Kerzen auf dem Boden sitzt: Da ist Licht, aber auch viel Melancholie. Ihre Songs sind sehr persönlich, und man spürt, dass sie von Herzen kommen. Auch dank ihrem einnehmenden Gesang kreiert Lea Wildhaber mit ihrer Musik eine Stimmung, in die man sich immer wieder gerne zurückversetzt. Gerade jetzt im Herbst. Auch wenn sie inzwischen eine Liveband hat, tritt sie am bandXost-Final alleine mit Loopstation auf.
Mit Vianne Arndt aus Berg im Kanton Thurgau steht eine zweite Singer/Songwriterin im bandXost-Final. 2023 hat sie ihre erste Single Save You veröffentlicht, eine traurig-schöne Pianoballade, auf der sie ihrer ausdrucksstarken Stimme viel Raum gab, um sich zu entfalten. Im selben Jahr trat sie auch erstmals am bandXost auf, damals allerdings noch allein. Inzwischen hat Vianne nicht nur ihr Repertoire um weitere Eigenkompositionen erweitert, sondern auch eine Band zusammengestellt: zwei Gitarristen, einen Bassisten, eine Cellistin und eine Schlagzeugerin. Dadurch erweitert sie ihre melancholische Musik um neue Facetten und gibt den Songs ein Fundament, von dem aus sie den ganzen Raum einnehmen können.
Traurige Themen müssten nicht traurig sein. Verpackt in Musik, würden sie zu einer Umarmung. So beschreibt Leon Wiesmann seine Musik. Darin verteilt der 21-Jährige aus Oberneunforn, irgendwo im Thurgauer Nirgendwo zwischen Frauenfeld und Schaffhausen, neben Umarmungen aber auch einen Gingg ans Schienbein, wie in seiner neuesten Single Triggerwarnung. Sein Indie-Pop ist minimalistisch, aber voll auf den Punkt: Gitarre, Effektpedale, Synth, Drumcomputer, that’s it. Und dieser Gesang, der gleichermassen irritiert wie fasziniert, der mal hell ist und mal rau, irgendwie schräg und doch fadegrad.
Die Musik Batuhan Kanay ist wie ein bunter Blumenstrauss. Der türkischstämmige Rapper aus St.Gallen mischt darin verschiedene Genres, von Hip-Hop über Trap, Dancehall und R&B bis zu Soft Rock findet sich da alles. Dazu singt der 22-Jährige in Deutsch, Türkisch und Englisch. Bereits 2019 veröffentlichte er seine erste EP (die er inzwischen von den Streamingplattformen entfernt hat), ein Jahr später folgte sein Debütalbum Chapter Two. Im Juli ist sein zweites Werk Falling For U erschienen, das von Liebe und Herzschmerz handelt. Bei seiner dritten bandXost-Teilnahme steht Kanay nun erstmals im Final.
Mit Fau$tino und Manu913 hat es ein weiterer Hip-Hop-Act aus St.Gallen in den Final geschafft. Ihre Tracks heben sich vor allem durch Kargheit ab. Zu den tiefen, mitunter schleppenden Beats gibt es meist nicht viel mehr als die Gesangsstimme von Fau$tino und den Rap von Manu913, die so einen vokalen Kontrast bilden. Das Ziel, «St.Gallen als Zentrum innovativer urbaner Musik zu etablieren», haben sie gestern Donnerstag mit der Veröffentlichung ihres neuen Tracks Pretty Boys weiter vorangetrieben. Schon im vergangenen Jahr nahm das Duo am bandXost teil, diesmal reichte es unter die besten Acht – mindestens. Ob noch mehr drin liegt, zeigt sich am Samstagabend in der Grabenhalle.
bandXost-Final 2023: 23. November, 20 Uhr, Grabenhalle St.Gallen grabenhalle.ch
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
St.Gallen bewahrt nicht mehr nur 1000-jährige Handschriften. Mit dem Internet Archive Switzerland entsteht hier ein Archiv für Webseiten, künstliche Intelligenz und das digitale Gedächtnis der Zukunft.
Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
Gaal, Görtler und Witzig schiessen St. Gallen zum langersehnten Cupsieg!
Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
Die diesjährige Kulturlandsgemeinde findet entlang der Bahnlinie zwischen Gossau und Wasserauen statt. Es ist ein interdisziplinäres Experimentzwischen Kunst, Gesellschaft und Aktivismus. Ausserdem stellt die Kulturlandsgemeinde künstlerisch und organisatorisch die Weichen für die Zukunft.
Am Samstag findet in St.Gallen erstmals das Punkfestival El Cartel statt. Es soll dazu beitragen, die Szene zu stärken. Dabei fehlt es gerade in St.Gallen an Nachwuchs.
Seit 40 Jahren macht die Bibliothek Wyborada in St.Gallen sichtbar, was lange fehlte: Literatur von und über Frauen. Heute sind Autorinnen und feministische Themen zwar stärker präsent in der Öffentlichkeit, doch die Relevanz der Bibliothek ist nach wie vor gross.
Mit einer Interpellation greifen SVP und EDU im St.Galler Kantonsrat den ausserschulischen Aufklärungsunterricht an. Und mit Unterstützung des «Lehrernetzwerks Schweiz» wollen Eltern aus Bütschwil eine Mitarbeiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen vor Gericht bringen. Dahinter steckt eine orchestrierte Aktion.
«Dieci», die italienische Zahl für zehn, ist das Motto des diesjährigen Heiden-Festivals. Es verweist dabei nicht nur auf das Jubiläum, sondern auch auf eine kulturpolitische Haltung.
Naturmuseum Thurgau
Das St.Galler Theater Trouvaille entdeckt den Musiker und Juristen Mani Matter neu. «’S isch einisch eine gsy»– 90 Jahre Mani Matter verbindet zahlreiche Lieder und literarische Texte des Berners zu einem abendfüllenden Programm. Saiten hat mit dem Theaterleiter Matthias Flückiger gesprochen.
Vier Jahre nach ihrem Debüt kehren Lev Tigrovich mit einer neuen EP zurück. Diese handelt von Kontrollverlust, Illusionen und grossen Gefühlen – und enthält erstmals einen Song, der nicht auf Russisch gesungen ist.
Im letzten Spiel der Saison trifft der FC St.Gallen auf den neuen Schweizer Meister aus Thun - einen Sieger gibt es nicht.
Caline Aoun interessieren die Momente der Veränderung, die Übergänge und Zustände. Ihre Ausstellung in Kunstmuseum und Kunsthalle Appenzell wird zum Ende der sechsmonatigen Laufzeit eine andere sein als zu Beginn.