Das Zwicky-Areal in Zürich. (Bild: Andrea Helbling)
«Umsicht – Regards – Sguardi» heisst der Preis, den der Schweizerische Ingenieur- und Architektenverein SIA inzwischen zum vierten Mal vergeben hat. Aus 79 eingereichten Bauten und Landschaftsgestaltungen hat die Jury acht ausgewählt und präsentiert sie in einer Wanderausstellung, die nun im Kulturkonsulat in St.Gallen Halt macht.
Die Ostschweiz ist in der aktuellen Ausgabe von «Umsicht» nur indirekt vertreten: Das St.Galler Totalunternehmen Senn Ressources leitete die Überbauung des Zwicky-Areals auf der Grenze zwischen der Stadt Zürich und Dübendorf. Die Bau- und Wohngenossenschaft «Kraftwerk 1» hat an einer schwierigen Lage zwischen Autobahnzubringern und Bahnviadukt in neue Wohnformen investiert. Clusterwohnungen und gemeinsam genutzte Räume sind entstanden. Ein bunter Mix von Bewohnerinnen und Bewohner hat sich hier zusammengefunden.
Die Renaturierung der Aire. (Bild: Fabio Chironi)
Solche Wohnexperimente gibt es in St.Gallen noch nicht. Die Ausstellung kann deshalb Anregungen bieten – und dies nicht nur im Wohnungsbau. Gezeigt wird auch, wie Genf das Flussbett der Aire revitalisiert hat, oder dass der Umbau des Bahnhofs Zürich Oerlikon weit mehr ist als nur eine Funktionsbaute, sondern auch Quartiere grosszügig miteinander verbindet.
Der Bahnhof Oerlikon. (Bild: René Dürr)
Das Flusskraftwerk Hagneck oder die Sanierung und Umnutzung des Schulhauses im bündnerischen Valendas sowie das Experimenthaus «Nest» der Empa in Dübendorf sind andere Beispiele mit Vorbildcharakter.
«Umsicht», Kulturkonsulat, Frongartenstrasse 9, St.Gallen, bis 4. November
Vernissage: Dienstag, 24. Oktober, 19.30 Uhr, Einführung durch SIA-Präsident Stefan Cadosch und Referat von Architekt Christian Penzel, Zürich
Gute Architektur – das will «Umsicht – Regards – Sguardi» aufzeigen – ist weit mehr als gute Gestaltung. Sie ist auch innovativ, gesellschaftlich relevant und übernimmt ökologische Verantwortung – und sie funktioniert ökonomisch. Alle diese Kriterien erfüllen die mit dem «Umsicht»-Preis ausgezeichneten Projekte.
Haus Tugendhat: Der Dokumentarfilm über die Architekturikone von Mies van der Rohe hat auch einen St.Galler Bezug. Am 18. Februar zeigt das Kinok den Film mit einer Einführung von Architekt Thomas Hungerbühler und einem Gespräch mit Ruth Guggenheim-Tugendhat. Von René Hornung
Was die Fachjury überzeugte, gefällt dem St.Galler Stadtrat nun doch nicht – auch nach der einjährigen Überarbeitung nicht. Es wird im Museumsquartier keinen Kulturplatz geben. Die Finanzen spielten dabei eine Rolle, aber nicht nur.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.