Noch herrscht gähnende Leere und liegt viel Staub in der Bahnhofshalle. Ein Schlagbohrer und eine Fräse malträtieren die Ohren. Beim näheren Hinsehen fällt auf: In dem historischen Herzstück des Bahnhofgebäudes hat sich inzwischen viel getan. Seit Februar 2017 sind das neue SBB Reisezentrum und vier neue Ladengeschäfte in der Passage des Bahnhofgebäudes eröffnet. Bis November soll die Halle als attraktiver Aufenthaltsraum mit zwei weiteren Gastronomiebetrieben fertiggestellt sein. Wer mal muss, wenn er am kommenden Herbst mit dem ÖV an die Olma reist, kann mit Messebeginn bereits die neue Toilettenanlage im Untergeschoss benutzen. Und parallel zur Wiederöffnung der Rathausunterführung im Dezember ist auch der östliche Zugang von der Ankunftshalle in die Bahnhofshalle möglich.
Bahnhof wird erdbebensicher
Sollte es St. Gallen einmal heftig durchschütteln, bleibt der Bahnhof höchstwahrscheinlich stehen. Es sind neu unter Einhaltung denkmalschützerischer Auflagen drei Erdbebenwände eingezogen worden, die bis hinauf zum Migros-Restaurant reichen.
Ab Mitte Juli gibt es auf der Grossbaustelle Spektakuläres zu sehen. Dann beginnen die Hauptarbeiten für die neue Ankunftshalle. Zirkusleute würden sagen: «die Trapeznummer». Für die Bauleute sind es etwas profaner «die Stahlbauarbeiten».
Der grösste Pneukran der Schweiz rückt an. Zuerst werden vom Bauteam die Stützen erstellt. Auf diese hievt dann der Riesenkran die Stahlelemente des Dachrostes. Das geschieht in drei Nächten. Die Bauteile haben ein Gewicht von bis zu 36 Tonnen. Schliesslich werden in die gesamten Konstruktion rund 250 Tonnen Stahl verbaut. Dazu kommt die Fassadenverkleidung mit insgesamt 428 Glasscheiben, von denen jede vier Quadratmeter misst.
Der Kubus der Ankunftshalle wird 15 Meter hoch und 20 Meter breit. Durch die lichtdurchlässige Verglasung und seine leichte Stahlstruktur wirkt das Objekt wie eine Laterne. Die Halle soll künftig als Schnittpunkt von Bahnhof, Bahnperrons und Bahnhofplatz den neuen Treffpunkt am Bahnhof bilden. Die Bauarbeiten dauern bis Dezember 2017.
Rathausunterführung: ab Fahrplanwechsel 2017 offen
Seit letztem Dezember laufen die Hauptarbeiten für die neue Rathausunterführung. Unter den zwölf Eisenbahngleisen ist vorerst die Welt noch ein Dschungel aus Hunderten von Stahlstützen. Da und dort tropft Wasser herunter, aber keine Fäkalien wie 2011 bei den Bauarbeiten unter dem Hauptbahnhof Zürich aus den Bahnwaggons. Das Problem ist in St. Gallen gelöst.
Nach dem Aushub, der über mehrere Etappen erfolgte, laufen derzeit die Betonarbeiten für die Decke, Wände und den südlichen Aufgang der Unterführung. Ab Fahrplanwechsel 2017 ist die Unterführung im Rohbau mit den Zugängen zu den Perrons wieder geöffnet. Von heute 8 wird die Rathausunterführung neu auf 13 Meter verbreitert, im Bereich Rosenbergstrasse sind es 6 Meter. Zudem erhält sie mehr Zugänge zu den Perrons sowie Rolltreppen zur Ankunftshalle. Insgesamt kommen in die Rathausunterführung zehn neue Ladengeschäfte. Der gesamte Umbau soll im Herbst 2018 abgeschlossen sein.
Bushof ab Oktober betriebsbereit
In den kommenden Monaten stehen die letzten Arbeiten am zentralen Bahnhofplatz, an der Gutenberg- und Merkurstrasse an. Mit der Inbetriebnahme des neuen Bushofs, voraussichtlich im Oktober 2017, wird ein Meilenstein bei der Aufwertung und Neugestaltung des Bahnhofplatzes realisiert. Ab diesem Zeitpunkt verkehren die Busse und Postautos ab dem zentralen Bahnhofplatz. Anschliessend starten die Arbeiten am Kornhausplatz und am Bahnhofpärkli.
Für den Kornhausplatz kann das im August 2016 aufgelegte und angepasste Neugestaltungsprojekt realisiert werden. Die Realisierung findet zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2018 statt. Der Platz wird mit grossformatigen Natursteinen gestaltet. Zwischen Baumgruppen und Lämmlerbrunnen soll Freiraum zum Zirkulieren entstehen. Möbliert wird der Platz mit sofaartigen Sitzgelegenheiten. Die Beleuchtung besorgen Lichtstelen, die den Platz mit punktuellen Lichtkegeln ausleuchten.
Gastrobetriebe beruhigt
Auf der Grossbaustelle im und rund um den St. Galler Bahnhof laufen die Arbeiten bis jetzt, trotz schwierigem sandigen Untergrund, planmässig ab, ohne nennenswerte Zwischenfälle, heisst es seitens des St. Galler Stadtingenieurs Beat Rietmann und der SBB-Vertreter Moritz Rosemann und Marc Schaffner.
Ebenfalls beruhigt haben sich die umliegenden Gastrobetriebe, die wegen der Langzeitbaurabeiten eingeschränkt sind. In den Betrieben werden jetzt Umbauarbeiten ausgeführt.
Stolperstein für die Bahnhofsabstimmung am 9. Juni? Beim geplanten Umbau des St.Galler Hauptbahnhofs regiert der Kommerz auf Kosten der Reisenden.
Nach 22 Jahren gibt Matthias Peter die Leitung der St.Galler Kellerbühne ab. Vom Raum ist er nach wie vor begeistert. Aber dem Kabarett ging es auch schon besser, erzählt er im Gespräch.
Die Thurgauer Künstlerin Micha Stuhlmann befasst sich in ihrem neuen Projekt mit dem Dasein im Moment. Am 7. Juni findet dazu ein Workshop in St.Gallen statt und am 26. Juni zeigt sie mit ihrem Ensemble die finale Performance in Kreuzlingen.
Die Tonhalle Wil wurde 1876 eröffnet. Seither bereichert sie praktisch ununterbrochen das kulturelle Leben der Äbtestadt. An den kommenden zwei Wochenenden wird gefeiert.
Jonas Ulrich taucht mit seinem ersten Spielfilm in die Black-Metal-Welt ab. Wolves ist eine bildstarke Geschichte über Einsamkeit und das Dazugehören, voller Gegensätze und mit etwas holprigen Dialogen.
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Mit Internet Archive Switzerland entsteht in St.Gallen ein Ableger des grössten Archivs für Websiten und Künstliche Intelligenz weltweit. Ausserdem im Juniheft: Männer unter Generalverdacht, das grosse St.Galler 80er-Buch, das Abschiedsinterview mit dem langjährigen Kellerbühnenchef und die Flaschenpost aus Venedig.
Der WWF St.Gallen wird 50 Jahre alt. Sein Geschäftsleiter Lukas Indermaur zieht bei der Beurteilung der aktuellen Situation von Natur und Umwelt eine durchzogene Bilanz.
«Urs Frei. A – Z» im Kunstmuseum St. Gallen ist die erste Retrospektive zum ausserordentlichen Schaffen von Urs Frei (1958 – 2023). Rund 140 Arbeiten geben Einblick in ein Werk, das kaum zu fassen ist. Das gehört zu seiner Qualität.
Wie wollen wir künftig leben und unsere Nahrungsmittel produzieren? Die Ausstellung «How goes Tomorrow» der Ostschweizer Künstlerin Claude Bühler in der Shedhalle in Frauenfeld sensibilisiert für nachhaltige Handlungsstrategien.
«Das Kind zurücklassen? Wie kann man so dumm und herzlos sein», schreibt der Schweizer Autor Lukas Bärfuss über seine Mutter, die keine Mutter für ihn sein konnte. In seinem neuen Buch schaut er in die Vergangenheit und hat Verständnis, nicht für die Mutter, aber doch für diese Frau, die nie Glück und immer zu wenig Geld hatte.
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Die Medikamentenversuche von Münsterlingen als Teil eines Vampir-Musicals? Auf die Idee muss man erst einmal kommen. Die Bühne Mammern wagt den Versuch. Ab 29. Mai im Zirkuszelt.
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