Endlich. Die nationalrätliche Kommission für Rechtsfragen hat die Kantonsregierungen im März eingeladen, Stellung zum Vorentwurf einer Gesetzesänderung zu beziehen, die die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare ermöglichen will. Die Kernvorlage beinhaltet die wesentlichsten Elemente zur Öffnung der Ehe im Zivilrecht inklusive Adoption. Eine zusätzliche Variante ergänzt die Kernvorlage mit dem Zugang zur Samenspende für lesbische Ehepaare.
Am 5. Juni hat die St.Galler Regierung ihre Stellungnahme veröffentlicht: Sie befürwortet die Ehe für alle und die möglichst zeitnahe Umsetzung der Vorlage. Aber: Sie begrüsst auch «die Beschränkung der Vorlage auf die Kernbereiche der Öffnung der Ehe sowie der Adoption und die spätere Anpassung weiterer Normen». Geht es nach der Regierung, soll der Zugang lesbischer Ehepaare zur Samenspende also erst zu einem späteren Zeitpunkt diskutiert werden.
Warum diese Zurückhaltung? Regierungsrat Martin Klöti erklärte im «Tagblatt», dass es sich bei der Ehe für alle um eine Gesetzesrevision handle. Der Zugang zur Samenspende für weibliche Ehepaare hingegen bedürfe einer Verfassungsänderung, welche rechtlich schwerer durchzusetzen sei. «Es wäre zu viel auf einmal gewesen, der Prozess wäre ins Stocken gekommen», lässt er sich zitieren.
Bei der Kommission für Rechtsfragen sieht man das anders, darum wird der Zugang zur Samenspende zusätzlich als Variante zur Kernvorlage in die Vernehmlassung geschickt: «Diese ergänzende Variante würde eine schlanke Änderung des ZGB ohne Änderung der Verfassung und des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG) vorsehen», heisst es in einer Mitteilung vom 14. März.
Celebrate Diversity – 50 Jahre Stonewall! CSD Bregenz mit Ausstellung, Pride Village und Parade: 29. Juni ab 13 Uhr, Kornmarktplatz Bregenz. Parade: 16 Uhr
vielfalt.or.at
Die nationalen LGBTIQ-Organisationen begrüssen die vorgeschlagene Variante der Rechtskommission: Damit folge man «Vorbildern wie Österreich, Spanien und Schweden, wo die künstliche Befruchtung als fester Teil der Ehe für alle erlaubt ist». Roman Heggli, Geschäftsleiter von Pink Cross, sagt: «Für eine tatsächliche Gleichstellung sollen gleichgeschlechtliche Paare dieselben Rechte und Pflichten haben wie Mann und Frau.» Dazu gehört auch die künstliche Befruchtung.
Klar, alles andere wäre scheinheilig. Würde dazu führen, dass lesbische Ehefrauen sich im Ausland befruchten lassen, wo es vielfach erlaubt ist. Oder irgendeinen Erzeuger in irgendeiner Bar aufreissen. Oder über dubiose Kanäle an Samenspenden gelangen. Kommt hinzu, dass Spenderkinder von Frauenpaaren bei der Geburt nur einen rechtlichen Elternteil haben: jene Frau, die das Kind zur Welt gebracht hat.
Darum: Schluss mit politischem Pragmatismus, her mit der Voll-Ehe für alle!
Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.