Kategorie
Autor:innen
Jahr

Hippiemusik, Rave und Märlistund

In Frauenfeld hat zum achten Mal das Out in the Green Garden Familien und Partygänger zusammengebracht. Die Abendveranstaltungen waren bis zum Limit besucht, am Sonntag klang die kleine Oase im Grünen gemütlich aus.
Von  Veronika Fischer , 

Diese Augustwochenenden haben es in sich. Selbst Profi-Freizeitplaner kommen ins Schleudern, und kaum einer bekommt all die Grillpartys, Sommerhochzeiten, Openair-Kino-Termine und Freiluftkonzerte unter einen Hut. Und dann kommen da noch die Festivals ums Eck gerollt.

So auch das Out in the Green Garden, das vom 10. bis 12. August in Frauenfeld zu finden war. Man musste nur den Wegweisern zur «Ponyschau» folgen – die war überall angeschrieben –, und schon zeigten sich hinter Büschen und Bäumen die Zelte und Bühnen im Grünen. Ponys gab es dann keine, aber David Nägeli, Mitglied des Organisationskomitees, nimmt den Gedanken mit in die Planung fürs nächste Jahr: «Wir suchen immer neue Ideen und Umsetzungen, und ein paar Ponys, die hier herumlaufen wären sicherlich cool», so Nägeli, der nach zwei Stunden Schlaf total entspannt in der Sonne sitzt.

Positiv überrascht sei er von der neuen Zusatzlocation unter der Brücke der Militärstrasse. Dort fand der zweite Teil des Festivals statt – nach Mitternacht wurde geswitcht und das B-Gelände beravet. Daher der Zusatz in der Vorankündigung: «Ein Festival in zwei Teilen. Wie Goethes Faust, nur cooler».

Viel Grün, viel Stimmung am Ufer. (Bilder: pd)

Faust I gab‘s also im Murg-Auen-Park, Faust II – die dunkle, crazy Version, die keiner so recht durchschauen mag – dann in weiterer Entfernung von den Anwohnern, so dass laut und trotzdem nachbarschaftsfreundlich gefeiert werden konnte. Bislang habe sich auch noch keiner beschwert, so Nägeli. Platz war hier dann auch für handgebaute Soundsystems und zur Musik passende Visuals.

Raven bis zum Sonnenaufgang

Musikalisch wurde einiges aufgefahren. Am Freitag gab es im Murg-Auen-Park nach der traditionellen Eröffnungsband des Festivals, den Friedheimer Spatzen, Bluegrass von Mr. Marble’s Puddlestompers, Folk von Franky Silence & The Ghost Orchestra, Deutschrap  von Manfred Groove, Garage-Rock-Punk aus Israel von Häxxan, Hip-Hop zuerst von Akira & P.Vlex und schliesslich noch von Fliptrix. Geravet wurde im Anschluss bis zum Sonnenaufgang mit den DJs Kappeler, CCO, Turntable Actor Chloroform, Misomaniac und Nitrate.

Akira & P.Vlex im Park.

Die regionalen Musikgewächse werden im Festival-Garten seit je gepflegt. Am Samstag waren dies Sounds der Frauenfelder Funkgroup JamCo, der Ostschweizer Rockband Nøø, sowie der Indie-Band Delirious Mob Crew und die Gipsies von Los Scaraband. Danach Indie-Pop von dem neuseeländischen Jonathan Bree, Klezmer von Cheibe Balagan, Garage Rock aus Berlin von Odd Couple, Electro-Pop-Punk von Misses Poe – alles nice!

Vor allem aber 5KHD aus Wien, die Headliner vom Samstagabend, überzeugten das Publikum und boten mit ihrem Trip-Hop-Mood einen passenden Konzertabschluss vom Hauptfestivaltag, an dem der Festplatz auch schon um halb neun bumsvoll war. 1000 Leute dürfen auf das Gelände und die waren alle da. Zum Rave ging es dann weiter mit Illegyalz, Subsanity, Zunami & P-Tess, Nade & Darius D und Dimette.

Sonntag war Chilltag

Am Sonntag ging es dann schon um elf Uhr vormittags los mit der Kinderband Tischbombe, die den Kids ordentlich das Partymachen lehrte. Am Nachmittag folgte eine Märlistund mit der Bücherfrau Marianne Sax, die aus Des Kaisers neuen Kleidern las und dabei von Rina Jost in Live-Illustrationen begleitet wurde.

Das musikalische Programm begann entspannt am Flussufer mit der niederländischen DJane Eevee und nahm mit Francois Boulanger & Die gefährliche Aludose, dem Hip-Hop-Duo Smith & Smart und der katalanischen Reggaeband Microguagua sein Ende.

Umrahmt wurden die drei Festivaltage von einer liebevoll und kreativ gestalteten Location. Nepalesische Gebetsfahnen hingen in den Bäumen, eine mongolische Jurte lud zum Jammen ein, ein kleiner Flohmarkt bot schöne Dinge und die Alternative Schule Frauenfeld kümmerte sich um das kulinarische Angebot mit feinen Gerichten aus Kochbananen und Fladenbroten. Zum Pausieren gab‘ s ein Lovebänkli und zum bunten Austoben grosse, weisse Leinwände plus Farben. Fazit: Bunt, grün, mega nice: Out in the Green Garden, Frauenfeld.

Für Sentimentale und diejenigen, die versehentlich doch auf der Ponyschau waren, gibts hier alles zum Nachhören.

 

 

 

FC St.Gal­len vs. Ser­vet­te 2:1 - Nicht bril­liert, aber ge­won­nen

Bouk­hal­fa und Gört­ler brin­gen die Es­pen in Füh­rung, wel­che das Team dann über die Zeit bringt.

Von SENF Kollektiv,
Senf

«Wir le­ben in ei­ner ver­blö­de­ten Mei­nungs­welt!»

Alex­an­der Vel­ja­nov ist die un­ver­wech­sel­ba­re Stim­me der Dark-Wa­ve-Band Dei­ne La­kai­en. Mit sei­nem neu­en So­lo­al­bum gas­tiert er am 9. No­vem­ber in Frau­en­feld. Ein Ge­spräch über Schub­la­den, Lü­ge, Wahr­heit und die Fra­ge, was Mu­sik mit un­se­rem Mensch­sein zu tun hat. 

Von Michael Lünstroth,
VELJANOV 2018 03

Zumthor plant in Wildhaus

Noch mehr Spit­zen­ar­chi­tek­tur fürs Tog­gen­burg

Von René Hornung,
Steinmodell 2

Die SP setzt auf Pe­ter Oli­bet

Ein Wahl­gang ge­nüg­te: Die SP der Stadt St.Gal­len schickt Pe­ter Oli­bet ins Ren­nen um die Nach­fol­ge von Stadt­rat Pe­ter Jans. Er er­hielt 109 von 182 Stim­men. In der Fra­ge­run­de ging es um Spar­po­li­tik, be­zahl­ba­re Woh­nun­gen und die Fra­ge, wie viel Op­po­si­ti­on ein künf­ti­ges Re­gie­rungs­mit­glied noch ma­chen kann.

Von Philipp Bürkler,
Nomination Peter Olibet 10
Heftvorschau 11/26
Postkolonial, Kulturgelder, Universum

Wäh­rend Zü­rich und Genf ge­raub­te Ben­in-Bron­zen zu­rück­ge­ben, la­viert das Kul­tur­mu­se­um St.Gal­len. Der­weil un­ter­sucht der Thur­gau sei­ne eth­no­gra­fi­sche Samm­lung und schliess Re­sti­tu­tio­nen nicht aus. Aus­ser­dem im No­vem­ber­heft: Der so­li­da­ri­sche Pro­test der St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne ge­gen die Spar­plä­ne des Kan­tons, die neue Aus­stel­lung zum Zehn­jäh­ri­gen im Na­tur­mu­se­um St.Gal­len, das ers­te elek­tro­ni­sche So­lo­al­bum von Ka­fi-D und vie­les mehr.

Saiten 2611 01 Cover

Zü­rich und Genf ma­chen vor­wärts, St.Gal­len bremst

Seit ei­ni­gen Jah­ren sind Ben­in-Bron­zen in Schwei­zer Mu­se­en ein heis­ses Ei­sen. Im St.Gal­ler Kul­tur­mu­se­um la­viert man bei der Fra­ge ei­ner mög­li­chen Rück­ga­be zwi­schen Dia­log­be­reit­schaft und Ver­wei­ge­rungs­hal­tung.

Von Richard Butz und Hans Fässler,
Benin bronze kulturmuseum 2026

Bücherherbst: Nie ist alles gut von Raffael Rihs

Mo­ment­auf­nah­men

Von Veronika Fischer,

Ma­gen­brot bis zu­letzt

Ein Fes­ti­val über den Tod – darf das auch lus­tig sein? «Last Call» lädt am 31. Ok­to­ber in St.Gal­len da­zu ein, über das Ster­ben zu spre­chen. In­ter­view mit Mi­chel­le Mauch­le von der Ge­schäfts­stel­le Pal­lia­ti­ve Ca­re Stadt St.Gal­len.

Von Philipp Bürkler,
Festival zum tod michelle mauchle

Kampf­sport als Safe Space

In St.Gal­len hat am Sams­tag zum ers­ten Mal ein eman­zi­pa­to­risch-an­ti­fa­schis­tisch-que­er­fe­mi­nis­ti­sches Kampf­sport­tur­nier statt­ge­fun­den. Wie das aus­sieht? Schon ziem­lich bru­tal, aber dann auch wie­der herz­lich.

Von Malena Widmer,
DSC02464

Bücherherbst: Unwucht von Sarah Elena Müller

Zwi­schen Lie­be und Lei­den

Von David Gadze,

Be­stän­dig­keit, die ero­diert 

Seit 35 Jah­ren un­ter­sucht Pa­trick Roh­ner Na­tur­pro­zes­se, ins­be­son­de­re im Zu­sam­men­hang mit Geo­lo­gie, zeich­ne­risch, ma­le­risch und bild­haue­risch. Die Aus­stel­lung «Fal­tun­gen» im Mu­se­um Bickel zeigt noch bis zum 22. No­vem­ber ei­nen Quer­schnitt die­ser kon­ti­nu­ier­li­chen Be­schäf­ti­gung. 

Von Angela Kuratli,
Gu Kas Pa Ro 26 385960 Email Orginal 2

Klimaseniorinnen besuchen Bern

Hit­ze und Dür­re im Bun­des­haus

Von Beatrice Häfliger,
Gruppenfoto

Chil­len am Steinach­strand

Vor dem Karls­tor ein Pick­nick un­ter Bäu­men am Ufer, die Mit­tags­pau­se mit den Füs­sen im Was­ser vor der Kan­tons­schul-Bi­blio­thek oder ein Bier am Bäch­lein zwi­schen der Bar La Bue­na On­da und dem «Bier­hof» – das al­les soll ge­mäss der Mach­bar­keits­stu­die «Al­te Stein­ach» mög­lich wer­den. Am Mon­tag ha­ben sie die Ver­ant­wort­li­chen vor­ge­stellt. 

Von René Hornung,
Alte Steinach Karlstor Zukunft

Hu­mor und Hal­tung

Del­fi­ne, Her­zen und Flag­gen. Die «Il­lo Kon­stanz Vol. 5» zeigt über 60 Ar­bei­ten von in­ter­na­tio­na­len Il­lus­tra­to­ren. Die Schau lässt viel Raum für ei­ge­ne Zu­gän­ge, übt aber auch Kri­tik und zeigt Hal­tung.

Von Vera Zatti,
IMG 1890 2

«Die­ser Ort braucht ei­ne Per­spek­ti­ve»

Der Ver­ein Lat­tich im Gü­ter­bahn­hof­are­al St.Gal­len fei­ert das 10-Jahr-Ju­bi­lä­um. Noch im­mer kämpft er mit Ein­spra­chen. Der Vor­stand der Grün­dungs­pha­se hat auf­ge­ge­ben. Seit gut ei­nem Jahr bil­den Adel­heid Kar­li und Flo­rim Ša­ba­ni das Co-Prä­si­di­um.

Von Andi Giger, Bilder: Nayla Baumgartner,
2610 Redeplatz

Nachruf auf Urs Ullmann

«Wir nann­ten ihn ‹Sun­ny› we­gen sei­nes auf­ge­stell­ten Ge­müts»

Von Urs Oskar Keller,
Urs Ullmann Maerz 2023 Altnau Urs Oskar Keller

Bücherherbst: Mondläufer von Daniel Badraun

Vom Le­ben und Schrei­ben

Von Sieglinde Wöhrer,
Bildschirmfoto 2026 10 19 um 15 34 04

Wenn Mu­se­ums­ob­jek­te ei­nen neu­en Sinn be­kom­men

Ei­ne ben­zin­be­trie­be­ne Glüh­bir­ne? Ein ro­bus­tes Schnaps­glas? Oder ein Kat­zen­hals­band, das die Raub­tie­re vom Vö­gel­fan­gen ab­hal­ten soll? Im His­to­ri­schen Mu­se­um Thur­gau schlum­mern ei­ni­ge Ge­gen­stän­de, de­ren Funk­ti­on auf den ers­ten Blick nicht ganz klar ist. Tho­mas Götz, Mar­ti­na Hü­gi und Ste­fan Kel­ler muss­ten die­se am Icon Po­et her­aus­fin­den.

Von Judith Schuck,
Icon Poet Judith Schuck

Lang­sam­keit als Mo­tor

Die St.Gal­ler Rock­band The Black Salt ver­öf­fent­licht ihr zwei­tes Al­bum. Und ver­ab­schie­det sich ein Stück­weit von ih­ren An­fän­gen.

Von David Gadze,
Theblacksalt1

Fah­nen der Ver­gäng­lich­keit

Die Welt ist in ste­tem Wan­del. Und man­che Ver­än­de­run­gen sind ir­rever­si­bel – Glet­scher schmel­zen, Tier- und Pflan­zen­ar­ten ster­ben aus. Die Aus­stel­lung «Flim­mern» wid­met sich der Be­wusst­wer­dung die­ses Wan­dels – und dem Schmerz, den er aus­löst.

Von Judith Schuck,
Flimmern Blossom 0 2 von Hoa Luo Patrik Muchenberger