Diese Augustwochenenden haben es in sich. Selbst Profi-Freizeitplaner kommen ins Schleudern, und kaum einer bekommt all die Grillpartys, Sommerhochzeiten, Openair-Kino-Termine und Freiluftkonzerte unter einen Hut. Und dann kommen da noch die Festivals ums Eck gerollt.
So auch das Out in the Green Garden, das vom 10. bis 12. August in Frauenfeld zu finden war. Man musste nur den Wegweisern zur «Ponyschau» folgen – die war überall angeschrieben –, und schon zeigten sich hinter Büschen und Bäumen die Zelte und Bühnen im Grünen. Ponys gab es dann keine, aber David Nägeli, Mitglied des Organisationskomitees, nimmt den Gedanken mit in die Planung fürs nächste Jahr: «Wir suchen immer neue Ideen und Umsetzungen, und ein paar Ponys, die hier herumlaufen wären sicherlich cool», so Nägeli, der nach zwei Stunden Schlaf total entspannt in der Sonne sitzt.
Positiv überrascht sei er von der neuen Zusatzlocation unter der Brücke der Militärstrasse. Dort fand der zweite Teil des Festivals statt – nach Mitternacht wurde geswitcht und das B-Gelände beravet. Daher der Zusatz in der Vorankündigung: «Ein Festival in zwei Teilen. Wie Goethes Faust, nur cooler».
Viel Grün, viel Stimmung am Ufer. (Bilder: pd)
Faust I gab‘s also im Murg-Auen-Park, Faust II – die dunkle, crazy Version, die keiner so recht durchschauen mag – dann in weiterer Entfernung von den Anwohnern, so dass laut und trotzdem nachbarschaftsfreundlich gefeiert werden konnte. Bislang habe sich auch noch keiner beschwert, so Nägeli. Platz war hier dann auch für handgebaute Soundsystems und zur Musik passende Visuals.
Raven bis zum Sonnenaufgang
Musikalisch wurde einiges aufgefahren. Am Freitag gab es im Murg-Auen-Park nach der traditionellen Eröffnungsband des Festivals, den Friedheimer Spatzen, Bluegrass von Mr. Marble’s Puddlestompers, Folk von Franky Silence & The Ghost Orchestra, Deutschrap von Manfred Groove, Garage-Rock-Punk aus Israel von Häxxan, Hip-Hop zuerst von Akira & P.Vlex und schliesslich noch von Fliptrix. Geravet wurde im Anschluss bis zum Sonnenaufgang mit den DJs Kappeler, CCO, Turntable Actor Chloroform, Misomaniac und Nitrate.
Akira & P.Vlex im Park.
Die regionalen Musikgewächse werden im Festival-Garten seit je gepflegt. Am Samstag waren dies Sounds der Frauenfelder Funkgroup JamCo, der Ostschweizer Rockband Nøø, sowie der Indie-Band Delirious Mob Crew und die Gipsies von Los Scaraband. Danach Indie-Pop von dem neuseeländischen Jonathan Bree, Klezmer von Cheibe Balagan, Garage Rock aus Berlin von Odd Couple, Electro-Pop-Punk von Misses Poe – alles nice!
Vor allem aber 5KHD aus Wien, die Headliner vom Samstagabend, überzeugten das Publikum und boten mit ihrem Trip-Hop-Mood einen passenden Konzertabschluss vom Hauptfestivaltag, an dem der Festplatz auch schon um halb neun bumsvoll war. 1000 Leute dürfen auf das Gelände und die waren alle da. Zum Rave ging es dann weiter mit Illegyalz, Subsanity, Zunami & P-Tess, Nade & Darius D und Dimette.
Sonntag war Chilltag
Am Sonntag ging es dann schon um elf Uhr vormittags los mit der Kinderband Tischbombe, die den Kids ordentlich das Partymachen lehrte. Am Nachmittag folgte eine Märlistund mit der Bücherfrau Marianne Sax, die aus Des Kaisers neuen Kleidern las und dabei von Rina Jost in Live-Illustrationen begleitet wurde.
Das musikalische Programm begann entspannt am Flussufer mit der niederländischen DJane Eevee und nahm mit Francois Boulanger & Die gefährliche Aludose, dem Hip-Hop-Duo Smith & Smart und der katalanischen Reggaeband Microguagua sein Ende.
Umrahmt wurden die drei Festivaltage von einer liebevoll und kreativ gestalteten Location. Nepalesische Gebetsfahnen hingen in den Bäumen, eine mongolische Jurte lud zum Jammen ein, ein kleiner Flohmarkt bot schöne Dinge und die Alternative Schule Frauenfeld kümmerte sich um das kulinarische Angebot mit feinen Gerichten aus Kochbananen und Fladenbroten. Zum Pausieren gab‘ s ein Lovebänkli und zum bunten Austoben grosse, weisse Leinwände plus Farben. Fazit: Bunt, grün, mega nice: Out in the Green Garden, Frauenfeld.
Für Sentimentale und diejenigen, die versehentlich doch auf der Ponyschau waren, gibts hier alles zum Nachhören.
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