Am vergangenen Sonntag hat der FC St.Gallen gegen den FC Luzern gespielt. Wie würden die Sportredaktionen der gemeinsam geführten Zeitungen in Luzern und St.Gallen darüber berichten?
Pascal Hollenstein: Im Fussball wird natürlich jede Zeitung ihre eigene Optik haben, das ist zwingend. Der «Bund» und der «Tages-Anzeiger», die beide Tamedia gehören und viele gemeinsame Inhalte haben, berichten ja auch nicht gleich, wenn YB gegen den FCZ spielt.
Diese regionale Optik dürfte bei Ressorts wie dem Ausland weniger zwingend sein.
Tatsächlich kann man zum Beispiel über die Präsidentschaftswahlen in den USA für Ost- und Innerschweizer Leser identisch berichten, hier spielen regionale Besonderheiten keine Rolle.
Wie sieht das für die nationale Politikberichterstattung aus? Hier wurde von der St.Galler und Thurgauer Regierung bereits die Befürchtung geäussert, dass die Ostschweizer Perspektive auf nationale Themen verloren geht.
Hier muss man von Fall zu Fall abwägen. Ich denke, dass man in der Inlandberichterstattung 80 Prozent der Themen für beide Zeitungen gleich machen kann. Schauen wir uns zum Beispiel die aktuellen Abstimmungsvorlagen an: Die Durchsetzungsinitiative und die «Heiratsstrafe»-Initiative betreffen und interessieren den Appenzeller und den Urner gleichermassen. Ganz anders sieht das natürlich für die Vorlage zum Bau einer zweiten Röhre am Gotthard aus. Hier wird jede Zeitung auf regionale Besonderheiten Rücksicht nehmen.
In den Redaktionen herrscht die Befürchtung, dass durch die engere Zusammenarbeit der verschiedenen Ressorts Stellen gestrichen werden.
Das wirtschaftliche Umfeld für bezahlte Zeitungen wird weiter schwierig sein. Dazu gehört auch, dass das Sparen aktuell bleibt. Ich habe allerdings keinen Auftrag gefasst, der explizit einen Stellenabbau beinhaltet.
Pascal Hollenstein, der neue überregionale Chefredaktor von «Tagblatt» und «NLZ». (Bild: NZZ)
Wie werden Sie sich als Chefredaktor die Zeit zwischen St.Gallen und Luzern aufteilen? Werden Sie überhaupt regelmässig im Tagesgeschäft präsent sein?
Ich wohne in Zürich, das liegt verkehrsmässig ideal zwischen den beiden Städten. Ich will in den Redaktionen präsent sein und werde meine Arbeitszeit fifty-fifty in St.Gallen und Luzern verbringen, entweder tage- oder wochenweise. Es ist sicher nicht die Idee, dass ich die beiden Redaktionen von Zürich aus führe. Das würde nicht funktionieren. Ein Chef muss greifbar sein und nicht nur E-Mails verschicken.
Von einem Chefredaktor wird auch erwartet, dass er publizistisch präsent ist. Wie oft werden Sie selber schreiben?
Zeit für grosse, aufwändig recherchierte Geschichten wie jetzt bei der «NZZ am Sonntag» werde ich wohl nicht mehr haben. Ich sehe mich aber in erster Linie als Journalist und nicht als Manager und werde darum regelmässig schreiben und kommentieren. In welcher Form und wie oft, kann ich aber noch nicht sagen. Am Anfang wird es vor allem darum gehen, dass ich mich in die beiden unterschiedlichen Redaktionen und Kulturen einarbeite.
Wie wollen Sie diese unterschiedlichen Kulturen zusammenführen?
Ich komme sozusagen als Lehrling, werde viel zuhören und Gespräche führen. Ein Patentrezept habe ich natürlich nicht. Allerdings gibt es in der Schweiz Beispiele von Zeitungen, die erfolgreich mehrere Titel aus stark unterschiedlichen Regionen integriert haben. Etwa die Aargauer Zeitung mit der Solothurner Zeitung und der Basellandschaftlichen Zeitung.
Wie werdern Sie auf Unsicherheit und Angst vor Veränderungen reagieren, die derzeit in den Redaktionen spürbar sind?
Ich hoffe, dass die Journalisten diese Veränderung auch als Chance sehen und sich für das gemeinsame Produkt begeistern können. Die stärkere Zusammenarbeit ist für die Schreibenden auch eine Chance: Im Regionalzeitungsverbund können sie bis zu 550’000 Leser erreichen.
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Mit dem Ensemble TAK aus New York gastierte am Dienstag ein Neue-Musik-Quintett von Weltrang im St.Galler Kultbau. Organisiert vom Zyklus Contrapunkt, hätte der Abend mehr Publikum verdient. Ein Bubble-Problem?
Das St.Galler Kulturmuseum öffnet in der neuen Ausstellung «Stereotypes: Neanderthalerin» den Blick auf diese Steinzeitmenschen. Die Schau mit viel Pink verknüpft geschickt Spiel mit Wissenschaft und Vergangenheit mit Gegenwart.
Das Theater an der Grenze in Kreuzlingen startet heute in die neue Spielzeit. Kürzlich verstarb die prägende Co-Präsidentin Anna Rink. Ausserdem fällt der bisherige Spielort im Kulturzentrum Kult-X bis Ende 2027 weg. Wie der Verein diese Hürden meistert, erzählen Präsidentin Vroni Ellenbroek und Klaus Okrafka aus der Programmleitung im Interview.
St. Gallen startete gut in die Partie, agierte aber oftmals zu umständlich gegen tief verteidigende Sittener und blieb letztlich glücklos.
Auf seinem neuen Soloalbum thematisiert Manuel Stahlberger die Überhitzung. Die klimatische, die gesellschaftliche, die politische. Gemeinsam mit Bit-Tuner hat der St.Galler Musiker dafür einen düsteren, elektronischen Sound gefunden.
An Kleinbauten gehen wir oft achtlos vorbei: Buswartehäuschen, öffentliche WCs, nicht mehr gebrauchte Telefonkabinen oder Feuerwehr- und Strassenwärtermagazine. Aktuell gibt es dazu eine Ausstellung im 1. Stock des Rathauses St.Gallen.
Bis 2050 will die Stadt St.Gallen klimaneutral sein. Karin Hungerbühler und Tobias Fischer-Künzler von der Dienststelle Umwelt und Energie beantworten Fragen zur bevorstehenden Klimawoche und zum Klimaschutz in der Stadt.
Anita Zimmermann alias Leila Bock prägt die St.Galler Kulturszene seit Jahrzehnten – als Künstlerin, als Vermittlerin, als Ermöglicherin. Sie hat Widerstände überwunden und andere Künstler:innen immer wieder herausgefordert. Eine Würdigung
Die St.Galler Museumsnacht findet in diesem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Jubiläum blickt Vereinspräsidentin Barbara Affolter zurück und nach vorne. Sie sagt, was die Museumsnacht bis heute ausmacht und wohin sie sich entwickeln soll.
Die Ausstellung «Voller Leben» des Vereins IG Halle Rapperswil wirft Schlaglichter auf künstlerische Schaffensprozesse und ihre Verbindungen zur Natur.
Kolumne: Stimmrecht