Unvergesslich, welche Vielfalt an Stimmlagen und Sprecharten er beherrscht hat: witzig und nachdenklich, frech und innig, philosophisch, gesprächig, melancholisch – Fred Kurer schien alles gleichermassen leicht und stilsicher von der Zunge zu gehen. Und so reich sein literarisches Schaffen, so grenzenlos war seine Neugier für die Welt.
Darüber gibt, ein Jahr nach dem Tod des St.Galler Autors, die Literaturzeitschrift «Orte» Auskunft. Mitte September wird sie in St.Gallen präsentiert.
Fred Kurer beim Gespräch mit Saiten, 2014. (Bild: Tine Edel)
«Unter mir die lange Strasse» ist die Hommage betitelt, herausgegeben von Kurers Wegbegleiter Richard Butz. Er zeichnet die literarische Biografie Kurers nach, vom ersten (und einzigen) Roman Abschied von… bis zu den letzten Gedichten. Und er lässt anhand von Fotos und Gedichten die zahlreichen gemeinsamen Reisen, 1993 bis 2019, noch einmal Revue passieren: Australien, Syrien, Kaukasus, Mittel- und Osteuropa, Nord-, Mittel- und Südamerika… Kurer spricht selber einmal von seiner «seefahrenden Seele».
Orte-Vernissage und Gedenkkonzert: 18. September, 10.30 Uhr (Matinée) und 17 Uhr (Konzert Peter Waters, Lucas Niggli), Centrum dkms St.Gallen
Unter mir die lange Strasse. Reisen, vermitteln, schreiben – Fred Kurer (1936-2021), Orte No 217, Fr. 18.-
In der Orte-Publikation kommen weitere Freunde und Freundinnen zu Wort: Heiko Strech, den mit Kurer die Verehrung für Joseph Conrad verband, Autorin Barbara Traber, Verlegerin Irene Bourquin, Kellerbühnen-Leiter Matthias Peter und Franz Hohler, der zu Kurers Ironie schreibt: «… sie war eine Schwester seines Humors, war oft von einem trockenen Lachen begleitet und legte einen kleinen Abstand zwischen ihn und die Realität».
Und gleich nochmal Kurer: Christoph Ferber hat eine Auswahl seiner Gedichte ins Italienische übersetzt und im Thurgauer Caracol-Verlag herausgebracht unter dem Titel Wenn Träume träumen könnten / Se i sogni sapessero sognare. Hier ist noch einmal der «ganze Kurer» drin, Hochdeutsch und Mundart.
Fred Kurer/Christoph Ferber: Wenn Träume träumen könnten / Se i sogni sapessero sognare, Caracol Verlag Warth 2022, Fr. 20.-
Besonders berühren seine Familien-Gedichte: die Hommage an die Mutter, an den Bernecker Grossvater oder jenes Gedicht, in dem sich das Kind ein Foto von Vater und Mutter von lange vor seiner Geburt anschaut – und den beiden heimlich nachgeht, bis es sich sicher ist: «Ihr Kind werde ich dereinst sein / Un giorno sao loro figlio». Das Gedicht heisst Sentimental – es ist genau jene Sentimentalität, die nie gefühlig wird und einem das Herz an einer besonders empfindlichen Stelle kratzt, wie es nur Kurer konnte.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 7: Rathausoper Konstanz, Charles Uzors The Great Wall. A Labyrinth, Clanx-Festival und Rundgänge zu Wiboradas Schwestern.
Gegen dieses Luzern müsste der FC St.Gallen eigentlich drei Punkte einfahren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es immerhin einer wird. Der Ausgleich gelingt erst weit in der Nachspielzeit per Penalty. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Herbert Rauch (1929–2012) war Briefträger und Künstler. In den Schwarz-Weiss-Fotografien des Rankweilers erscheinen Objekte wie Steine und Federn als abstrakte, grafische Gebilde. Nun ist ein Fotoband zu seinem Spätwerk erschienen, und im Schauraum René Dalpra in Altach sind seine Arbeiten ausgestellt.
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Eines der vielen Gebäude des Sitterwerks, die vor genau 100 Jahren erbaute Schwarzfärberei, beherbergt heute die Kunstbibliothek und die Materialmusterschränke. Eine Aufstockung soll künftig mehr Platz schaffen.
Noch bis in den Herbst hinein und auch in den zwei folgenden Sommern bleibt die Voliere im Stadtpark eine Buvette. Ab 2029 wird sie zur «Maison des œufs», zum didaktischen Hühnerhof. Die eingereichten Ideen sahen noch ganz andere Nutzungen vor.
Der Streit ums St.Galler Verbot von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen geht in die nächste Runde: Das Referendumskomitee hat die notwendigen Unterschriften gegen eine Änderung des kantonalen Strassenverkehrsgesetzes eingereicht. Damit wird das Stimmvolk über die Frage entscheiden.
Kolumne: 24/7 Traumacore
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 6: «Wegwarte 002», Sur le Lac, Winterthurer Musikfestwochen und Schlossfestspiele Werdenberg.
Der FCSG kriegt beim Auswärtsspiel in Lissabon die Grenzen deutlich aufgezeigt. Sie verlieren das Spiel 0:5. Damit geht's für den FCSG jetzt gegen Sheriff Tiraspol in der Conference League weiter. Das Spiel zum Nachlesen im SENF-Ticker.
Notizen zu Christopher Nolans The Odyssey
Anja Braun lebte bereits 18 Jahre in der Schweiz, als sie sich gemeinsam mit ihrer Familie entschied, sich einzubürgern. Es war ein logischer Schritt. Das Verfahren war es nicht immer.
Neues Buch
Bereits 1971 eröffnete Ursula Krinzinger ihre erste Galerie in Bregenz. Bis heute prägt sie die Kunstszene weit über die Bodenseeregion hinaus. Nun befasst sich die Bregenzer Sommerausstellung im Palais Thurn und Taxis mit der Galeristin.
Bis zum Ende der Sommerferien präsentiert Saiten wöchentlich Kulturtipps aus der Region. Teil 5: Emil Brunner – «Berg Kind Welt», Rapid Openair und Kulturufer.
Der Spagat zwischen europäischen Nächten und biederem Superleague Alltag ist oft schwer. So auch heute. Eine Leistungssteigerung und die richtigen Wechsel in der zweiten Halbzeit reichen aber für die ersten drei Punkte der Saison.
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Mit Hildegard Fässler (1951–2026) verstarb kurz vor ihrem 75. Geburtstag eine der profiliertesten Ostschweizer Politikerinnen an den Folgen einer schweren Erkrankung. Nachruf einer langjährigen Weggefährtin.
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