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Union-Gebäude: umbauen oder schleifen

Stadt und Kanton St.Gallen haben die lange versprochene Erklärung zur Zukunft der gemeinsamen Bibliothek veröffentlicht. Am Standort Union/Blumenmarkt wird weiter geplant. Aber ob das Gebäude aus den 1950er-Jahren stehen bleiben wird, ist offen.
Von  René Hornung
Das Union, künftiger Standort der Haupstadt-Bibliothek.

Zuerst war die nun publizierte Mitteilung zur Bibliothekszukunft auf Anfang 2018, dann auf Mitte Februar angekündigt. Doch weil die Politiker um das inzwischen deutlich ausgefallene Ja zur Theatersanierung zitterten, schoben sie die Mitteilung zur Bibliothekszukunft vor sich her. Man wollte kulturskeptische Stimmberechtigte nicht noch mit einem weiteren Grossprojekt kopfscheu machen.

Was Saiten schon in der Januarausgabe zur «nomadischen Bibliothek» schrieb, ist jetzt behördlich bestätigt: Stadt, Kanton und die Hausbesitzerin des Uniongebäudes, die Helvetia Versicherungen, haben den Standort genauer angeschaut: «Die Untersuchungen durch das kantonale Hochbauamt haben die Machbarkeit inzwischen bestätigt. Die weiteren Planungsarbeiten sind auf den laufenden partizipativen Prozess zur Neugestaltung von Marktplatz, Bohl und Blumenmarkt abgestimmt», heisst es in der gemeinsamen Medieninformation von Stadt, Kanton und Helvetia.

Ideal sei der Standort, weil er mitten in der Stadt liegt, zwischen den Universitätsstandorten auf dem Rosenberg und dem künftigen Campus am Platztor sowie der Fachhochschule. Und wichtig sei, dass die Kinder- und Jugendbibliothek am gleichen Ort untergebracht werden könnte.

Union als Teil der St.Galler Architekturgeschichte

Doch viele Fragen bleiben ohne Antwort. Etwa die nach einem Umbau oder Abriss des Uniongebäudes. Daran hängen auch die künftige Gestaltung des Marktplatzes und ein städtebaulicher Grundsatzentscheid: Steht das heutige Union, das in den Stadtgraben hineingebaut wurde, richtig?

Das 1950/51 entstandene Uniongebäude wurde von den beiden Architekten – Vater und Sohn – Ernst Hänny geplant. In diesem St.Galler Architekturbüro arbeitete auch der später berühmt gewordene Ernest Brantschen. Das Union sei aber definitiv kein Brantschen-Bau, hält Architekt und Zeitzeuge Max Graf fest, der in jenen Jahren ebenfalls im Büro Hänny arbeitete. Als der junge Brantschen ins Büro Hänny eintrat, sei die Union-Planung bereits abgeschlossen gewesen, erinnert sich Max Graf.

Und noch eine Korrektur zum Bericht in der Januar-Printausgabe von Saiten: Während der Planungen am Union starb Ernst Hänny junior, nicht der Vater. Ernest Brantschen wurde später Partner im Büro Hänny. Auch andere, in St.Gallen wichtige Architekten begannen ihre Laufbahnen hier. Etwa Fritz Stähli oder Hanspeter Nüesch sowie die Architekten Bärlocher und Unger, «die damals immer das Neuste aus Zürich nach St.Gallen mitbrachten», wie sich Max Graf erinnert.

Ein Architekturwettbewerb soll Antworten liefern

Ein anderes ungeklärtes Thema: Was könnte aus dem Vadiana-Gebäude im Museumsquartier werden, wenn die Kantonsbibliothek dort ganz auszieht? Und: Ist es klug, wenn sich eine von der Öffentlichkeit finanzierte Bibliothek in einem Gebäude im Besitz einer Versicherungsgesellschaft einmietet? Denn klar sei – so die Medienmitteilung –, dass die Helvetia Hausbesitzerin bleiben will.

Einige Antworten soll ein Architekturwettbewerb liefern, der 2019 ausgeschrieben wird. Danach sei der Entscheid «Sanierung oder Neubau» möglich. Entgegen des im Kanton geltenden Ablaufs – zuerst ein Grundsatzentscheid mit Kosten, erst danach ein Architekturwettbewerb – wird hier nach dem in der Stadt üblichen Ablauf geplant: Zuerst der Architekturwettbewerb, dann die parlamentarischen Beratungen mit den Kreditanträgen und den nötigen Volksabstimmungen. Wieviel Geld dereinst zu bewilligen sein wird, muss sich erst noch zeigen.

Klar ist, dass vor 2027 sicher keine Bücher, CDs und DVDs aus der Hauptpost gezügelt werden.

Apropos Bücherei: Schon mal in der kleinsten Bibliothek St.Gallens gewesen? Die «Lesebiene» in der Telefonkabine der ehemaligen Poststelle im Linsenbühl wurde vor fünf Jahren eröffnet und hat sich längst etabliert im Quartier, auch weil sie von ihren Leserinnen und Lesern selber bestückt wird. Die Medienschule St.Gallen hat sie besucht:

Dampf auf dem Kes­sel

Auf sei­nem neu­en So­lo­al­bum the­ma­ti­siert Ma­nu­el Stahl­ber­ger die Über­hit­zung. Die kli­ma­ti­sche, die ge­sell­schaft­li­che, die po­li­ti­sche. Ge­mein­sam mit Bit-Tu­ner hat der St.Gal­ler Mu­si­ker da­für ei­nen düs­te­ren, elek­tro­ni­schen Sound ge­fun­den.

Von  David Gadze
Manuel stahlberger bit tuner heiss pd

Von War­te­häus­chen und ehe­ma­li­gen Te­le­fon­ka­bi­nen

An Klein­bau­ten ge­hen wir oft acht­los vor­bei: Bus­war­te­häus­chen, öf­fent­li­che WCs, nicht mehr ge­brauch­te Te­le­fon­ka­bi­nen oder Feu­er­wehr- und Stras­sen­wär­ter­ma­ga­zi­ne. Ak­tu­ell gibt es da­zu ei­ne Aus­stel­lung im 1. Stock des Rat­hau­ses St.Gal­len.

Von  René Hornung
2 Tramhaeuschen Schibenertor

«Wie ein Vor­film des­sen, was auf uns zu­kom­men könn­te»

Bis 2050 will die Stadt St.Gal­len kli­ma­neu­tral sein. Ka­rin Hun­ger­büh­ler und To­bi­as Fi­scher-Künz­ler von der Dienst­stel­le Um­welt und En­er­gie be­ant­wor­ten Fra­gen zur be­vor­ste­hen­den Kli­ma­wo­che und zum Kli­ma­schutz in der Stadt.

Von  Reto Voneschen , Bilder:  Sara Spirig
2609 Redeplatz Karin Tobias 01

Metz­ger, En­gel, Him­mel und Tan­te Bergs Ro­sen­ge­büsch

Ani­ta Zim­mer­mann ali­as Lei­la Bock prägt die St.Gal­ler Kul­tur­sze­ne seit Jahr­zehn­ten – als Künst­le­rin, als Ver­mitt­le­rin, als Er­mög­li­che­rin. Sie hat Wi­der­stän­de über­wun­den und an­de­re Künst­ler:in­nen im­mer wie­der her­aus­ge­for­dert. Ei­ne Wür­di­gung

Von  Angela Kuratli , Bilder:  Ladina Bischof
2609 Anita Zimmermann SAI2602 1308 C WEB

«Nicht neu er­fin­den, was funk­tio­niert»

Die St.Gal­ler Mu­se­ums­nacht fin­det in die­sem Jahr zum 20. Mal statt. Zum Ju­bi­lä­um blickt Ver­eins­prä­si­den­tin Bar­ba­ra Af­fol­ter zu­rück und nach vor­ne. Sie sagt, was die Mu­se­ums­nacht bis heu­te aus­macht und wo­hin sie sich ent­wi­ckeln soll.

Von  Marion Loher
Museumsnacht Kunstmuseum pd

Le­bens­be­ja­hen­de Wer­ke im Kunst­zeug­haus

Die Aus­stel­lung «Vol­ler Le­ben» des Ver­eins IG Hal­le Rap­pers­wil wirft Schlag­lich­ter auf künst­le­ri­sche Schaf­fens­pro­zes­se und ih­re Ver­bin­dun­gen zur Na­tur.

Von  Lilli Kim Schreiber
Regula Syz 2

Kolumne: Stimmrecht

St.Gal­len in den Au­gen ei­nes Sol­da­ten

Von  Liliia Matviiv

Kunst­ki­osk trifft Nacht­klub 

Der St.Gal­ler Kunst­ki­osk wird fünf­zehn Jah­re alt. Ge­fei­ert wird das mit ei­ner Ju­bi­lä­ums­aus­stel­lung im ehe­ma­li­gen Tif­fa­ny Night Club. Die Ver­nis­sa­ge ist am 12. Sep­tem­ber. Sai­ten hat schon vor der Er­öff­nung vor­bei­ge­schaut.

Von  Vera Zatti
01 Gruppenfoto Kurationsteam 15 Jahre Kunstkiosk QUERFORMAT

Musiktheater

Auf See im Park­haus

Von  Vera Zatti
Bild 08 07 24 um 07 42

Ein tem­po­rä­res Kunst­haus am Ro­ten Platz

Zum 36-jäh­ri­gen Be­stehen sei­ner Ga­le­rie Macel­le­ria d'ar­te trans­for­miert Fran­ces­co Bo­n­an­no ein leer­ste­hen­des Ge­bäu­de am Ro­ten Platz in St.Gal­len in ein bun­tes Haus vol­ler Kunst. Was als klei­nes Pro­jekt be­gann, wuchs zu ei­nem Ge­mein­schafts­werk von fast 100 Kunst­schaf­fen­den. 

Von  Lilli Kim Schreiber
Kunsthaus am roten platz lilli kim schreiber 1

Das Schö­ne an der Pro­vinz

St.Gal­len und Lu­zern ha­ben mehr ge­mein­sam, als man zu­nächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Sai­ten-Re­dak­ti­on in St.Gal­len un­ter­wegs.

Von  Giulia Bernardi Robyn Muffler  und  Raphael Albisser , Bilder:  Claudia Schildknecht
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Auf der Su­che nach (Un)Ru­he

Von St.Gal­len bis nach Süd­afri­ka. Ein Ost­schwei­zer Ehe­paar reist im Land­ro­ver De­fen­der um die Welt. Ih­re Er­leb­nis­se hal­ten die Bau­mel­ers mit ei­ner Ka­me­ra fest. Nun er­scheint ihr Film Im­mer wei­ter in Ost­schwei­zer Ki­nos – ei­ne ehr­li­che Do­ku­men­ta­ti­on, der ei­ne Ein­ord­nung gut ge­tan hät­te.

Von  Daria Frick
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«Open House St.Gallen»

Of­fe­ne Tü­ren – tie­fe Ein­bli­cke

Von  Daria Frick
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 17 40

Museum Herisau

Zeit­rei­se zu den An­fän­gen der Schul­bil­dung

Von  Redaktion Saiten
Bildschirmfoto 2026 09 01 um 10 08 43

Ein Rück­blick auf die ver­ges­se­ne Künst­le­rin Mag­gy Mau­ritz

Das Küefer-Mar­tis-Hu­us in Rug­gell wid­met sich in ei­ner Re­tro­spek­ti­ve der Wie­der­ent­de­ckung ei­ner völ­lig über­se­he­nen Künst­le­rin: Mag­gy Mau­ritz war ei­ne Pio­nie­rin der Graf­fi­ti­kunst und des Lett­ris­mus.

Von  Sieglinde Wöhrer
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Der lan­ge Weg nach Hau­se – ein Stol­per­stein für Ja­kob Lütschg

Ja­kob Lütschg kehr­te nie nach Bal­gach zu­rück. 82 Jah­re nach sei­nem Tod im Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger Bu­chen­wald kehrt we­nigs­tens sein Na­me heim. Der ers­te Stol­per­stein im St. Gal­ler Rhein­tal er­in­nert an ein Le­ben, das bei­na­he ver­ges­sen ging.

Von  Shqipton Rexhaj
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Musik am See

Pia­no­klän­ge für al­le

Von  Vera Zatti
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FC St.Gal­len vs. FC Thun 3:4 – Es wird heu­te nicht mehr bes­ser

Tor­reich, span­nend und doch ent­täu­schend - nur ei­ne Vier­tel­stun­de gu­ter Fuss­ball reicht halt nicht zum Punkt ge­gen Thun. 

Von  SENF Kollektiv
Senf

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

Von  Vera Zatti
Abutz DSC 9766 Portrait wahl fischer klein cmky

Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

Von  David Gadze
Meter 6 david gadze