Es war das Jahr 1942. In Europa tobte der Zweite Weltkrieg. An eine Fussball Weltmeisterschaft mochte in dieser Zeit niemand denken. Zwar war die FIFA zwölf Jahre davor mit der Idee, alle vier Jahre eine neue Weltmeisterschaft auszutragen, gestartet, doch im Turnierkalender klafft zwischen 1938 und 1950 ein grosses Loch.
Oder doch nicht? Einige glauben, dass es 1942 eine Fussball Weltmeisterschaft gab, die im südamerikanischen Patagonien stattfand. Weshalb aber weiss kaum jemand davon? Das Turnier wurde von offizieller Seite nie anerkannt, Gerüchte eines solchen Ereignisses kursieren aber seit Jahrzehnten. Was ist wahr, was nicht? Um dies herauszufinden sind die beiden Regisseure Lorenzo Garzella und Filippo Macelloni nach Südamerika gereist. In ihrem Film The Lost World Cup – Il mundial dimenticato erzählen sie die Geschichte eines 77-jährigen Mythos und lassen dabei die Grenze zwischen Fiktion und Realität verschwimmen.
Mutige Frauen
The Lost World Cup ist einer von mehreren Filmen, die an den diesjährigen Fussballlichtspielen, die vom 14. bis 16. November stattfinden, gezeigt werden. In St.Gallen ist der Mockumentary eine Schweizer Premiere. Er läuft am Freitag, der «ein bisschen der Fantasy-Tag» ist, wie die Veranstalter sagen. Denn gezeigt wird an diesem Abend im ehemaligen Kino Tiffany auch Diamantino. Der «grösste Fussballstar aller Zeiten» muss seine Bilderbuchkarriere aufgeben, doch die Suche nach einer neuen Lebensaufgabe entpuppt sich als «psychedelische Odyssee». «Ein irrer Streifen über Geldwäscherei, Klone, böse Zwillinge, die unerwartete Liebe, faschistische Gelüste und riesige Hundewelpen», heisst es in der Filmbeschreibung.
5. Fussballlichtspiele St.Gallen, 14.–16. November, Kino Tiffany, St.Gallen
Tag 1: Englische Legenden
Tag 2: Wahnsinnige Fussballgeschichten
Tag 3: Starke Frauen und der perfekte Fussball
fussballlichtspiele.ch
Der Samstag gehört den «starken Frauen». Da geht es um die Kapitänin des iranischen Futsal-Nationalteams, die gegen den Willen ihres Ehemanns, am Final des Asien-Cup teilnehmen will (Aragh-e-Sard – Cold Sweat) oder um Charlie, der in die Jugendabteilung eines Clubs in der ersten englischen Liga wechseln könnte, gleichzeitig aber weiss, dass er ein Mädchen ist (Just Charlie – Einfach Charlie) oder um Alina, die hofft, dank dem Fussball der Armut ihrer ukrainischen Heimat entfliehen zu können (Home Games – Domashni Igri).
Gast aus Manchester
Für Ruben Schönenberger, Präsident des Vereins Fussballlichtspiele St.Gallen, ist es schwierig, einen Film besonders hervorzuheben. «Wir wählen ja grundsätzlich nur Filme aus, die uns gefallen», sagt er und tut es dann doch: «Als grosser England-Fan freue ich mich allerdings schon auf den ersten Tag: Mit Trautmann – the Keeper haben wir am Donnerstag einen sehr guten Fussballfilm, der auch Geschichtliches beinhaltet. Zudem spricht im Anschluss Gary James mit uns über den Film.» James lassen die Organisatoren eigens für das Fussball Film Festival aus Manchester einfliegen. «Er ist ein profunder Kenner der Geschichte von Manchester City und hat das Filmteam auch beraten», sagt Schönenberger, der James auch persönlich kennt.
In der grossen Runde diskutiert wird aber nicht nur an diesem Abend, sondern auch an den darauffolgenden Tagen. Am Freitag ist der Filmjournalist Jan Tilman Schwab zu Gast und am Samstag wird nach Just Charlie das Thema trans Menschen thematisiert.
Fussball ist mehr als elf gegen elf
Die Fussballlichtspiele finden bereits zum fünften Mal statt. Entstanden sind sie aus dem Gedanken heraus, dass Fussball mehr ist als elf gegen elf und 90 Minuten sportlicher Wettkampf. «Der Fussball produziert täglich Schönheiten, die aber oft – gerade in der medialen Dauerversorgung – untergehen», sagt Schönenberger. Die Fussballlichtspiele St.Gallen wollen das ändern. Fussball sei Kultur. Deshalb gehöre er nicht nur auf die Fussballplätze, sondern auch in die Stadt – und auf die Leinwand.
Inspiration holen sich die Organisatoren unter anderem aus einem immer grösser werdenden Netzwerk und vom internationalen Fussballfilmfestival «11mm» in Berlin. «Es ist so was wie unser grosser Bruder. Dort treffen wir Leute und schauen uns viele Filme an, von denen es dann einige auch in unser Programm schaffen», so der Vereinspräsident. «Es war aber auch schon umgekehrt. Im vergangenen Jahr hatten wir Nossa Chape als Europapremiere, das 11mm hat ihn dann nach uns ins Programm aufgenommen.»
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
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Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
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Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
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Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
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