An der letzten WM in Russland kam es zur Begegnung zwischen Kolumbien und Japan. In der dritten Minute berührte Carlos Sanchez den Ball im Strafraum bei einem Abwehrversuch mit dem Arm. Die Folge: Penalty für Japan und rote Karte für Sanchez. Kolumbien verlor den Match mit 1:2.
Eine beliebige Szene in einem langen Turnier.
Nicht aber für das Publikum der Fussballlichtspiele vom letzten Jahr, das dort den grossartigen Dokumentarfilm The Two Escobars gesehen hatte. Darin wurde das Leben des Fussballspielers Andrés Escobar (u.a. Young Boys) und des Drogenbarons Pablo Escobar zu einem Porträt der kolumbianischen Gesellschaft zur hohen Zeit des Medellin-Kartells verwoben.
Kurz nach einem unglücklichen Eigentor an der WM 1994 in den USA war der Fussballer in einer Bar in Medellin erschossen worden. Ob der Täter ein Auftragsmörder war, liess sich nicht beweisen. Das Kartell hatte hohe Wetten auf einen Sieg Kolumbiens platziert.
Carlos Sanchez soll nach der Niederlage seiner Mannschaft über soziale Medien Morddrohungen erhalten haben.
Aber natürlich ist die WM lange vorbei und eigentlich schon vergessen. Und die nächste Ausgabe der Fussballlichtspiele startet in St. Gallen am 6. September.
So viele Filme über Fussball
Manchmal denkt man, so viele Filme über Fussball kann es doch gar nicht geben.
Es ist bereits die vierte Ausgabe.
Im Programm geht es wie meistens um die Underdogs der Fussballwelt. Am Freitag heisst das Thema Island. Das Fussballland.
In zwei Dokumentarfilmen wird unter anderem nach Erklärungen gesucht, wieso sich ein Land mit 330‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern und einem Klima, bei dem es Rasenspiele schwer haben müssten, für grosse Turniere qualifizieren kann. Der Vorfilm verspricht viel Lakonie.
Am Samstag wäre dann noch am anderen Ende der Stadt das Spiel Schweiz – Island im Rahmen der Nations League angesagt. Das ist ein neuer Wettbewerb, der einen nicht interessieren muss.
Mehr als ein Spiel
Zeitgleich läuft im ehemaligen Kino Tiffany Alive & Kicking: The Soccer Grannies of South Africa, ein Kurzfilm über fussballspielende Frauen in der südafrikanischen Provinz Limpopo. In Football for better and for worse geht es um das Frauenteam des schwedischen FC Rosengard, das von der Kamera begleitet wird.
Den Abend beendet Triumph – More Than a Game. Im Mittelpunkt steht der Match Serbien gegen Albanien vom 14. Oktober 2014 in Belgrad. Das war ein nationalistisch aufgeheiztes Spiel, bei dem irgendwann eine Drohne, behängt mit der Flagge Grossalbaniens, über dem Spielfeld schwebte.
In Albaniens Mannschaft dabei waren Taulant Xhaka (FC Basel), Ermir Lenjani, damals noch FCSG, Amir Abrashi, damals GC oder Burim Kukeli, damals FCZ.
Es war ein Spiel, das für den Schweizer Fussballverband offensichtlich nie stattgefunden hat.
Dabei liegen die Verbindungen zum Match Serbien – Schweiz vier Jahre später in Russland auf der Hand: Xhaka? Xhaka.
Aber natürlich hat Fussball nichts mit Politik zu tun.
Wie falsch dies ist, belegen die Fussballfreilichtspiele unter anderem mit dem Eröffnungsfilm Hillsborough.
Es ist ein Dokumentarfilm über einen gross angelegten Vertuschungsversuch. Die Schuld am Tod von 96 Liverpool-Fans kam erst lange nach der Tragödie von 1989 ans Licht.
Fussballlichtspiele St. Gallen vom 6. bis 8. September. Spielstelle für die Filme ist das ehemalige Kino Tiffany an der Lämmlisbrunnenstrasse in St. Gallen.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.
Human Human spielen melancholischen und fragilen Indie-Pop, der trotzdem warm und lichtdurchflutet ist. Das St.Galler Duo hat jetzt seine erste EP veröffentlicht und tritt am Wochenende gleich zweimal im Bahnhof Bruggen auf – erstmals mit einer Band.
Kommentar zur Beratung der Inklusionsinitiative im Nationalrat
1976 lässt sich Gerd Zikeli in der evangelischen Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell zum Pfarrer wählen. Drei Jahre später wird er als gut vernetzter Holocaust-Leugner und Vorstandsmitglieder der ersten Neonazigruppe der Schweiz enttarnt. Heute beobachtet er Laufenten.
Bildhauer Peter Kamm haut keine Steine mehr im Atelier. Trotzdem entstehen neue Skulpturen, die aktuell in Steckborn zu sehen sind. Wie geht das?
In vielen Ausserrhoder Dörfern klapperten früher Webstühle und später Stickmaschinen. Inzwischen sind sie alle verstummt. Der Film Das Ende einer Ära porträtiert die Sticker Walter Sonderegger Senior und Junior aus Rehetobel und setzt der Branche ein Denkmal.
Der Schweizer Filmemacher Kaspar Kasics überlässt in seinem neuen Film Das unendliche Jetzt Menschen, die mit Demenz leben, die Bühne. Ein Experiment mit einem aussergewöhnlichen Storytelling, auf das es sich einzulassen lohnt.
Die Schweizer Rocklegenden Krokodil haben kürzlich ihr neues Album Beyond The Eye veröffentlicht. Ur-Krokodil Düde Dürst schwärmt von der Energie der 2019 wiederbelebten Band – und hat noch lange nicht genug. Am Freitag spielen sie in der Grabenhalle.
24/7 Traumacore
Kunst in Oberuzwil
Musik
Patrick Kessler erhält den Ausserrhoder Kulturpreis 2026. Der Kontrabassist, Klangkünstler und Kurator aus Gais reist mit alten Lautsprechern nach Wien und Hanoi, tritt mit Insekten in einen musikalischen Dialog und findet seine wichtigsten Lektionen nicht unbedingt an Hochschulen.
Die Mobilitätsallianz Ostschweiz will Pendler:innen zum Umstieg vom Auto auf Bus, Bahn und Velo bewegen. Bei den zehn beteiligten Grossunternehmen lässt bereits jede fünfte Person das Auto am Morgen stehen. Nun sollen 500 weitere Firmen folgen.
Augustin Rebetez macht keine halben Sachen. Seine Kunst ist ausufernd und dicht zugleich. Er entwickelt anspielungsreiche Bildwelten – aktuell in der Kunsthalle Arbon.
Der Kanton Appenzell Innerrhoden plante am Landsgemeindeplatz in Appenzell ein neues Gebäude für die Gerichte, die Bibliothek und die kantonale Verwaltung. Die eidgenössischen Kommissionen für Natur- und Heimatschutz und jene für Denkmalpflege brachten das Projekt jedoch zu Fall.
Offener Brief an die Bundespolitik
Das Figurentheater St.Gallen wird 70. Was sich verändert hat, warum Puppen Kinder wie Erwachsene faszinieren und wie man auch Jugendliche erreichen kann: ein Gespräch zum Jubiläum.
Die zweite Ausgabe des audiovisuellen Festivals Susurrus in der Mülenenschlucht widmet sich der «mehr-als-menschlichen» Mitwelt. Mit akustischen und performativen Interventionen erkundet das Festival neue Formen der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
In der Ausstellung «Die leisen Unterschiede» im Haus zur Glocke in Steckborn befassen sich fünf Künstler:innen mit der Wahrnehmung von Unterschieden.