Peter Merz, 11. April 2024 um 17:00 Uhr Das Problem an diesem - sorry - Gefälligkeitsinterview ist, dass die journalistische Qualität im Tagblatt und in anderen Medien (JournalistInnen sind - sorry - bemerkenswert selbstgefällig und kritikresistent) einfach als gegeben hingestellt und nicht hinterfragt wird. Das Tagblatt und viele andere Medien allerdings haben ein journalistisches Qualitätsproblem. Zum Beispiel, wenn auch sie in Artikeln einfach Dinge weglassen, die ihnen nicht ins Narrativ passen. Wenn auch sie die Themenauswahl (bewusst oder unbewusst) stark nach eigener ideologischer Prägung beitreiben. Wenn auch sie nicht bereit sind, den jüngsten journalistischen Schnellschuss anständig aufzuarbeiten und nachzuarbeiten mit einer breiteren Sicht aufs Thema (auch wenn dann die Story eben nicht mehr kanckig ist, aber realitätsnah). Etc. etc. Die journalistische Qualität wird nie hinterfragt, sie wird einfach als gegeben verkauft, dem anspruchsvollen Leser aber fallen die Qualitätsmängel, die Oberflächlichkeit, die ideologische Voreingenommenheit etc. sehr wohl auf. Und deshalb ist er/sie wohl auch immer weniger bereit, für ein Medienprodukt mangelnder Qualität zu bezahlen. Solche Fragen müssten in einem Interview mal thematisiert werden, ganz unpolemisch: Die Qualität, die immer als gegeben hingestellt wird z.B. vom Tagblatt-Chefredaktor, ist die wirklich vorhanden? Woran misst sie sich? Was kann getan werden, um sie zu verbessern? Wie geht man als Journalist mit der Gefangenheit im eigenen Narrativ um? Etc. etc. LeserInnen sind nicht dumm, sie merken, ob da was qualitativ verhebet oder eben nicht; der Niedergang hat sehr viel mit Qualität zu tun, nicht nur mit neuem Medienverhalten usw. Dem Tagblatt-Chefredaktor sei auch mal "Constructive News" von Ulrik Haagerup zur Lektüre empfohlen. Wie wäre es mal mit konstruktivem Journalismus? Kommte entgegen der unfundiert verbreiteten Meinung unter JournalistInnen extrem gut an.
Alain Vannod, 18. März 2024 um 14:13 Uhr Werte Herren Schmid und Hertler Zu diesem Interview (für mich eher Small Talk) habe ich sechs Fragen: «Der Journalismus muss sich erstmals in seiner Geschichte selbst finanzieren.» Wie ist das zu werten, negativ oder positiv? «Die sozialen Medien, die in vielerlei Hinsicht eben nicht sozial sind, verbreiten ungefiltert Desinformation, Propaganda und Hass.» Wer bitte soll denn filtern in den sozialen Medien? «Sehr viele Werbegelder fliessen aus der Schweiz ab an multinationale Grosskonzerne, zu Google, zu Facebook, zu den Social-Media-Besitzern.» Woher kommt das und ist es in Ordnung so? «Wir müssen als Demokratie in der Lage sein, unsere Freiheit im Notfall zu verteidigen – nicht nur mit Worten.» Beim öffentlichen Vortrag des umstrittenen Politikers Wiktor Juschtschenko an der Uni in Zürich am 14. März wurde Friedensaktivist Alec Gagneux der Zutritt verwehrt. Ist diese «Demokratie» gemeint damit? «Meine Hoffnung besteht darin, dass die Menschen bald genug haben vom Geschrei in den sozialen Medien, den Umgangsformen und der unterirdischen Debattenkultur, die dort oft herrschen.» Wo ist denn die geistreiche Debattenkultur bei den mit Zwangsgebühren finanzierten Medien seit vier Jahren geblieben? «Gerade während der Pandemiejahre ging zusätzlich zum ‹normalen› Leser:innenabgang eine weitere Gruppe an die Telegram- und andere fragwürdige Gratis-Kanäle verloren.» Könnte der nachfolgende kurze Videoausschnitt mit unserem damaligen Bundespräsidenten Dr. med. Cassis auf «TeleZüri» mit ein Grund dafür sein? https://rumble.com/v26welo-flashback-17.-mrz-2022-bundesprsident-cassis-lebt-noch.html
René Uhler, 15. März 2024 um 14:46 Uhr Wann finden sich in St. Gallen endlich gut gesinnte Kräfte, welche sich dem undifferenzierten Inhalt des St. Galler-Tagblattes widersetzen, um wenigstens eine objektive Berichterstattung in einer Wochenzeitung Gehör zu verschaffen?