Zeitgenössische Kunst in Appenzell 

Blick in eine vergangene «Arte Appenzell International» im Alten Zeughaus in Herisau. (Bild: pd)

Blick in eine vergangene «Arte Appenzell International» im Alten Zeughaus in Herisau. (Bild: pd)

Rund 60 zeitgenössische Kunstschaffende aus der Schweiz und darüber hinaus gibt es ab dem 27. März im Alten Zeughaus in Herisau zu entdecken. Die Ausstellungsreihe «Arte Appenzell International» geht in die dritte Runde.

Ein Ka­rus­sell­pferd­chen ent­springt sei­nem Ge­fäng­nis, das nicht auf ei­nem Jahr­markt steht, son­dern der Hut ei­ner Frau ist. Mit Öl­far­ben in Pas­tell hat die Künst­le­rin Na­ta­lia Si­mo­nen­ko die Sze­ne­rie fest­ge­hal­ten – Zu­fall heisst das Werk. Dann ei­ne Kuh, ge­malt in grel­len Acryl­far­ben von Pris­ka Sanci­ni oder die ex­pres­si­ven Neo­co­lor­ar­bei­ten von Ja­rod Ca­not Pe­rez. Sein gross­for­ma­ti­ges Werk Rit­ter der Zeit er­in­nert an ein al­tes Wap­pen – nur statt Lan­ze führt der Rit­ter ei­nen Knüp­pel mit.

Die Ar­bei­ten der drei Kunst­schaf­fen­den sind Teil der «Ar­te Ap­pen­zell In­ter­na­tio­nal», die ab dem 27. März im his­to­ri­schen Ge­mäu­er des Al­ten Zeug­hau­ses in He­ris­au zu se­hen ist. Die drit­te Aus­ga­be der Schau ver­eint Wer­ke von 61 zeit­ge­nös­si­schen Kunst­schaf­fen­den fast je­den Al­ters aus der Schweiz und al­ler Welt. 

Eben­so viel­fäl­tig wie die Aus­stel­len­den selbst sind de­ren künst­le­ri­sche Zu­gän­ge und Me­tho­den. Da­bei ist die Ma­le­rei an der «Ar­te Ap­pen­zell In­ter­na­tio­nal» wohl am pro­mi­nen­tes­ten ver­tre­ten: Mal ist sie abs­trakt, mal fi­gür­lich, mal na­tu­ra­lis­tisch, mal im­pres­sio­nis­tisch oder im Co­mic-Stil. Zu ent­de­cken gibt es aber noch mehr: Skulp­tu­ren, In­stal­la­tio­nen, fo­to­gra­fi­sche Wer­ke und Mi­xed-Me­dia-Ar­bei­ten. Et­wa die ru­hi­gen Ar­chi­tek­tur- und Land­schafts­fo­to­gra­fien von Die­ter Möck­li, die uri­gen Ke­ra­mik­ar­bei­ten von Mar­le­ne Nä­ge­le oder die teils über zwei Me­ter ho­hen Holz­kno­ten von Pas­cal Sturm.

Wie be­reits die bei­den ver­gan­ge­nen Edi­tio­nen der Aus­stel­lungs­rei­he wird auch die dies­jäh­ri­ge Schau von Geor­ge­ta Ab­a­giu und ih­rer Event­agen­tur Aby Kunst mit Sitz in Ar­bon ku­ra­tiert und or­ga­ni­siert. Ziel der «Ar­te Ap­pen­zell In­ter­na­tio­nal» ist es, so heisst es in der An­kün­di­gung, in­ter­na­tio­na­le Kunst­schaf­fen­de ins ap­pen­zel­li­sche He­ris­au zu brin­gen und de­ren Po­si­tio­nen mit lo­ka­len Tra­di­tio­nen zu ver­bin­den. Die­se Kom­bi­na­ti­on soll ei­nen Dia­log zwi­schen Pu­bli­kum und Kunst­schaf­fen­den, aber auch den Kunst­schaf­fen­den un­ter­ein­an­der an­re­gen. So wie­der­um sol­len «neue Per­spek­ti­ven auf zeit­ge­nös­si­sche Kunst» ent­ste­hen.

«Ar­te Ap­pen­zell In­ter­na­tio­nal Edi­ti­on 3»: Frei­tag, 27. März bis Mon­tag, 6. April, Al­tes Zeug­haus, He­ris­au. Ver­nis­sa­ge am Frei­tag, 27. März, ab 18.30 Uhr mit mu­si­ka­li­scher Be­glei­tung vom deut­schen Pop-Mu­si­ker Jan-Lu­ca Ernst und Ap­pen­zel­ler Mu­sik vom Duo Dü­se. 

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Or­ga­nik trifft KI

Nach vier­zig Jah­ren kehrt Gui­do R. von Stür­ler in die Kunst­hal­le nach Wil zu­rück. Der Künst­ler, mit ei­nem Fai­ble für Flie­gen, zeigt in «Zwi­schen den Sys­te­men – Kunst im ver­netz­ten Jetzt» ei­ne Werk­über­sicht, die Or­ga­ni­sches und Di­gi­ta­les ver­eint.

Von  Shqipton Rexhaj
IMG 9225 2

Gren­zen und Brü­che auf der Büh­ne

Ei­ne hal­be Mil­li­on we­ni­ger von Kan­ton und Stadt – trotz­dem ma­chen Kon­zert und Thea­ter St.Gal­len vor­läu­fig kei­ne Ab­stri­che beim Pro­gramm. Die Spiel­zeit 26/27 kün­digt «Grenz­gän­ge» an, sehr zeit­ge­mäs­se ins­be­son­de­re im Schau­spiel.

Von  Peter Surber
Konzert Theater SG 1sw 79f097893f611

Ver­lo­ren auf der gros­sen Büh­ne – und im Ge­dan­ken­wirr­warr

Die Kri­tik an der Ein­la­dung des ex­tre­mis­ti­schen und tech­no-li­ber­tä­ren US-Blog­gers Cur­tis Yar­vin ans St. Gal­len Sym­po­si­um war gross – und be­rech­tigt. Trotz­dem war sein Auf­tritt am En­de vor al­lem ei­nes: ent­lar­vend. Sel­ten tra­ten die Wi­der­sprü­che, die Selbst­über­schät­zung und die in­tel­lek­tu­el­le Lee­re der Neu­en Rech­ten so öf­fent­lich zu­ta­ge.

Von  Philipp Bürkler
Curtis Yarvin Symposium 1 philipp buerkler

In eigener Sache

Weg­wei­ser in der Ost­schwei­zer Kul­tur­land­schaft

Von  Michael Lünstroth
Sarah luethi philip stuber michael luenstroth

Wi­bora­da – zwi­schen My­thos und Wahr­heit

His­to­ri­sche Über­lie­fe­run­gen sa­gen oft mehr über die Geis­tes­hal­tung der Ver­fas­ser aus als über ge­schicht­li­che Tat­sa­chen. Was lässt sich al­so ge­si­chert über die his­to­ri­sche Per­son Wi­bora­da sa­gen? Ei­ne quel­len­kri­ti­sche Spu­ren­su­che.

Von  Tanja Scherrer
2605 Wyborada Laura Tura listening iconography

Die Spit­ze des Zau­ber­bergs

Ein Jahr­hun­dert nach Tho­mas Manns Ro­man grei­fen Karl Ka­ve & Du­ri­an das Mo­tiv neu auf und er­zäh­len mit Zau­ber­berg ein viel­schich­ti­ges Kon­zept­al­bum über Pfle­ge, Per­spek­ti­ven und gut be­tuch­te Da­men.

Von  Jeremias Heppeler
Karl kave durian

Der ewi­ge Kreis­lauf des Le­bens

Pa­ris, New York, Shang­hai, It­tin­gen: Mit Fa­bri­ce Hy­ber gas­tiert mal wie­der ein in­ter­na­tio­nal re­nom­mier­ter Künst­ler im Kunst­mu­se­um Thur­gau. Ei­ne Be­geg­nung.

Von  Michael Lünstroth
l LünstrothI

Lie­bes­leid im Schaum­bad

Treue­pro­be, Ver­klei­dungs­spuk, Part­ner:in­nen­tausch: Così fan tut­te scheint de­fi­ni­tiv von vor­ges­tern. Trotz­dem lohnt sich Mo­zarts Oper auch jetzt wie­der am Thea­ter St.Gal­len. Am Sams­tag war Pre­mie­re.

Von  Peter Surber
6122 30cosi foto dufajedyta

Das Mit­ein­an­der im Fo­kus ei­ner Kunst­aus­stel­lung

Das Kunst­zeug­haus Rap­pers­wil-Jo­na zeigt seit dem 26. April die ak­tu­el­le Samm­lungs­aus­stel­lung «wo­hin – wo­her – wo­mit». Mit­ge­stal­tet von Men­schen aus der Re­gi­on un­ter­sucht sie, wie Teil­ha­be in Mu­se­en künf­tig aus­se­hen kann.

Von  Larisa Baumann
1 KZH wohin woher womit c Katharina Seleznova

FC St.Gal­len vs. Si­on 0:3 – Mer ho­led dä an­der Chü­bel

St.Gal­len ver­liert das Spiel ge­gen Si­on und macht so Thun zum Meis­ter. Doch in St.Gal­len den­ken längst al­le an den an­de­ren Ti­tel, der dann in drei Wo­chen ver­ge­ben wird. Das Spiel ge­gen Si­on zum Nach­le­sen gibt es trotz­dem im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Filmfestival in Frauenfeld

Que­e­re Fil­me im Thur­gau

Von  Vera Zatti
Black Burns Fast still 1

Buch zur Migration in die Ostschweiz

Statt Ar­beits­kräf­te ka­men Men­schen

Von  Roman Hertler
Bildschirmfoto 2026 05 01 um 19 38 15

«Wir müs­sen Wi­bora­das Ge­schich­te neu er­zäh­len»

In die­sem Jahr fei­ert St.Gal­len den 1100. To­des­tag Wi­bora­das. Ob­wohl die In­klu­sin ei­nen gros­sen Ein­fluss auf die Stadt hat­te, ist sie den we­nigs­ten ein Be­griff. Das soll sich än­dern. Wie dies ge­lin­gen soll und wel­che Be­deu­tung Wi­bora­da heu­te noch hat, er­zäh­len Jo­lan­da Schär­li und Hil­de­gard Aepli vom Ver­ein Wi­bora­da-Ju­bi­lä­um 2026 so­wie Ka­rin K. Büh­ler von der fe­mi­nis­ti­schen Bi­blio­thek Wy­bora­da im Ge­spräch mit Sai­ten.

Von  Daria Frick  und  David Gadze
2605 Wyborada Laura Tura portrait
Heftvorschau 05/26
Wiborada, Amerikanisch träumen

Dop­pel­tes Ju­bi­lä­um: Im Mai jährt sich das Mar­ty­ri­um der St.Gal­ler Stadt­hei­li­gen Wi­bora­da zum 1100. Mal. Und der Ver­ein Wy­bora­da, der 1987 die gleich­na­mi­ge fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek er­öff­ne­te, fei­ert sein 40-Jahr-Ju­bi­lä­um. Aus­ser­dem im Mai-Heft: Das Ge­spräch zwi­schen Flo­ri­an Vetsch und dem St.Gal­ler Au­tor Chris­toph Kel­ler über des­sen neu­en Ro­man.

Saiten 2605 Cover

Stadt St.Gal­len stellt neu­es Spar­pro­gramm vor

Ab­bau von über 46 Voll­zeit­stel­len in der Ver­wal­tung, Schlies­sung des Volks­ba­des, zu­sätz­li­che Blit­zer für die Stadt­po­li­zei: Mit sol­chen Mass­nah­men will die St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung bis 2029 das jähr­li­che Loch in der Stadt­kas­se um 17,1 Mil­lio­nen Fran­ken re­du­zie­ren.

Von  Reto Voneschen
Rathaussw

Co­ver­cock­tail von Team Ne­gro­ni

Die Ost­schwei­zer Band Team Ne­gro­ni hat ei­ne Vi­nyl-Plat­te mit Co­ver­songs her­aus­ge­bracht. Am 7. Mai wird Don't Drag Me Down in der st.gal­li­schen Gra­ben­hal­le ge­tauft.

Von  Jeremias Heppeler
01 4 2

Die Ab­sur­di­tät des War­tens

Pu­re Zeit­ver­schwen­dung oder end­lich mal ei­ne Pau­se im durch­ge­tak­te­ten Rhyth­mus der Ta­ge? Drei Per­for­mer:in­nen nä­hern sich dem Phä­no­men des War­tens künst­le­risch-wis­sen­schaft­lich an.

Von  Judith Schuck
Nummer ziehen Christoph Luchsinger Micha Stuhlmann Thomas Kessler web

Al­tern muss kein De­fi­zit sein

Das Kol­lek­tiv Dance Me to the End setzt sich für die Sicht­bar­keit von Al­tern im Tanz ein. Am 1. und 2. Mai prä­sen­tiert es zwei ver­schie­de­ne Tanz­stü­cke in der St.Gal­ler Lok­re­mi­se. Sai­ten hat mit drei Kol­lek­tiv­mit­glie­dern ge­spro­chen.

Von  Vera Zatti
Kopie von Dance me to the end 25 neu 14

Ein be­weg­tes Le­ben

Pan­kraz Vors­ter war der letz­te Fürst­abt von St.Gal­len. Sein Ta­ge­buch lie­fert wert­vol­le Er­kennt­nis­se zur Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Schwei­ze­ri­schen Eid­ge­nos­sen­schaft. Das Stifts­ar­chiv St.Gal­len hat die Hand­schrift als Edi­ti­on ver­öf­fent­licht und ver­gan­ge­nen Mitt­woch ei­nen Ein­blick ge­ge­ben.

Von  Tanja Scherrer
1 H5 A2709

Wut als Treib­stoff

In ih­ren Songs ver­ar­bei­tet die Win­ter­thu­rer Band An­ger Mgmt. die psy­chi­schen Pro­ble­me ih­res Sän­gers. Heu­te er­scheint ihr zwei­tes Al­bum, das er­neut in die in­ne­ren Ab­grün­de führt. Es ist ein dunk­ler Mo­no­lith – mit ei­nem Licht­blick am Schluss. 

Von  David Gadze
Anger mgmt Dave Honegger 3