Etrit Hasler, 29. Juli 2015 um 13:12 Uhr Eine Bankrotterklärung des St.Galler Migrationsamtes - fünfzehn Jahre, nachdem schweizweit die Erfahrung gemacht wurde, dass die unterirdische Unterbringung von Flüchtlingen in Zivilschutzbunkern menschenunwürdig und unsinnig ist, versucht man das in St.Gallen noch einmal. Ich habe damals in der Asylorganisation in Genf in Zivilschutzbunkern gearbeitet und habe diesen Horror miterlebt: Die Luft ist so trocken, dass alle dauernd heiser sind und über Kopfschmerzen klagen, die Platzverhältnisse sind unerträglich eng und nach spätestens drei Monaten weisen die Bunker irreparable Schäden auf - nicht weil die Flüchtlinge schlecht damit umgehen, sondern weil die Bausubstanz marode ist. Von der Tatsache noch ganz abgesehen, dass es einfach nur irre ist, eventuell traumatisierte Menschen über Nacht einzusperren (was bei den meisten Zivilschutzanlagen immer noch Vorschrift ist) - zum Schutz der Anlage!?!). Anders gesagt: Wir können es unseren Gefängnisinsassen nicht zumuten, in unterirdischen Bunkern eingesperrt zu sein - aber wir muten es Menschen zu, deren Verbrechen darin besteht, dass sie (noch) keine gültige Aufenthaltsbewilligung haben? Dieser Entscheid ist unmenschlich, kurzsichtig und inakzeptabel und ich erwarte insbesondere vom sozialdemokratischen Departementsleiter Fredy Fässler, dass menschenwürdige Alternativen gesucht werden.
Patrick Merz, 27. Juli 2015 um 18:17 Uhr Dazu kann ich nur diesen Link posten: https://vimeo.com/67379249