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Die Nase im Wind

Morgen beginnen die 42. Winterthurer Musikfestwochen. Dieses Jahr unter anderem mit dabei: Feist, Faber, Wesno, Wassily, Crimer, Kraftklub, Glen Hansard, Oddisee und Band of Horses. von Sandra Biberstein
Von  Gastbeitrag
Geheimtipp morgen Donnerstag: Oddisee. (Bilder: musikfestwochen.ch)

Für Winterthurinnen und Winterthurer sind es die zwölf schönsten Tage im Jahr: die Musikfestwochen. Aber weshalb eigentlich? Jeden Abend um halb sieben verwandeln sich die Steinberggasse und der Kirchplatz in einen grossen Treffpunkt. Manche reisen gar aus dem Ausland an, um ihre alten Freunde und Bekannten zu treffen. Und nicht wenige nehmen sich extra für die Musikfestwochen Ferien und helfen aktiv mit: Knapp 800 Helferinnen und Helfer kümmern sich um den Bühnenaufbau, die Deko, die Bandbetreuung oder den Ausschank von Bier.

Auch wenn das Altstadtfestival manchmal wie eine grosse «Wohngemeinschaft» wirkt – ein Festival nur für die Winterthurerinnen und Winterthurer sind die Musikfestwochen nicht. Die einmalige Atmosphäre ist sicher ein Grund, weshalb selbst die grossen Acts von der eindrücklichen Stimmung am ältesten Openair-Festival der Schweiz schwärmen. Nicht wenige wollen wiederkommen. So dürfen sich Fans zum Beispiel auf Glen Hansard freuen, der bereits 2013 das Publikum in der Steinberggasse verzaubert hat.

Musikfestwochen 2017:
9. bis 20. August, Steinberggasse und Kirchplatz Winterthur
musikfestwochen.ch

Die Musikfestwochen gelten vor allem auch als Entdeckerfestival: Neben Feist, Kraftklub und Boilers am kostenpflichtigen Wochenende ist im Gratis-Programm zum Beispiel der Geheimtipp Oddisee. Der amerikanisch-sudanesische Rapper mischt Gospel, Jazz und den rauen Hip-Hop aus den Strassen seiner Heimatstadt Washington, D.C., und schmiedet daraus seinen ganz eigenen Sound.

Dass man hier kostenlos auch Bands sehen und hören kann, die erst in zwei, drei Jahren gross sein werden,
zeigt die Geschichte von Faber. Vor zehn Jahren gewann der heute 23-Jährige mit seiner damaligen Band an den Musikfestwochen das Finale des Nachwuchswettbewerbs Band-it. Letztes Jahr eröffnete der sympathische Singer-Songwriter das kostenlose Programm auf der Bühne am Kirchplatz. Und nun spielt er auf der grossen Bühne als Vorband des Pop-Poeten Philipp Poisel und der amerikanischen Folk-Rock-Grösse Band of Horses.

Am Samstag auf der Startrampe: Crimer.

Wenn auf der grossen Bühne umgebaut wird, treten seit zwei Jahren Nachwuchsbands auf der Startrampe auf. Dieses Jahr wurde der Slot für die 15-Minuten-Auftritte ausgeschrieben, über 100 Bands zwischen Zürich und St.Gallen haben sich beworben. Den Sprung auf die Bühne auf einem der berühmten Judd-Brunnen haben neben anderen auch vier Talente aus St.Gallen geschafft: Crimer (Wave Pop), Wesno (Hip Hop), Wassily (Electronic Pop) und Mama Jefferson, deren Frontfrau Vanja Vukelic ursprünglich ebenfalls aus der Ostschweiz stammt.

Neben spannenden Bands bringt das Festival 2017 auch ein neues Geländekonzept: Auf dem Kirchplatz entsteht die Schlemmerei, in der nicht nur Essensstände untergebracht sind, sondern auch das Aussenstudio von Radio Stadtfilter und eine Wandzeitung des Coucou. Und zusammen mit dem Kulturmagazin verschönern die Musikfestwochen ihr Festival um einen Aspekt mehr: Dieses Jahr gibt es nämlich auch Kunst von jungen Kunstschaffenden auf dem Gelände. Und wer abends nicht mehr nach Hause fahren will, findet im Albani, dem legendären Hotel auf dem Festivalgelände, einen Schlafplatz.

Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.

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