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Drei schönste Bücher aus St.Gallen

Unter den 18 schönsten Schweizer Büchern 2017 sind gleich drei Titel, bei denen die Saiten-Grafiker Bänziger und Kasper-Florio die Hand im Spiel hatten. Dazu gehört auch das Buch «Vierzig Jahre Gegenwart» über die St.Galler Galeristin Wilma Lock.
Von  Peter Surber

«Mit jugendlicher Energie und grossem Sachverstand» habe das Gestalterteam gewirkt, schreibt Herausgeber Gerhard Mack über sein bei Scheidegger & Spiess erschienenes Buch Vierzig Jahre Gegenwart zur Geschichte der Galerie Wilma Lock. Das Team waren Samuel Bänziger, Larissa Kasper und Rosario Florio.

Das 200-Seiten-Buch bringt neben einem Interview mit Wilma Lock und Lobtexten auf ihre Arbeit eine Chronologie aller über 150 Ausstellungen vom September 1969 bis Juli 2009, reich bebildert und minutiös dokumentiert. Auf dem Cover: eine Fotografie aus dem Zyklus «Sternenhimmel» von Imi Knoebel.

Das zweite ausgezeichnete Buch der Saiten-Grafiker ist The Good Life. Der spanische Architekt Iñaki Ábalos unternimmt darin «A guided visit to the houses of modernity»: Sieben «ikonische» Häuser des 20. Jahrhunderts werden porträtiert, reale wie Heideggers Schwarzwaldrefugium oder Picassos Villa in Cannes neben filmischen wie die geometrischen Einfamilienhäuser in Jacques Tatis Film Mon oncle. Der Zürcher Verlag Park Books hat das Buch neu herausgegeben.

Samuel Bänziger hat zudem ein drittes preisgekröntes Buch gestaltet: Art Decor erzählt Leben und Werk des schillernden Berner Schaufenstergestalters Bob Steffen nach, bis in die Typografie hinein angelehnt an die Ästhetik der 50er- und 60er-Jahre, in denen Steffen die Stadt mit seinen fantastischen Dekors in Atem hielt. Erschienen ist das Buch von Autorin Veronika Minder in der Edition Patrick Frey.

Der Jan-Tschichold-Preis, der hervorragende Leistungen im Bereich der Buchgestaltung würdigt, wird dieses Jahr an den Drucker Che Huber verliehen. Mit seiner Druckerei Noir sur Noir in Les Acacias, Kanton Genf, gehe Huber «an die Grenzen von traditionellen Drucktechniken»; er sei «nicht nur ein Hüter und Vermittler von Wissen, sondern auch ein bedeutender Akteur des zeitgenössischen Verlagswesens», schreibt die Jury.

Unter den 18 Schweizer Gewinnern sind auch vier Bücher, die am internationalen Wettbewerb «Schönste Bücher aus aller Welt» ausgezeichnet werden. Die höchste Auszeichnung, die «Goldene Letter», geht an das Buch Heimat. Handwerk und die Utopie des Alltäglichen (Gestaltung: Hubertus Design, Jonas Voegeli und Scott Vander Zee, Zürich). Der bei Hirmer erschienene 500-Seiten-Wälzer in Foliantendekor zeichnet die Karriere und die Brüche des Heimatbegriffs in der Architektur nach. Die Bücher documenta 14: Daybook (Julia Born & Laurenz Brunner, Zürich) und Autonomie auf A4 (Atlas Studio, Zürich) haben je eine Bronzemedaille gewonnen und First things first (Norm, Zürich) ein Ehrendiplom.


Die «Schönsten Bücher aus aller Welt» werden am 16. März an der Leipziger Buchmesse gefeiert.

Mit dem Wettbewerb zeichnet das Bundesamt für Kultur BAK jährlich hervorragende Leistungen im Bereich der Buchgestaltung und -produktion aus und legt dabei ein Hauptaugenmerk auf «zeitgenössische Tendenzen». Die 18 schönsten Bücher des Jahrgangs 2017 wählte eine internationale fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Gilles Gavillet. Als Schweizer Buch gilt ein Produkt, wenn es mindestens eines der folgenden drei Kriterien erfüllt: Das Buch wurde von einer Schweizer Gestalterin, einem Schweizer Gestalter entworfen beziehungsweise der Verlag oder die Druckerei haben ihren Hauptsitz in der Schweiz.

Die schönsten Schweizer Bücher werden im Juni im Helmhaus Zürich gezeigt und gehen anschliessend auf Tournee.

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