«Mit jugendlicher Energie und grossem Sachverstand» habe das Gestalterteam gewirkt, schreibt Herausgeber Gerhard Mack über sein bei Scheidegger & Spiess erschienenes Buch Vierzig Jahre Gegenwart zur Geschichte der Galerie Wilma Lock. Das Team waren Samuel Bänziger, Larissa Kasper und Rosario Florio.
Das 200-Seiten-Buch bringt neben einem Interview mit Wilma Lock und Lobtexten auf ihre Arbeit eine Chronologie aller über 150 Ausstellungen vom September 1969 bis Juli 2009, reich bebildert und minutiös dokumentiert. Auf dem Cover: eine Fotografie aus dem Zyklus «Sternenhimmel» von Imi Knoebel.
Das zweite ausgezeichnete Buch der Saiten-Grafiker ist The Good Life. Der spanische Architekt Iñaki Ábalos unternimmt darin «A guided visit to the houses of modernity»: Sieben «ikonische» Häuser des 20. Jahrhunderts werden porträtiert, reale wie Heideggers Schwarzwaldrefugium oder Picassos Villa in Cannes neben filmischen wie die geometrischen Einfamilienhäuser in Jacques Tatis Film Mon oncle. Der Zürcher Verlag Park Books hat das Buch neu herausgegeben.
Samuel Bänziger hat zudem ein drittes preisgekröntes Buch gestaltet: Art Decor erzählt Leben und Werk des schillernden Berner Schaufenstergestalters Bob Steffen nach, bis in die Typografie hinein angelehnt an die Ästhetik der 50er- und 60er-Jahre, in denen Steffen die Stadt mit seinen fantastischen Dekors in Atem hielt. Erschienen ist das Buch von Autorin Veronika Minder in der Edition Patrick Frey.
Der Jan-Tschichold-Preis, der hervorragende Leistungen im Bereich der Buchgestaltung würdigt, wird dieses Jahr an den Drucker Che Huber verliehen. Mit seiner Druckerei Noir sur Noir in Les Acacias, Kanton Genf, gehe Huber «an die Grenzen von traditionellen Drucktechniken»; er sei «nicht nur ein Hüter und Vermittler von Wissen, sondern auch ein bedeutender Akteur des zeitgenössischen Verlagswesens», schreibt die Jury.
Unter den 18 Schweizer Gewinnern sind auch vier Bücher, die am internationalen Wettbewerb «Schönste Bücher aus aller Welt» ausgezeichnet werden. Die höchste Auszeichnung, die «Goldene Letter», geht an das Buch Heimat. Handwerk und die Utopie des Alltäglichen (Gestaltung: Hubertus Design, Jonas Voegeli und Scott Vander Zee, Zürich). Der bei Hirmer erschienene 500-Seiten-Wälzer in Foliantendekor zeichnet die Karriere und die Brüche des Heimatbegriffs in der Architektur nach. Die Bücher documenta 14: Daybook (Julia Born & Laurenz Brunner, Zürich) und Autonomie auf A4 (Atlas Studio, Zürich) haben je eine Bronzemedaille gewonnen und First things first (Norm, Zürich) ein Ehrendiplom.
Die «Schönsten Bücher aus aller Welt» werden am 16. März an der Leipziger Buchmesse gefeiert.
Mit dem Wettbewerb zeichnet das Bundesamt für Kultur BAK jährlich hervorragende Leistungen im Bereich der Buchgestaltung und -produktion aus und legt dabei ein Hauptaugenmerk auf «zeitgenössische Tendenzen». Die 18 schönsten Bücher des Jahrgangs 2017 wählte eine internationale fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Gilles Gavillet. Als Schweizer Buch gilt ein Produkt, wenn es mindestens eines der folgenden drei Kriterien erfüllt: Das Buch wurde von einer Schweizer Gestalterin, einem Schweizer Gestalter entworfen beziehungsweise der Verlag oder die Druckerei haben ihren Hauptsitz in der Schweiz.
Die schönsten Schweizer Bücher werden im Juni im Helmhaus Zürich gezeigt und gehen anschliessend auf Tournee.
Die Verlage Niggli und Benteli in Sulgen wurden per 1. Oktober an die Braun Publishing AG in Salenstein verkauft. Auf der Landkarte sind das nur 20 Kilometer, trotzdem bedeutet es eine Zäsur: Die gesamte Belegschaft verlässt den Verlag.
Ausstellung im Museum Rosenegg
Kabarett in Herisau
Debatten um Machismus, Deepfake-Pornos, häusliche Gewalt und Femizide sind beinahe alltäglich. Was können Männer gerade tun, wenn sie unter Generalverdacht geraten? Frauenhausleiterin Katja Hämmerli Keller, Florance Hildebrand vom feministischen Streikkollektiv Thurgau und Manuel Benjamin Lehmann vom Forum Mann diskutieren Lösungsansätze.
Kommentar zur SVP-Chaosinitiative
Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
Inna Shevchenko fragt im Dokumentarfilm Girls and Gods, ob die monotheistischen Weltreligionen mit Feminismus vereinbar sind. Auf der Suche nach Antworten begegnet sie widersprüchlichen Theorien und mutigen Frauen. Und bleibt nicht nur stille Beobachterin.
In eigener Sache
Abstimmungskommentar zur SVP-Chaosinitiative
Theateraufführung
Kolumne: Heppelers Bestiarium
Ein paar Federn, ein angeknabberter Tannenzapfen, ein Stück Plastik: Tiere und Menschen hinterlassen Spuren. Diesen widmet das Naturmuseum St.Gallen seine aktuelle Sonderausstellung «Spuren – Fährten, Frass und Federn».
In einer neuen Ausstellung wagt sich das Kunstmuseum Thurgau in der Kartause Ittingen an eine Neuvermessung des Verhältnisses von Kunst und Religion.
Hinter dem St.Galler Hauptbahnhof soll ein Konsumraum für Menschen mit schweren Suchterkrankungen entstehen. Diese Woche haben die Stadt und die Stiftung Suchthilfe Anwohner:innen eingeladen, um einen ersten Dialog zu starten.
Es ist seine letzte Session nach zehn Jahren im St.Galler Kantonsrat. SP-Kulturpolitiker Martin Sailer setzt künftig ganz auf den Zeltainer. Das Geld für den Neubau in Wildhaus ist fast zusammen, 2027 soll es losgehen.
Die Ansiedlung des Internet Archive Switzerland in St.Gallen ist Piero Stinelli zu verdanken. Er kontaktierte vor zehn Jahren die Verantwortlichen von archive.org aus eigenem Antrieb. In den 90er-Jahren war der Mitgründer von Vadian.net und Klang und Kleid ein Internetpionier.
Ohm41 stellen wieder aus
Das Thurgauer Pop-Phänomen Noemi Beza veröffentlicht Anfang Juni ihre neue EP. You’ll Find Me There vereint Country-Vibes mit astreinem Pop – was man ein wenig vermisst, sind Ecken und Kanten.
Kolumne: Stimmrecht im Juni
Ausstellung in Herisau