Die Schweiz hatte zwar nie eigene Kolonien, doch profitierte sie früh von den engen Beziehungen mit den Kolonialmächten, in deren Märkte man sich bereitwillig integrierte. Bereits 2020 hat das Museum Heiden dazu ein Grossprojekt in Angriff genommen. Ausgehend von seiner kleinen Sammlung an Waffen, Kleidung, Schmuck und Alltagsgegenständen aus «Niederländisch-Indien», dem heutigen Indonesien, wurde die Ausstellung «Ferne Welten – fremde Schätze» konzipiert.
Entstanden war die Sammlung durch Zusendungen von Appenzeller «Entrepreneurs», die vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ihr Glück auf Java und Sumatra suchten. Der freischaffende Schweizer Kolonialhistoriker Andreas Zangger, der heute in Amsterdam lebt, hat mit seinem Buch mit demselben Titel die Forschungsgrundlage zur Ausstellung geliefert.
«Heiden kolonial»: geführte Tour durch die kolonialen Ausstellungen im Museum Heiden und im Dunant Plaza, Sonntag, 20. März, 13.30 Uhr
Anmeldung erforderlich: info@museum-heiden.ch
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Die Ausstellung sei klar «über den Verhältnissen» realisiert worden, sagt Museumsleiter Marcel Zünd im Rückblick, vor allem auch mit der aufwändigen Publikation und der Kolonialismustagung im September 2020. Gerade letztere zwei Punkte zeitigen aber womöglich eine längerfristigere Nachwirkung. Heute ist die Kolonialismusthematik mit zwei «semipermanenten» Kabinette in die Dauerausstellung integriert.
Marcel Zünd freut sich nun, anlässlich der Finissage der Ausstellung «et l’histoire commence ici» im Dunant Plaza (vgl. Saiten-Dezemberausgabe 2021, Seite 57) das Kolonialismusthema nochmals aufzufrischen. Man habe gewissermassen nur auf die Gelegenheit gewartet, endlich einmal mit den Kuratorinnen des Dunant-Museums, Nadine Schneider und Kaba Rössler, gemeinsame Sache zu machen.
Dunant als Pleitegeier und eine algerisch-schweizerische Liebesgeschichte
Im Dunant Plaza zu sehen ist derzeit einerseits die Ausstellung zu Henry Dunants Zeiten als scheiternder Unternehmer und Kolonialist in Französisch-Algerien in Diensten einer Genfer Handelsgesellschaft. Andererseits auch – bis Sonntag – die Ausstellung der Genfer Künstlerin Camille Kaiser, die sich fotografisch-filmisch und anhand alter Briefe der Geschichte ihrer Grosseltern, einer algerisch-schweizerischen Liebesgeschichte, annähert.
Am Sonntag kommt es also zur «kolonialen Tour» durch die beiden Museen in Heiden. Sie beginnt um 13:30 Uhr im Museum Heiden, wo der extra angereiste Historiker Andreas Zangger noch einmal durch die «semi-permanente» Ausstellung «Ferne Welten – fremde Schätze» führt.
Weiter geht es im benachbarten Dunant Plaza, wo Kuratorin Ina Boesch in der Ausstellung «Unternehmen Algerien» den Fokus auf Dunants koloniale Karriere legt. Den Abschluss bildet ein kurzer Artist-Talk mit Künstlerin Camille Kaiser zur Finissage ihrer Ausstellung «et l’histoire commence ici». Das Gespräch führt Kuratorin Lea Schaffner.
Mit verschreckten Securitys in einer bunten Inszenierung von Angelika Zacek präsentiert das Vorarlberger Landestheater in Bregenz Shakespeares Ein Sommernachtstraum.
Das Filmdrama Fuori erzählt ein kurzes Kapitel der aussergewöhnlichen Lebensgeschichte italienischen Schriftstellerin, Schauspielerin und Widerstandskämpferin Goliarda Sapienza.
Die St.Galler Festspiel-Oper spielt dieses Jahr im Haus statt auf dem Klosterplatz – ein Glücksfall für Verdis Aida, die menschlich und musikalisch in die Tiefe geht. Modestas Pitrenas dirigiert ein letztes Mal, Ben Baur inszeniert bildstark.
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Neue Eigenproduktion
Tunneleröffnung
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Die Sonderausstellung «Baustelle Erinnerung / ‹Hitler entsorgen› – Arbeiten am belasteten Erbe» im Vorarlberg Museum in Bregenz beschäftigt sich damit, wie ein verantwortungsvoller Umgang mit Gegenständen aus der NS-Vergangenheit aussehen kann. Ausserdem berät das Museum Privatpersonen, die solche Gegenstände besitzen.
Forrer Stieger Architekten gelingt mit dem Dreifachkindergarten und der Tagesbetreuung im Heiligkreuzquartier in St.Gallen die Quadratur des Kreises.
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In Wil fand am Wochenende das Rock am Weier statt. Seit 25 Jahren gibt es das Festival, und trotz inzwischen grösserer Namen ist es immer noch kostenlos. Ein Verein organisiert es nicht-profitorientiert und fördert regionale Acts. Unsere Autorin ist an den Ort ihrer musikalischen Sozialisation zurückgekehrt. Eine Reportage.
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Das AFO, das Architektur Forum Ostschweiz, diskutiert und vermittelt seit 30 Jahren Baukultur. Am kommenden Freitag wird das Jubiläum gefeiert und die neuste Artikelserie der guten Bauten als Buch präsentiert.
Minasa bekommt also doch Geld aus dem Lotteriefonds: Der Kantonsrat hat dem von Saiten und Thurgaukultur.ch aufgebauten Projekt, das den grössten Veranstaltungskalender der Ostschweiz ermöglicht, die Finanzierung für drei weitere Jahre gesichert.
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