Kategorie
Autor:innen
Jahr

«Jetzt geht es um das Wo und das Was»

Kommt endlich das Haus für die freie Tanz- und Theaterszene in St.Gallen? Das Provisorium des Theaters ist als Zwischennutzung im Gespräch. Und im Sommer spielt erstmals «Paula», ein neues Festival. Was sind die Visionen, wie sieht die Realität aus? Fragen an Ann Katrin Cooper, Gisa Frank, Stéphane Fratini und Rebecca C. Schnyder.
Von  Peter Surber
Fürs Märzheft hat Luisa Zürcher nach Plätzen für die freie Kulturszene gesucht.

Ein Raum zum Proben, zwei oder drei Wochen lang zur Verfügung gestellt, Licht- und Tontechnik vorhanden, für Essen und eine einfache Schlafmöglichkeit ist gesorgt, rundherum sind andere Kunstschaffende an der Arbeit, man trifft sich, tauscht sich aus, und am Ende gibt es eine öffentliche Aufführung mit Werkstattcharakter.

Tönt ideal. Ist es auch, sagt Stéphane Fratini von der St.Galler Cie Buffpapier. Von solchen «Residenzen» haben er und seine Mitspieler:innen mehrfach profitiert, unter anderem für das letzte grosse Projekt Apocalypso, uraufgeführt 2022 auch in St.Gallen und anderswo in der Schweiz. Die Residenzen waren wichtige Etappen auf dem Weg zum endgültigen Stück. Stattgefunden haben sie allerdings nicht hier. Die ideale Theaterwelt für freie Truppen liegt nicht in St.Gallen, sondern, im Fall von Buffpapier, in Spanien und in Frankreich.

Auch Gisa Frank weiss von Residenzangeboten anderswo, zum Beispiel im französischen Belfort, in Delémont im Jura, in Berlin usw. Die in Ausserrhoden lebende Tänzerin und Choreografin hat sich jahrelang für ein Werkhaus starkgemacht, das freischaffenden Tanz- und Theaterensembles Probe-, Aufführungs- und Austauschmöglichkeiten bieten sollte, und hat Häuser in diversen anderen Städten besucht. Immer wieder tauchten auch im Appenzellerland Objekte auf, die eventuell für eine solche Umnutzung in Frage zu kommen schienen. Die Gruppe Werkhaus AR besichtigte Objekte in Heiden, in Herisau, in Teufen, in Stein, das Projekt fand Eingang in das Ausserrhoder Kulturkonzept.

Nach 20 Jahren neue Hoffnung

Zum Greifen nah schien ein solches Haus schon zuvor in St.Gallen, als das Mummenschanz-Theater nach der Expo ’02 der Stadt als Geschenk angeboten wurde. Eine Volksabstimmung vereitelte das Projekt,
«T-Haus» genannt, damals (hier mehr über die langjährigen, vergeblichen Bemühungen für ein Werkhaus).

Jetzt ist das «Haus für die Freien» wieder auf der Tagesordnung, dank des Provisoriums namens «Um!Bau», mit dem Konzert und Theater St.Gallen die drei Jahre der Renovation des Theatergebäudes überbrücken. Könnte der stattliche Holzbau auf dem Unteren Brühl vor der Tonhalle nach dem Ende der Renovation, also über Herbst ’23 hinaus, für weitere drei Jahre stehen bleiben und von den Freien genutzt werden?

Die Frage hat Stadtparlamentarier Peter Olibet aufgebracht, ein Podium im Januar zeigte das lebhafte Interesse der Szene am Gebäude und der designierte Theaterdirektor Jan Henric Bogen machte Mut: Falls eine Verlängerung möglich sei, könnte das Theater allenfalls ab 2024 auch in der Lokremise Platz freimachen für die Freien.

Die IG Kultur Ost hat Ende Januar bei Kanton und Stadt ein Gesuch um Verlängerung der Bewilligung für das Provisorium gestellt, aber die Chancen schienen gering: Für die Nachnutzung des Provisoriums stehe «aktuell eine andere Option im Vordergrund», allerdings sei noch nichts definitiv entschieden, teilte Regierungsrätin Laura Bucher der IG auf Nachfrage mit.

Auf Seiten der Stadt St.Gallen hält das Kulturkonzept 2020 als Massnahme unmissverständlich fest: «Ein professionell geführtes Haus bietet Arbeitsräume und Aufführungs-, Ausstellungs- und Koproduktionsräume für die freie Szene. Es funktioniert spartenübergreifend und ermöglicht Gastspiele auswärtiger Gruppen.»

Auf Seiten des Kantons bestätigt die Kulturförder-strategie 2020 bis 2027 unter Punkt 5.1.4, es sei «ein Manko an Räumen für die freie Szene und besonders den Tanz und das Theater in der Stadt St.Gallen festzustellen». Als «Handlungsfeld» definiert der Kanton daher: «In den nächsten Jahren ist gemeinsam mit der Stadt St.Gallen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für das freie Theater, besonders in der Stadt St.Gallen, zu prüfen – für freie Theatergruppen der Ostschweiz ebenso wie im Austausch mit anderen Städten.»

«Kanton und Stadt erfüllen ihre Aufgabe nicht»

Am Podium Mitte Januar pflichtete auch Stadtpräsidentin Maria Pappa bei: Die Stadt steht in der Pflicht. Passiert ist aber, wie am selben Abend mehrfach beklagt wurde, noch nichts. Ann Katrin Cooper, Präsidentin der IG Kultur Ost und Betreiberin des kleinen Proberaums Pool im St.Galler Lachenquartier, wo die Diskussion stattfand, wird auf Nachfrage entsprechend deutlich: Ein solches Kulturhaus sei «gerade in Zeiten wie heute» dringend, es könne spartenübergreifend funktionieren, als Begegnungs- und Partizipationsort dienen, sinn- und gemeinschaftsstiftend wirken. Kurzum: «Eine kantonale und städtische Regierung, die das Potenzial eines Kulturhauses nicht erkennt oder ignoriert, hat etwas ganz Grundsätzliches nicht verstanden. Und erfüllt ihre Aufgaben nicht.»

Cooper nennt ihre Vision bewusst «Kulturhaus». Auch wenn die darstellenden Künste, Theater, Tanz und Performance im Vordergrund stünden, müsse ein solches Haus über Theater hinaus für möglichst viele Sparten und soziale Kreise gedacht sein. Kultur sei die treibende Kraft für viele gesellschaftlichen Prozesse. Damit diese in Gang kommen könnten, seien zwar Menschen entscheidend – aber ebenso ein Haus. Ein Haus biete Raum zum Arbeiten, verleihe der Szene Sichtbarkeit und bringe einheimische und auswärtige Companies in Kontakt. Zudem findet sie wichtig, über einen engen Kulturbegriff hinaus auch Leute, insbesondere migrantische, zu involvieren, «die bisher in der öffentlichen Wahrnehmung gar nicht vorkommen».

«Ein Haus ist einfach ein Tool»

Braucht es überhaupt ein Haus? Den Einwand kennen alle von Saiten Befragten: Die letzten Jahrzehnte in St.Gallen hätten doch gerade gezeigt, dass die freie Szene ihre Spielräume auch ohne fixes Haus finde und behaupte. Oder nicht?

Gisa Frank erinnert die Frage an die ewige Diskussion über Huhn und Ei. Sie selber hat sich mit Tanz und Performance in der Landschaft einen Namen geschaffen. Ihre Produktionen spielen draussen, «vom See bis zum Säntis», oder tourten, wie 2019 das Stück Gemischte Beine, bewegte Gefühle, durch diverse Dorfsäle. So inspirierend die Herausforderung, immer wieder neue Orte zu bespielen, auch sei: Ihre Art des Arbeitens sei auch aus dem Fehlen eines fixen Probe- und Aufführungsorts entstanden. «Es braucht ein Haus, um wahrgenommen zu werden.»

Auch die in Ausserrhoden und Vorarlberg domizilierte Gruppe Café fuerte hat sich auf Outdoor-Theater spezialisiert. Sie spielte schon auf der Ebenalp, auf dem Gäbris oder in einer Seilbahn, auf Dorfplätzen und vor einem Lastwagen. Oliver Kühns Theater Jetzt ist ein weiteres Beispiel für ortsspezifische Inszenierungen. Das Panorama Dance Theater von Ann Katrin Cooper und Tänzer Tobias Spori hat seinerseits schon fast überall in der Stadt gespielt, vom alten Volksbad bis zu einer Kletterhalle. Alles spannend, sagt sie, aber schwierig von den Produktionsbedingungen her. In der Kletterhalle etwa konnte nur nachts aufgebaut und geprobt werden, wenn die Halle geschlossen war. Hauptprobe um 1 Uhr nachts: «Das sind keine auf Dauer tauglichen Arbeitsbedingungen.»

Michael Fingers Cirque de Loin oder Stéphane Fratinis Cie Buffpapier spielen seit Jahren im Zelt. Für die Zirkus- oder Variété-inspirierte Ästhetik der Truppe sei das passend – für andere Stücke weicht Buffpapier in St.Gallen in die Grabenhalle aus. Wenn er sich für ein fixes Theaterhaus einsetze, dann weniger für sich selber als für jüngere Tanz- und Theaterleute, die allzu oft St.Gallen verlassen müssten, weil hier die Räume fehlten, sagt Fratini. «Wir müssen an die kommenden Generationen denken.» Und das heisse auch, dass Raum und Infrastruktur niederschwellig und kostengünstig zugänglich sein müssten.

«Ein Haus ist einfach ein Tool», sagt er – dieses Werkzeug soll möglichst allen Ensembles als Arbeitsplatz zur Verfügung stehen: «Die Zeit der Techniker:innen, die Arbeitsplätze für sich beanspruchen und sie für andere Interessenten undurchschaubar machen, muss vorbei sein, denn der Zeitgeist ist nicht mehr der des Eigentums, sondern des Teilens.» Ein Haus für die Freien, das Projekte fördert und Arbeitsprozesse ermöglicht, mit einer Infrastruktur als «Open Source»: Das würde viel Dynamik in die regionale Szene bringen und einen Domino-Effekt erzeugen, ist Fratini überzeugt.

Ein trojanisches Pferd namens Paula

Solche Effekte erhofft sich auch Rebecca C. Schnyder. Die Autorin und Kulturveranstalterin ist zusammen mit dem Theatermann Michael Finger die treibende Kraft hinter einem neuen Festival für Theater, Tanz, Zirkus und Performance, das diesen August erstmals in St.Gallen stattfindet. «Paula Interfestival» bringt zwei Wochen lang hiesige und auswärtige Produktionen in die Lokremise, in die Grabenhalle und in ein Zelt auf der Kreuzbleiche.

«Paula entstand, um die Lücke an Auftrittsmöglichkeiten wenigstens ein bisschen zu schliessen», sagt Schnyder. «Wenn schon kein Haus, dann halt ein Festival.» In der Lokremise schmiegt sich Paula selber in eine Lücke: das schmale Zeitfenster im Sommer zwischen dem Kinok-Openairprogramm und dem Spielzeitstart des Theaters St.Gallen, das seine Probendisposition zugunsten von Paula leicht angepasst habe. In der Lok sehe sich das Festival als «trojanisches Pferd» ohne kriegerische Absicht, sagt Schnyder: «Wir nehmen uns unseren Platz – aber nicht kämpferisch, sondern liebevoll.»

Auch wenn die «Freien» ihre Kreativität und Flexibilität überall einbringen könnten: «Es braucht ein Haus, einen Verankerungspunkt, um Sichtbarkeit und Zusammengehörigkeitsgefühl zu etablieren.» Dafür stehe Paula ein, mit seinem öffentlichen Programm und daneben einem «Inside Festival», das von Trainings bis zu Partys die freie Szene zusammenbringen soll. Dass diese Szene vielfältig und lebendig ist, steht für Schnyder ausser Frage: Rund 60 Namen umfasst eine unvollständige Liste von Köpfen und Ensembles, welche die Paula-Initiant:innen zusammengetragen haben.

Die Langzeitperspektive umschreibt Rebecca C. Schnyder so: «Ein subventioniertes und kuratiertes Haus für die Künste, mit Infrastruktur zum Produzieren und für Aufführungen, das Ensembles fördert und fordert, sie auf ihrem künstlerischen Weg stärkt und identitätsstiftend ist für die freie Tanz- und Theaterszene.» Wie ein solches Haus zu finanzieren ist, steht auf einem anderen Blatt. Sie sieht die öffentliche Hand in der Pflicht. «Die Frage nach dem Geld ist natürlich relevant, aber sie zu beantworten ist Aufgabe der Politik.»

Glücklicher Thurgau

Die freie Tanz- und Theaterszene im Thurgau kennt vergleichbare Raumprobleme wie in St.Gallen nicht. Der Grund: Es fehlt ein eigenes Kantonstheater, das Ressourcen binden würde – der Thurgau unterstützt die Theater in St.Gallen und Konstanz mit Beiträgen.

Entsprechend mehr Mittel sind für die freie Szene vorhanden, und es haben sich gleich mehrere Probe- und Aufführungsorte etabliert: das Phönix-Theater in Steckborn, 1981 gegründet und auf Tanz spezialisiert, das Theaterhaus Thurgau in Weinfelden, 2008 gebaut und mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendtheater, das vielfältige Eisenwerk Frauenfeld und, mit zehn Jahren die jüngste Institution, das Werkstatttheater Gleis 5 in Frauenfeld. Theater wird aber auch an diversen anderen Orten gespielt, vom Schloss Hagenwil bis zum See-Burgtheater in Kreuzlingen.

Dann halt in Lichtensteig?

Gisa Frank umschreibt ihre Vision ähnlich: Ein «kulturelles Kraftwerk» soll das ersehnte Haus sein, Arbeitsort, Treffpunkt, Bar und Bühne, von Künstler:innen wie von der Kreativwirtschaft genutzt und getragen. Für sie könnte ein solches Werkhaus auch auf dem Land stehen – Theaterbühnen seien zwar in der Stadt am richtigen Ort, wo auch das Publikum ist, aber zum Erarbeiten und Produzieren würde sie für einen ländlichen Standort plädieren.

Vielleicht ist dieser Ort schon gefunden: Lichtensteig. Dort kündigt sich nicht nur mit der Umnutzung der Fabrik am Stadtufer für Wohnen, Arbeiten und Kultur Grosses an, sondern auch mit der Planung «Zukunft Bahnhof». Das Areal um den Bahnhof und das Chössitheater wird gegenwärtig entwickelt und lädt explizit Leute mit Ideen zu Residenzen ein. Der Vorteil: Das Städtli im Toggenburg hat leerstehende Liegenschaften. Und es hat mit Mathias Müller einen Stadtpräsidenten, der voll auf die Karte Kultur setzt.

In der Stadt St.Gallen hingegen sei bisher kein politischer Wille spürbar, ein Wie-auch-immer-Kulturhaus in die Gänge zu bringen, sagt Ann Katrin Cooper. Dabei sei das Bedürfnis längst ausgewiesen, die Akteur:innen seien parat – jetzt müsse es endlich nicht mehr um das «Ob» und das «Wer» gehen, sondern um Inhalte: um das «Wo» und das «Was».

Dieser Beitrag erschien im Märzheft von Saiten.

Jetzt mitreden:
Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Dein Kommentar wird vor dem Publizieren von der Redaktion geprüft.

Zwi­schen Gleis, Ge­gen­wart und Ge­sell­schaft

Die dies­jäh­ri­ge Kul­tur­lands­ge­mein­de fin­det ent­lang der Bahn­li­nie zwi­schen Gos­sau und Was­ser­au­en statt. Es ist ein in­ter­dis­zi­pli­nä­res Ex­pe­ri­m­ent­zwi­schen Kunst, Ge­sell­schaft und Ak­ti­vis­mus. Aus­ser­dem stellt die Kul­tur­lands­ge­mein­de künst­le­risch und or­ga­ni­sa­to­risch die Wei­chen für die Zu­kunft.

Von  Philipp Bürkler
KULA Vorstand Oleksandra Tsapko

Ein Fes­ti­val für Punk­rock

Am Sams­tag fin­det in St.Gal­len erst­mals das Punk­fes­ti­val El Car­tel statt. Es soll da­zu bei­tra­gen, die Sze­ne zu stär­ken. Da­bei fehlt es ge­ra­de in St.Gal­len an Nach­wuchs.

Von  David Gadze
Yellow tales grabepunk

Wy­bora­da: Die fe­mi­nis­ti­sche Bi­blio­thek der Ost­schweiz

Seit 40 Jah­ren macht die Bi­blio­thek Wy­bora­da in St.Gal­len sicht­bar, was lan­ge fehl­te: Li­te­ra­tur von und über Frau­en. Heu­te sind Au­torin­nen und fe­mi­nis­ti­sche The­men zwar stär­ker prä­sent in der Öf­fent­lich­keit, doch die Re­le­vanz der Bi­blio­thek ist nach wie vor gross.

Von  Marion Loher
2605 Wyborada Laura Tura room

Or­ches­trier­ter An­griff ge­gen ex­ter­nen Auf­klä­rungs­un­ter­richt 

Mit ei­ner In­ter­pel­la­ti­on grei­fen SVP und EDU im St.Gal­ler Kan­tons­rat den aus­ser­schu­li­schen Auf­klä­rungs­un­ter­richt an. Und mit Un­ter­stüt­zung des «Leh­rer­netz­werks Schweiz» wol­len El­tern aus Büt­schwil ei­ne Mit­ar­bei­te­rin der Fach­stel­le für Aids- und Se­xu­al­fra­gen vor Ge­richt brin­gen. Da­hin­ter steckt ei­ne or­ches­trier­te Ak­ti­on.

Von  René Hornung
2502 Aufklaerung Badges Inv nr 1300

Brü­cke zwi­schen mu­si­ka­li­scher und sprach­li­cher Tra­di­ti­on

«Die­ci», die ita­lie­ni­sche Zahl für zehn, ist das Mot­to des dies­jäh­ri­gen Hei­den-Fes­ti­vals. Es ver­weist da­bei nicht nur auf das Ju­bi­lä­um, son­dern auch auf ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Hal­tung.

Von  Lilli Kim Schreiber
Heiden Festival Nicoals Senn Tom Rigney USA

Naturmuseum Thurgau

Der Grim­bart zum An­fas­sen

Von  Vera Zatti
Dachs Illustration quer def 1

Ein Ber­ner in St.Gal­len

Das St.Gal­ler Thea­ter Trou­vail­le ent­deckt den Mu­si­ker und Ju­ris­ten Ma­ni Mat­ter neu. «’S isch ei­nisch ei­ne gsy»– 90 Jah­re Ma­ni Mat­ter ver­bin­det zahl­rei­che Lie­der und li­te­ra­ri­sche Tex­te des Ber­ners zu ei­nem abend­fül­len­den Pro­gramm. Sai­ten hat mit dem Thea­ter­lei­ter Mat­thi­as Flü­cki­ger ge­spro­chen.

Von  Vera Zatti
Mani Matter Pressefoto

Ein Kurz­trip durch Schein­wel­ten

Vier Jah­re nach ih­rem De­büt keh­ren Lev Ti­gro­vich mit ei­ner neu­en EP zu­rück. Die­se han­delt von Kon­troll­ver­lust, Il­lu­sio­nen und gros­sen Ge­füh­len – und ent­hält erst­mals ei­nen Song, der nicht auf Rus­sisch ge­sun­gen ist.

Von  David Gadze
Lev Tigrovich Press Photo 4 Lena Frei

FC St. Gal­len vs. FC Thun 1:1 – Kein Sie­ger zwi­schen den bes­ten zwei Teams der Sai­son

Im letz­ten Spiel der Sai­son trifft der FC St.Gal­len auf den neu­en Schwei­zer Meis­ter aus Thun - ei­nen Sie­ger gibt es nicht.

Von  SENF Kollektiv
Senf

Phy­sik und er­schöpf­te Ma­schi­nen

Ca­li­ne Aoun in­ter­es­sie­ren die Mo­men­te der Ver­än­de­rung, die Über­gän­ge und Zu­stän­de. Ih­re Aus­stel­lung in Kunst­mu­se­um und Kunst­hal­le Ap­pen­zell wird zum En­de der sechs­mo­na­ti­gen Lauf­zeit ei­ne an­de­re sein als zu Be­ginn. 

Von  Kristin Schmidt
Kunsthalle Appenzell Caline Aoun 03 High Res RGB

Un­ter­schrift als Re­li­quie

Der 1100. To­des­tag von Wi­bora­da – In­klu­sin, Stadt­hei­li­ge und Pro­jek­ti­ons­flä­che – ist zur­zeit The­ma viel­fäl­ti­ger Ak­ti­vi­tä­ten. Zu den High­lights ge­hört ei­ne mut­mass­li­che Un­ter­schrift, zu be­sich­ti­gen in der Aus­stel­lung im St.Gal­ler Re­gie­rungs­ge­bäu­de.

Von  Peter Müller
Unterschriften2

Gastkommentar

Kul­tur­jour­na­lis­mus – ei­ne kul­tur­po­li­ti­sche Not­wen­dig­keit

Von  Johannes Sieber
Johannes sieber

Schü­ler:in­nen auf den Spu­ren Wi­bora­das

An­na Beck-Wör­ner hat ein Wi­bora­da-Un­ter­richts­heft er­ar­bei­tet. Im Pos­ten­lauf, der durch St.Gal­len führt, kön­nen Schü­ler:in­nen an­hand von Wi­bora­das Le­bens­weg lehr­plan­kon­form The­men wie Ge­mein­schaft, Le­bens­form, Bü­cher oder Iden­ti­tät er­ar­bei­ten.

Von  Kathrin Reimann
2605 Wyborada Laura Tura Crossing

Stras­sen­kunst als Ent­schleu­ni­gung

Am Wo­chen­en­de bringt das Auf­ge­tischt-Fes­ti­val wie­der über 100 Stras­sen­künst­ler:in­nen aus al­ler Welt in die Gas­sen der Stadt St.Gal­len. Wir ha­ben mit Dai­a­na Min­ga­rel­li vom Duo Dai­a­na Lou über die Ei­gen- und Be­son­der­hei­ten des Bus­king ge­spro­chen.

Von  Philipp Bürkler
Daiana Lou

Heavy Psych Sounds Fest

Fes­ti­val der schwe­ren Gi­tar­ren­klän­ge

Von  David Gadze
Weedpecker 25 BW 6 50

Ro­ter Tep­pich und ro­te Li­ni­en

Der pein­li­che bis in­halts­lee­re Auf­tritt des Tech-Fa­schis­ten Cur­tis Yar­vin hat die Be­richt­erstat­tung über das dies­jäh­ri­ge St.Gal­len Sym­po­si­um do­mi­niert. Am Mon­tag ha­ben – vor al­lem geis­tes­wis­sen­schaft­li­che – Ex­po­nent:in­nen der HSG in ei­nem öf­fent­li­chen Ge­spräch ver­sucht, Yar­vins lan­gen Schat­ten zu ver­we­deln.

Von  Roman Hertler
3 F1 A3554 web

Was­ser, Drag und Vir­gi­nia Woolf

Die St.Gal­ler Thea­ter­kom­pa­nie Roh­stoff zeigt am 22. und 23. Mai ihr ak­tu­el­les Thea­ter­stück in der Kel­ler­büh­ne. Wie in ei­nem Rausch er­zählt Or­lan­do* von Ge­schlech­ter­nor­men, Grenz­auf­lö­sun­gen und Ver­wand­lun­gen. 

Von  Vera Zatti
LUX 9420 JPG 1500 by Leni O

Kolumne: Heppelers Bestiarium

Im Bi­ber­re­gen

Von  Jeremias Heppeler

Ei­ne ak­ti­vis­ti­sche Künst­le­rin wie­der­ent­deckt

Ele­a­n­or An­tin ist seit 60 Jah­ren künst­le­risch tä­tig. Früh hat sie sich mit Tech­no­lo­gie, Ras­sis­mus und Gen­der­flui­di­tät be­schäf­tigt, doch zwi­schen­zeit­lich war sie fast in Ver­ges­sen­heit ge­ra­ten. Nun macht die ers­te eu­ro­päi­sche Re­tro­spek­ti­ve Sta­ti­on im Kunst­mu­se­um Liech­ten­stein.

Von  Kristin Schmidt
Eleanor Antin Ausstellungsansicht Foto Sandra Maier pr6

Fik­tiv und doch sehr re­al

Der Mu­si­ker und Künst­ler Ni­co­laj És­te­ban ver­öf­fent­licht ein neu­es Al­bum sei­ner Band Love­boy And His Ima­gi­na­ry Fri­ends. Es führt in ei­ne fas­zi­nie­ren­de Welt – und in sein In­ne­res, wo es manch­mal dun­kel ist.

Von  David Gadze
Loveboy and his imaginary friends smile baby