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Nach dem Klimamarathon

Eine Klimasession macht noch keinen neuen Kantonsrat: Wer von der Debatte am Donnerstag in der St.Galler Pfalz nicht viel erwartete, wurde nicht enttäuscht. Die bürgerliche Mehrheit denkt beim Stichwort Klima an Steuern, Autos und Strassen. Ein Kommentar.
Von  Andreas Kneubühler
Immerhin ein Ergebnis: 10 Millionen Franken für den Ersatz fossiler Heizungen im Kanton.

Am Donnerstag fand sie endlich statt, die Klimadebatte im St. Galler Kantonsrat. Sie dauerte acht Stunden, Mittagspause nicht eingerechnet. Auf dem Programm standen ein Bericht der Regierung zur Klima- und Energiepolitik sowie 50 Vorstösse aus allen Fraktionen.

Irgendwann am Nachmittag, die Luft im Saal war längst stickig geworden, sagte SP-Kantonsrat Peter Hartmann: «Überall dort, wo es um Unverbindliches, um Berichte und ums Verschieben geht, ist man dabei, sogar die SVP. Wir aber möchten Nägel mit Köpfen machen.»

Bereits früher war der typische Satz aus den Reihen der SVP zu hören gewesen: «Der Vorstoss schiesst weit über das Ziel hinaus, die Auswirkungen wären für die Wirtschaft verheerend.»

Hat die lange Debatte etwas gebracht?

Dazu muss man etwas zurückblenden.

Es ist noch nicht lange her, nämlich im September 2018, da diskutierte der St. Galler Kantonsrat das Strassenbauprogramm der nächsten Jahre. Es schien, als wäre die Autopartei nie untergegangen: Strassenbauprojekt um Strassenbauprojekt sollte einfach abgenickt werden.

Die SP-Grüne-Fraktion wehrte sich mit dreizehn Anträgen. Sie verlangte Temporeduktionen statt Ausbauten, befand projektierte Strassen für überflüssig und wollte sowieso das ganze Programm zurückweisen. «In der Verkehrspolitik ist ein Umdenken erforderlich», erklärte die Fraktion.

Aus den dreizehn Anträgen wurden dreizehn Abstimmungsniederlagen. Das typische Resultat lautete 22 Stimmen dafür, 80 Stimmen dagegen.

Es ging noch weiter.

Strassenbauprojekte werden aus dem Strassenbaufonds finanziert und der wiederum wird mit den Motorfahrzeugsteuern aufgefüllt.

Das bedeutet: Gibt es weniger Steuereinnahmen, steht weniger Geld für Strassen zur Verfügung.

Weniger Steuereinnahmen könnte es geben, wenn immer mehr Elektrofahrzeuge statt Benzin- oder Dieselautos herumkurven. Seit 2009 werden im Kanton St. Gallen emissionsarme Fahrzeuge gefördert. Im Jahr, in dem sie in Betrieb genommen werden, sowie in den drei Folgejahren sind sie von der Motorfahrzeugsteuer befreit.

Mehr Elektroautos gleich weniger CO2 gleich weniger Steuereinnahmen gleich weniger Geld für neue Strassen.

Und das im Kanton St. Gallen?

Eine Mehrheit von FDP und SVP setzte in der folgenden Session mit einigen wenigen CVP-Stimmen einen Vorstoss durch, der verlangt, dass die Steuerrabatte für emissionsarme Autos «angepasst» werden müssen, sollten die Steuereinnahmen sinken.

Anders gesagt: Ist die Förderung zu erfolgreich, wird sie gekürzt oder gestrichen.

Einige Monate später debattierte der gleiche Kantonsrat jetzt einen ganzen Tag lang über Massnahmen gegen den CO2-Ausstoss, der für den Klimawandel verantwortlich ist.

Wie ist das zu erklären?

Es ist ein Wahljahr.

Das Thema ist dank der Streiks und Kundgebungen in der öffentlichen Wahrnehmung explodiert. Und es gab in der Februarsession den Vorschlag der SP-Grünen-Fraktion für eine Klimasession, der nicht gleich abgelehnt wurde.

Was also hat der Sitzungsmarathon gebracht?

Nicht nichts.

Schwänzen fürs Klima

St. Galler Schülerinnen und Schüler streiken für das Klima – unter anderem in der Märzsession auch auf der Tribüne der Kantonsrats. Dass sie dafür nicht bestraft wurden, ja sogar Urlaubsgesuche einreichen durften, ärgerte vor allem die SVP. Am Dienstag reichte die Fraktion eine Motion ein, welche die Teilnahme an Streiks und politischen Demonstrationen während des Unterrichts verbieten will. «Für das Klima» schwänzen soll also nicht mehr gehen. Mit dem Schwänzen der Klimasession hatten zwei Sarganserländer SVP-Kantonsräte dann aber gar kein Problem. Im Gegenteil, meinte einer von ihnen: Dass er darauf verzichte, mit dem Auto nach St.Gallen zu fahren, sei durchaus als Klimaschutzbeitrag zu verstehen. (Sina Bühler)

Der Kantonsrat hat einen Sonderkredit von 10 Millionen Franken gesprochen. Damit soll in den nächsten vier Jahren der Ersatz von möglichst vielen fossilen Heizungen unterstützt werden. Dank Bundesubventionen stehen für das Programm sogar 30 Millionen Franken zur Verfügung.

Die Regierung wird mit Nachtragskrediten ihr Energieförderprogramm um 9,4 Millionen Franken aufstocken.

Die Waldbesitzer erhalten Abgeltungen, wenn sie den Wald pflegen und auf den Klimawandel vorbereiten.

Der Kantonsrat wird seine Ausflüge künftig klimafreundlich organisieren.

Die Regierung wird die gesetzlichen Regelungen so anpassen, dass Anreize für die Anschaffung und den Betrieb umweltfreundlicher Fahrzeuge geschaffen werden.

Da war doch was?

Die Forderung nach finanzieller Unterstützung für den Kauf von weniger klimaschädlichen Fahrzeugen kam in unterschiedlichen Formulierungen sowohl von SP-Grünen als auch von CVP-GLP. Beide Motionen wurden aber nur mit geändertem Wortlaut überwiesen.

Der ganze Satz lautet so: Die Regierung wird die gesetzlichen Regelungen so anpassen, dass Anreize für die Anschaffung und den Betrieb umweltfreundlicher Fahrzeuge geschaffen «und gleichzeitig die Steuererträge langfristig gesichert werden».

Der Kantonsrat ist sich treu geblieben, Klimawandel hin oder her.

Das Kreuz mit den Ga­gen

Die Kul­tur hat kei­ne Lob­by? Am Stadt­kul­tur­ge­spräch vom Don­ners­tag­abend im Tal­hof war sie da: Ver­tre­ter:in­nen von acht Be­rufs­ver­bän­den stell­ten sich vor. Bren­nends­tes The­ma wa­ren ein­mal mehr die Ho­no­ra­re.

Von  Peter Surber
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Ei­ne Por­ti­on Kunst

Im Kunst Kon­tor Ror­schach lud der Künst­ler Fe­lix Stöck­le zu ei­nem Din­ner, ei­ner Aus­stel­lung, ei­nem Hap­pe­ning – zwi­schen Fi­ne Di­ning, Ke­ra­mik, pop­kul­tu­rel­len Re­fe­ren­zen und der al­ten Idee ei­nes ge­teil­ten Ti­sches.

Von  Veronika Fischer
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Hür­de um Hür­de

Nach zehn Jah­ren in der Schweiz woll­te sich Sa­mi­ra Ra­him mit ih­rer Fa­mi­lie ein­bür­gern las­sen. Die zahl­rei­chen bü­ro­kra­ti­schen Hin­der­nis­se und die ho­hen Kos­ten brach­ten die Fa­mi­lie zeit­wei­se fast da­zu, auf­zu­ge­ben.

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Raum­pla­nung als He­bel ge­gen die Woh­nungs­kri­se

Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

Von  Rahel Lämmler
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Nach dem Rück­tritt von Pe­ter Jans: Das Ren­nen um den va­kan­ten Stadt­rats­sitz ist er­öff­net

SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

Von  Reto Voneschen
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Ein Tau­mel von Grün

Im Bo­ta­ni­schen Gar­ten St.Gal­len geht es ab nächs­ten Sams­tag wun­der­sam zu und her: Künst­ler:in­nen aus ver­schie­de­nen Spar­ten la­den zum sze­ni­schen Rund­gang un­ter dem Ti­tel In der Däm­me­rung wächst ein Flüs­tern. Ein Pro­ben­be­such.

Von  Peter Surber
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In den Wald hin­ein

Der Dra­ma­ti­ker An­dre­as Sau­ter liest am 27. Au­gust im Li­te­ra­tur­haus Thur­gau aus sei­nem un­fer­ti­gen Ma­nu­skript Ein­bruch der Wild­nis. Im Zen­trum des Werks steht die Fra­ge, was es für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del braucht.

Von  Vera Zatti
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«Ich bin mir voll­kom­men fremd, wenn ich nicht schrei­be»

Die deut­sche Fil­me­ma­che­rin Re­gi­na Schil­ling bringt zum 100. Ge­burts­tag von In­ge­borg Bach­mann Je­mand, der ein­mal ich war ins Ki­no. Der Do­ku­men­tar­film ver­knüpft gross­ar­ti­ge Ar­chiv­auf­nah­men mit fik­tio­na­len Sze­nen aus dem letz­ten Le­bens­jahr der Dich­te­rin zu ei­nem zu­gäng­li­chen Plot.

Von  Eva Bachmann
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Zu Be­such in der El-Hi­da­je-Mo­schee 

Die SVP macht seit Wo­chen Stim­mung ge­gen die ge­plan­te neue Mo­schee der al­ba­nisch-is­la­mi­schen Ge­mein­schaft El-Hi­da­je in St.Gal­len. An­läss­lich ei­nes öf­fent­li­chen Rund­gangs der SP stell­ten die Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt vor – und räum­ten mit vie­len Vor­ur­tei­len auf.

Von  David Gadze
El hidaje rundgang david gadze

Ein le­ben für die Kunst

Jim Di­ne ge­hört zu den be­deu­tends­ten zeit­ge­nös­si­schen Künst­ler:in­nen. Seit ein paar Jah­ren er­schafft er sei­ne Skulp­tu­ren vor­nehm­lich im Sit­ter­tal. In die Kunst­gies­se­rei ver­lieb­te sich der Pop-Art-Pio­nier bei sei­nem ers­ten Be­such vor fast 20 Jah­ren.

Von  David Gadze
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Al­les deu­tet drauf hin, dass die Uni St.Gal­len dem­nächst in den bis­he­ri­gen Haupt­sitz der Hel­ve­tia-Ver­si­che­rung, ge­plant vom Bas­ler Ar­chi­tek­tur­bü­ro Her­zog und de Meu­ron, als zwei­ten gros­sen Stand­ort auf dem Ro­sen­berg ein­zie­hen kann. Zu­sätz­lich ist ein Holz­bau mit Se­mi­nar­räu­men in Pla­nung.

Von  René Hornung
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Der FC St.Gal­len zeigt sich ge­gen She­riff Ti­ras­pol von sei­ner bes­ten Sei­te und ge­winnt das Spiel nicht nur sou­ve­rän, son­dern auch hoch mit 5:1. Wei­ter geh­t's im Play­off ge­gen den FC Nordsjæl­land aus Dæ­ne­mark.

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Jubiläum

«Je­de Ge­ne­ra­ti­on muss­te die Fir­ma neu er­fin­den»

Von  Roman Hertler
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Von  Vera Zatti
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Die un­ver­zicht­ba­ren Som­mer­tipps – Teil 7

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260708 Sommertipps Till The Morning Rises Pfister Noemi

FC St.Gal­len vs. FC Lu­zern 2:2 – Im­mer­hin ein Punkt

Ge­gen die­ses Lu­zern müss­te der FC St.Gal­len ei­gent­lich drei Punk­te ein­fah­ren. Zum Schluss muss er aber froh sein, dass es im­mer­hin ei­ner wird. Der Aus­gleich ge­lingt erst weit in der Nach­spiel­zeit per Pe­nal­ty. Das Spiel zum Nach­le­sen im SENF-Ti­cker.

Von  SENF Kollektiv
Senf

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Her­bert Rauch (1929–2012) war Brief­trä­ger und Künst­ler. In den Schwarz-Weiss-Fo­to­gra­fien des Rank­wei­lers er­schei­nen Ob­jek­te wie Stei­ne und Fe­dern als abs­trak­te, gra­fi­sche Ge­bil­de. Nun ist ein Fo­to­band zu sei­nem Spät­werk er­schie­nen, und im Schau­raum Re­né Dal­pra in Alt­ach sind sei­ne Ar­bei­ten aus­ge­stellt.

Von  Ariane Grabher
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Stadt der Un­der­dogs

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Von  Kaspar Surber
Lukas reimann mike sarbach ursula haene

Mehr Platz für Bü­cher und Ma­te­ri­al­mus­ter

Ei­nes der vie­len Ge­bäu­de des Sit­ter­werks, die vor ge­nau 100 Jah­ren er­bau­te Schwarz­fär­be­rei, be­her­bergt heu­te die Kunst­bi­blio­thek und die Ma­te­ri­al­mus­ter­schrän­ke. Ei­ne Auf­sto­ckung soll künf­tig mehr Platz schaf­fen.

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Sittwerwerk Aufstockung Bibliothek