Immer wieder Feldkirch: Das Poolbar-Festival vom 7. Juli bis 14. August ist wohl das Beste, was die Region sommermusikalisch zu bieten hat. Und das mit erfreulicher Regelmässigkeit: Getreu ihrem Motto «Nischen bis Pop» gelingt es den Veranstalter:innen alle Jahre, kleine und grosse musikalische Leckerbissen ins Alte Hallenbad und in den schmucken Reichenfeldpark einzuladen.
Dass die übergrossen Weltstars diesmal fehlen und die heimlichen Headliner Sportfreunde Stiller bereits ausverkauft sind, bleibt beim übrigen Angebot mehr als verkraftbar. Australo-punkig gehts etwa am 13. Juli zu und her mit den Clowns aus Melbourne. Auch der Support von The Death Set, einem Duo aus Sydney, verspricht einen energetischen Abend.
Ähnlich stromgitarrenlastig, allerdings auf etwas höherem Legendenlevel gehts weiter mit Girls Against Boys, die im Sog der Grunge-Welle der Neunziger mit Rage Against The Machine oder den Foo Fighters tourten. In diesem Jahrtausend sind die Jungs aus New York und Washington zwar nicht mehr so oft unterwegs, aber dieses Jahr gilt es immerhin den 25. Geburtstag ihres Albums House Of GVSB zu feiern.
Versöhnlichere Indie- und Disco-Töne liefern die Briten von Metronomy, die Kalifornier von den Local Natives oder auch die Kytes aus München. Und die Wiener Frauen-Super-Group My Ugly Clementine ist nach ihrem ersten Gig am Poolbar-Festival 2019, kurz nach ihrer Gründung, mit dem European Independent Album Of The Year 2021 (Vitamin C) zurück in Feldkirch.
Ein besonderes Schmankerl ist sicher der schwedische Singer/Songwriter José González, der mit Gitarre und Gesang gut auskommt und dessen Songs auch schon in Hollywood-Filmen oder Gaming-Blockbustern zu hören waren. Und bei Witch rund um den Dinosaur-Jr.-Frontmann J Mascis, der hier allerdings die Drumsticks schwingt, ist ein schweisstreibender Stoner-Trip mit einer Extraportion Fuzz garantiert.
Und natürlich bleibt das Poolbar-Festival, vom 7. Juli bis 14. August, weit mehr als ein grosses Fest der Musik. Auch Film, Literatur, Kabarett, Poetry-Slam oder das all-donnerstägliche, legendäre Pool-Quiz sind fester Bestandteil, wenn Feldkirch im Sommer zum popkulturellen Hotspot der Region wird.
Nach einer ganz passablen ersten Halbzeit der Espen sowie Führung durch einen Elfmeter von Görtler vor der Pause, spielen die St. Galler dieses Resultat anschliessend herunter und holen sich die 3 Punkte.
Mehr als viereinhalb Stunden dauerte Der Prozess Pelicot im Theater St.Gallen. Milo Rau und Servane Dècle inszenierten einen Abend über sexualisierte Gewalt und chemische Unterwerfung – und über eine Gesellschaft, die von Männern mehr Verantwortung verlangt.
Die Menschenrechte stehen weltweit unter Druck. Doch wie konsequent setzt sich die Schweiz für sie ein? Ein neues Buch nimmt die Schweizer Menschenrechtspolitik kritisch unter die Lupe. An der Buchvorstellung im Square wurde über Widersprüche, Versäumnisse und mögliche Lösungen diskutiert.
In einer Tennishalle im toggenburgischen Unterwasser trafen sich vor zehn Jahren 5000 Neonazis zum grössten Rechtsrock-Konzert, das je im deutschsprachigen Raum stattgefunden hat. Linke Politiker:innen reagierten schnell, doch das Ergebnis ist ernüchternd.
Leopoldstadt am Vorarlberger Landestheater
Stimmrecht
Erntehelfer:innen sind in der Schweiz schlecht geschützt. Ihre Arbeitsbedingungen liegen oft in Graubereichen, Kontrollen sind schwierig. Eine Veränderung würde jedoch bedeuten, ein ganzes System auf den Kopf zu stellen.
Bücherherbst: Die Geschichte der Schweizer Uhrmacherkunst von Gion Mathias Cavelty
Die St.Galler Restaurants Toscana und The Pinch machten vergangene Woche über Nacht dicht. 15 Personen standen unvorbereitet auf der Strasse. Das verantwortliche Investoren-Duo schliesst nicht zum ersten Mal ein Restaurant in der Stadt. Das abrupte Ende wirft Fragen auf.
Die Stadt St.Gallen muss sparen und will das historische Volksbad nach der Wiedereröffnung des Hallenbads Blumenwies schliessen. Dabei verspricht die Stadt seit über 40 Jahren die Sanierung.
Die St.Galler Regierung spart gegen ihren Willen weitere 60 Millionen Franken ein und rechnet für 2027 mit einem Plus von 55 Millionen Franken. Kulturelle Arbeit wird dabei weiter prekarisiert – mit einer grossen Ausnahme.
Filminstallation über Vergänglichkeit
Die alten Fabrikhallen sind aus Winterthurs Kulturleben nicht mehr wegzudenken. Sie wären aber nichts ohne engagierte und gut vernetzte Menschen. Saiten konnte auf Einladung des Kulturmagazins «Coucou» einige von ihnen treffen. Ein kleiner Stadtrundgang
Das Konzert und Theater St.Gallen zeigt eindringlich auf: Femizide existieren in der Schweiz noch immer im ungeheuren Ausmass. Die Inszenierung von Corinna von Rad setzt auf das Groteske in Georg Büchners Woyzeck und feierte am Samstag Premiere im Grossen Haus. Eine Produktion für «jeder-Mann»!
Viel Energie und noch viel mehr Punk gibts auf dem neuen Album Now To Ruin der Thurgauer Band S.G.A.T.V.. Getauft wird am 1. Oktober im Winterthurer Kraftfeld. Saiten hat vorab reingehört.
Wie können wir unseren Konsum nachhaltiger gestalten? In «Next Relations – Zukunft gestalten» zeigt das Gewerbemuseum Winterthur anhand von Arbeiten von Studierenden mögliche Ansätze. Eine anspruchsvolle Schau, die Hoffnung macht.
Die Ausstellung «Beyond the Manosphere. Masculinities today» im Kunstmuseum St.Gallen untersucht, wie Männlichkeit dargestellt, geprägt und gelebt wird. Und zeigt dabei auch ihre Widersprüchlichkeit.
Ein Schrebergarten wird im neuen Roman Verteidigung eines Gartens von Christina Walker zum Zufluchtsort. Darin lässt die Vorarlberger Autorin vielschichtige Charaktere ebenso aufblühen wie Apfelbaum und Johannisstrauch.
Der Kanton St.Gallen hat Kunst- und Kulturschaffende zur jährlichen Kulturkonferenz nach Wil eingeladen. Spielerisch wurde versucht, die Ausrichtung der Kulturförderung zu klären und Möglichkeiten der neuen Kulturstrategie zu diskutieren. Doch die zentrale Frage blieb offen: Wie stark kann die Kulturszene den Inhalt der Strategie tatsächlich mitbestimmen?
Wer als Erntehelfer:in in der Schweiz arbeitet, tut dies in einer rechtlichen Grauzone. Das nützt vor allem einem System, das weder die Landwirt:innen noch die Konsument:innen im Alleingang ändern können. Ausserdem im Oktoberheft: zehn Jahre Unterwasser, eine Flaschenpost aus Halle (Saale), Kunst zum Thema Männlichkeit, Musik von The Black Salt und natürlich der Bücherherbst – mit neuer Literatur von Ostschweizer Autor:innen.