Im Interview mit Noisey antwortete Vanessa Engensperger aka Hopes & Venom auf die Frage, warum sie sich für die Musik als Beruf entschieden hat: «Ich konnte einfach nicht anders. Alles andere, was ich versucht habe, hat mich wahnsinnig unglücklich und verzweifelt gemacht. Ich habe über vier Jahre hinweg drei verschiedene Studiengänge angefangen.»
Sie ist mit Jahrgang 1990 die jüngste Werkbeitrags-Preisträgerin der letzten 20 Jahre. Nach dem zweiten Platz am lokalen Bandwettbwerb bandxost 2013 mit Hopes & Venom (noch als Duo) konzentriert sie sich auf ihre Musikkarriere, vernetzt sich, spielt am Open Air St.Gallen oder am wichtigsten Post-Rock-Festival der Schweiz, am Bergmal in Zürich. Sie arbeitet als Produzentin, Sängerin, aber auch mit Video-Arbeiten. Mit dem Werkbeitrag will sie die Live-Umsetzung ihres kommenden Albums entwickeln, ausbauen und aufwändigere Videoarbeiten realisieren. Mehr zu Hopes & Venom und ihrer Videopremiere am 27. April gibt es im Aprilheft von Saiten.
Am Anfang des ebenfalls mit einem Werkbeitrag geförderten Projekts der vielfach preisgekrönten Malerin Rachel Lumsden (1968) stehen drei Fragen: Wie können grosse Gemälde die gleiche Spontaneität, Leuchtkraft und Unmittelbarkeit erreichen? Wie kann das Bildliche an den Rand der Auflösung und Verdampfung getrieben werden? Wie kann das Sehen eine neue Qualität erreichen? Nachdem sich Lumsden auf kleine Formate konzentriert hat, will sie sich nun mit der Übersetzung der Werke in ein grösseres Format beschäftigen. Ein Projekt, welches auch den künstlerischen Prozess sichtbar macht. Sie experimentiert am Bild und mit Techniken, immer wieder tauchen auch Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen in ihrer Arbeit auf.
Nahe an der Gegenwart spielt auch das geplante Projekt des Panorama Dance Theater (Ann Katrin Cooper und Tobias Spori). Für die Entwicklung eines performativen Tanzstücks mit dem wunderbaren (Arbeits-)Titel Green, Green Grass of Home begeben sich Cooper und Spori auf Spurensuche und kreisen um Vorstellungen von Heimat. Dafür recherchieren sie Lebensgeschichten, gehen in Gärten und Wohnhäuser, fragen nach Gerüchen, Worten, Songs, die die Befragten mit Heimat assoziieren.
Weiter unterstützt werden gemäss Medienmitteilung der Stadt die Malerin Claudia Keel, für «ihre unermüdliche Suche nach dem idealen Abbild des Innersten», Kathrin Rieser – die sich zwischen Bildender Kunst, Theater, Figurentheater und Performance bewegt – für ihr erstes Solo-Strassen-Projekt «El teatrito – das kleine Theater», sowie die Künstlerin Salome Schmuki, die sich in ihrer Arbeit mit Schrift und dem Lesevorgang beschäftigt und mit dem Werkbeitrag neue Experimente in der Schriftgestaltung eingehen und dazu Arbeiten in verschiedenen Medien entwickeln will.
Figur von Kathrin Rieser. (Bild: pd)
Das Sparprogramm «Fit 13plus» der Stadt St.Gallen trifft auch die Kultur. Seit heute weiss man, wie: Es gibt weniger Geld für freie Projekte und für Preise.
Die Stadt St.Gallen hat im Palace ihre Preise und Werkbeiträge vergeben. Der Abend zeigte, was fehlt, wenn die Preise wie nächstes Jahr weggespart werden.
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
Musiktheater
Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
St.Gallen und Luzern haben mehr gemeinsam, als man zunächst denkt – oder doch nicht? «Null41» war mit der Saiten-Redaktion in St.Gallen unterwegs.
Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
Torreich, spannend und doch enttäuschend - nur eine Viertelstunde guter Fussball reicht halt nicht zum Punkt gegen Thun.
Nach Jahrzehnten treffen sich Eva und Franz wieder. Beide im fortgeschrittenen Alter. Viel ist passiert und doch ist da noch Zuneigung. Schwindlig heisst der neue Roman der Ostschweizer Autorin Christine Fischer, in dem vielschichtige Charaktere auf feines Sprachgefühl treffen.
Dieses Wochenende eröffnet die offene Werkstatt Meter den neuen Standort an der Burgstrasse. Und im November zügelt Offcut nach St.Fiden. Das ist der Anfang vom Ende der Gemeinschaft «Ulmen5» – zumindest in ihrer bisherigen Form. Denn 2027 könnte es zur teilweisen Wiedervereinigung kommen.
Eine neue SRF-Serie porträtiert eine elfköpfige WG aus St.Gallen. Endlich wieder mal eine sehenswerte SRF-Produktion, findet Saiten-Autor Andi Giger.
St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
Drei Kulturmagazine tun sich zusammen, vergleichen ihre Städte und die Herausforderungen, denen die Kultur gegenübersteht. Saiten hat die Kolleg:innen vom «Coucou» in Winterthur besucht und das «Null41» war in St.Gallen zu Besuch. Ausserdem im Septemberheft: lauter Jubiläen – von Anita Zimmermann über das Figurentheater bis zur Museumsnacht –, ein Pfarrer auf braunen Abwegen, eine Flaschenpost aus Afghanistan und ein Interview zum Hitzesommer und dem Klimawandel.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung