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Von Töpfen und Deckeln

Kaum etwas eignet sich besser für ein sprühendes Freilichtspektakel als eine Komödie von William Shakespeare. Auf dem Konstanzer Münsterplatz wird jetzt «Viel Lärm um nichts» gespielt. Franziska Spanner war an der Premiere.
Von  Gastbeitrag
Shakespeare light vor der Kulisse des Münsters Konstanz. (Bilder: Ilja Mess)

Das Wetter am Premierenabend – sommerlich warme 25 Grad – passt schon mal. Wir befinden uns nämlich in Sizilien, auf dem Landgut Don Leonatos. Bühnenbildner Luis Graninger kondensiert die edle Sommerresidenz auf kleinem Raum und setzt sie in einen modernen Kontext. Sie verfügt über einen Pool und einen Sandkasten, die in ein raffiniertes Netz aus Marmorwegen eingepasst sind.

Don Leonatos Haus selbst ist ein erhaben auf Stelzen stehender Glaskasten mit modernem Interieur und rotem Wuschelteppich. «Flokati rosso!», ruft Don Pedro (souverän: Ingo Biermann), der aus einer erfolgreich geschlagenen Schlacht heimkehrende Prinz von Aragon, entzückt bei diesem Anblick.

Helden in Adiletten

Natürlich ist das Glashaus, das eher dem Office eines hip-kreativen Start-ups ähnelt, von einer mit grünem Kunstrasen ausgelegten Veranda umgeben, auf der ein ebenso hipper roter Kugelgrill drapiert ist. Don Pedro und seine Gefolgschaft Graf Claudio und Benedikt von Padua kommen als moderne Macho-Feldherren in Badehosen, Adiletten und Sonnenbrillen daher. Ein Schelm, wem dabei halbnackt durch die Taiga reitende Präsidenten in den Sinn kommen.

Derweil planscht Don Leonatos schöne Tochter Hero ganz Tussi-like gelangweilt mit pinkem Cap und Riesensonnenbrille (Kostüm: ebenfalls Luis Graninger) im Pool und zieht an einer Zigarette.

Heldenparade: Ingo Biermann, Peter Posniak, Miguel Jachmann, vorne Maëlle Giovanetti.

Schnell wird klar, dass der scheue Claudio sich für Hero mehr als nur interessiert, und da dauert es nicht lange, bis Hochzeitspläne geschmiedet werden. Viel interessanter sind jedoch die Entwicklungen zwischen Heros schlagfertiger Cousine Beatrice und dem ebenso um keine schnippische Bemerkung verlegenen Benedikt.

Sie gibt sich intelligent und als viel zu gut für einen Mann, obschon sie insgeheim fürchtet, nie den passenden «Deckel» zu finden. Er hält sich für das Beste, was einer Frau passieren kann («Andere suchen ein Abenteuer. Ich bin ein Abenteuer!»), und möchte natürlich nicht gern zugeben, dass er einer Frau verfallen ist.

Weitere Vorstellungen bis 24. Juli

theaterkonstanz.de

Wie bekommt man nun zwei Menschen zusammen, die zumindest vorgeben, sich so überhaupt nicht zu mögen («Wir sind zu schlau, um friedlich zu flirten!»)? Das fragen sich auch Claudio und Don Pedro. Während die einen versuchen, ein Paar zusammenzubringen, scheuen der besiegte Halbbruder Don Pedros, Don John und sein Begleiter Borachio nicht vor Intrigen zurück, um die Verliebten Hero und Claudio zu entzweien.

Alles halb so wild

Regisseurin Susi Weber inszeniert Peter Raffalts neu bearbeitete, auf Eindreiviertelstunden gekürzte Fassung in sportlichem Tempo, ohne Zeit auf zu viel Pathos zu verschwenden. Die überzeichneten Charaktere bilden den idealen Nährboden für eine Vielzahl verbaler wie non-verbaler Reibungen.

Maëlle Giovanetti brilliert dabei als eigensinnige Beatrice mit ihrem sehr körperlichen komödiantischen Spiel und trifft auf Peter Posniaks alias Benedikts Dandy-Attitüde aus Der perfekte Mann. Deutlich zärtlicher zelebrieren Hero (Pauline Werner) und Claudio (Miguel Jachmann) ihre Liebe – ihr Duett zu dem unfassbar kitschigen Song Eternal flame ist ein Highlight des Abends.

Was sich liebt…:  Maëlle Giovanetti und Peter Posniak (oben), Miguel Jachmann und Pauline Werner(unten).

Ansonsten kommt die Inszenierung ohne viel musikalischen Pomp aus. Eine Konstante bilden die Trommelklänge von Frank Denzinger und Martin Deufel (musikalische Leitung: Rudolf Hartmann), die mit Marsch und Samba brasilianisches Karnevalsfeeling aufkommen lassen.

Insgesamt ist ein heiter-komischer Reigen aus rasanten Wortgefechten, tragischen Wehmuts- und theatralischen Liebesbekundungen entstanden. Ganz im Sinne Shakespeares löst sich dieser am Ende natürlich in Wohlgefallen auf: «Die Liebe kommt zu allen. Schiesst Cupido nicht Pfeile, stellt er Fallen». Pragmatischer ausgedrückt: Alle kommen unter die Haube.

 

Fast ein gan­zes Le­ben spä­ter 

Nach Jahr­zehn­ten tref­fen sich Eva und Franz wie­der. Bei­de im fort­ge­schrit­te­nen Al­ter. Viel ist pas­siert und doch ist da noch Zu­nei­gung. Schwind­lig heisst der neue Ro­man der Ost­schwei­zer Au­torin Chris­ti­ne Fi­scher, in dem viel­schich­ti­ge Cha­rak­te­re auf fei­nes Sprach­ge­fühl tref­fen. 

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Neu­start für Me­ter und Off­cut

Die­ses Wo­chen­en­de er­öff­net die of­fe­ne Werk­statt Me­ter den neu­en Stand­ort an der Burg­stras­se. Und im No­vem­ber zü­gelt Off­cut nach St.Fi­den. Das ist der An­fang vom En­de der Ge­mein­schaft «Ul­men5» – zu­min­dest in ih­rer bis­he­ri­gen Form. Denn 2027 könn­te es zur teil­wei­sen Wie­der­ver­ei­ni­gung kom­men.

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WG gaf­fen

Ei­ne neue SRF-Se­rie por­trä­tiert ei­ne elf­köp­fi­ge WG aus St.Gal­len. End­lich wie­der mal ei­ne se­hens­wer­te SRF-Pro­duk­ti­on, fin­det Sai­ten-Au­tor An­di Gi­ger.

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FC St.Gal­len vs. FC Nordsjæl­land – St. Gal­len un­ter­liegt Nordsjæl­land mit 2:3

St. Gal­len schlägt sich am En­de auch selbst und muss den Traum von Eu­ro­pa be­gra­ben. Ent­schei­dend war er Platz­ver­wei­se ge­gen Mihai­lo Steva­no­vic vor der Pau­se.

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Senf
Heftvorschau 09/26
Luzern Winti St.Gallen, Neonazipfarrer, A(nita) bis Z(immermann)

Drei Kul­tur­ma­ga­zi­ne tun sich zu­sam­men, ver­glei­chen ih­re Städ­te und die Her­aus­for­de­run­gen, de­nen die Kul­tur ge­gen­über­steht. Sai­ten hat die Kol­leg:in­nen vom «Coucou» in Win­ter­thur be­sucht und das «Null41» war in St.Gal­len zu Be­such. Aus­ser­dem im Sep­tem­ber­heft: lau­ter Ju­bi­lä­en – von Ani­ta Zim­mer­mann über das Fi­gu­ren­thea­ter bis zur Mu­se­ums­nacht –, ein Pfar­rer auf brau­nen Ab­we­gen, ei­ne Fla­schen­post aus Af­gha­ni­stan und ein In­ter­view zum Hit­ze­som­mer und dem Kli­ma­wan­del.

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Mehr Di­ver­si­tät, mehr Durch­mi­schung

An sei­ner ers­ten Pres­se­kon­fe­renz als Lei­ter der St.Gal­ler Kel­ler­büh­ne schil­dert Hü­sey­in Cir­pi­ci sei­ne Ein­drü­cke der Stadt und ver­rät, was das Pu­bli­kum un­ter sei­ner Re­gie er­war­tet.

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Him­mels­stür­mend und oh­ren­be­frei­end

Der St.Gal­ler Kom­po­nist Charles Uz­or hat ei­ne Art po­li­ti­sches Ora­to­ri­um ge­schrie­ben. Am Sonn­tag wur­de es in der Kir­che Tro­gen auf­ge­führt: The Gre­at Wall. A La­by­rinth mit dem gran­dio­sen New Yor­ker Vo­kal­ensem­ble Ek­me­les.

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Nach zehn Jah­ren in der Schweiz woll­te sich Sa­mi­ra Ra­him mit ih­rer Fa­mi­lie ein­bür­gern las­sen. Die zahl­rei­chen bü­ro­kra­ti­schen Hin­der­nis­se und die ho­hen Kos­ten brach­ten die Fa­mi­lie zeit­wei­se fast da­zu, auf­zu­ge­ben.

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Ber­lin­gen hat ei­ne neue Me­tho­de der In­ter­es­sen­ab­wä­gung ent­wi­ckelt: ei­ne Ana­ly­se des Orts­bilds als Grund­la­ge, um die wert­vol­le Bau­kul­tur zu er­hal­ten und gleich­zei­tig die In­nen­ent­wick­lung vor­an­zu­brin­gen. Nun steht die Ver­an­ke­rung in der Orts­pla­nung an.

Von  Rahel Lämmler
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Nach dem Rück­tritt von Pe­ter Jans: Das Ren­nen um den va­kan­ten Stadt­rats­sitz ist er­öff­net

SP-Mann Pe­ter Jans tritt En­de Ju­ni 2027 aus der St.Gal­ler Stadt­re­gie­rung zu­rück. In sei­ner Par­tei star­tet die Su­che nach ei­ner Nach­fol­ge mit ei­nem kla­ren Fa­vo­ri­ten. Bei den Bür­ger­li­chen sind Schmie­de für ei­ne gros­se Al­li­anz ge­fragt.

Von  Reto Voneschen
Offizielles bild stadtrat 2021 Bild PD Ueli Steinbgruber

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Im Bo­ta­ni­schen Gar­ten St.Gal­len geht es ab nächs­ten Sams­tag wun­der­sam zu und her: Künst­ler:in­nen aus ver­schie­de­nen Spar­ten la­den zum sze­ni­schen Rund­gang un­ter dem Ti­tel In der Däm­me­rung wächst ein Flüs­tern. Ein Pro­ben­be­such.

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In den Wald hin­ein

Der Dra­ma­ti­ker An­dre­as Sau­ter liest am 27. Au­gust im Li­te­ra­tur­haus Thur­gau aus sei­nem un­fer­ti­gen Ma­nu­skript Ein­bruch der Wild­nis. Im Zen­trum des Werks steht die Fra­ge, was es für ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del braucht.

Von  Vera Zatti
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«Ich bin mir voll­kom­men fremd, wenn ich nicht schrei­be»

Die deut­sche Fil­me­ma­che­rin Re­gi­na Schil­ling bringt zum 100. Ge­burts­tag von In­ge­borg Bach­mann Je­mand, der ein­mal ich war ins Ki­no. Der Do­ku­men­tar­film ver­knüpft gross­ar­ti­ge Ar­chiv­auf­nah­men mit fik­tio­na­len Sze­nen aus dem letz­ten Le­bens­jahr der Dich­te­rin zu ei­nem zu­gäng­li­chen Plot.

Von  Eva Bachmann
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Zu Be­such in der El-Hi­da­je-Mo­schee 

Die SVP macht seit Wo­chen Stim­mung ge­gen die ge­plan­te neue Mo­schee der al­ba­nisch-is­la­mi­schen Ge­mein­schaft El-Hi­da­je in St.Gal­len. An­läss­lich ei­nes öf­fent­li­chen Rund­gangs der SP stell­ten die Ver­ant­wort­li­chen das Pro­jekt vor – und räum­ten mit vie­len Vor­ur­tei­len auf.

Von  David Gadze
El hidaje rundgang david gadze

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Von  David Gadze
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