Der Bundesrat hat letzten Mittwoch über erste Lockerungen des Kultur-Lockdowns entschieden. Museen gehen auf – die veranstaltete Kultur muss hingegen weiter warten. Saiten hat eine Reihe von Ostschweizer Kulturveranstalter*innen nach ihrer Einschätzung befragt, die Antworten dazu hier. Sie fielen klar aus: «Wir sind bereit».
Die drei Fragen haben wir auch über die Grenze hinweg dem Theater Konstanz gestellt. In Deutschland stehen Lockerungen zur Zeit noch in den Sternen – hier gilt eine 7-Tage-Inzidenz von unter 35 Fällen als Massstab für Lockerungen. Am 3. März ist ein nächster Coronagipfel der Bundeskanzlerin mit den Ländern geplant. Intendantin Karin Becker sagt, was und wie ab April live gespielt werden könnte – und setzt in der Zwischenzeit auf digitale Formate.
Karin Becker, die neue Konstanzer Intendantin. (Bild: Ilja Mess)
Wie beurteilen Sie aus Ihrer Institution die aktuelle Situation?
Karin Becker: Was bleibt? Wenn wir wieder über Lockerungen sprechen, muss die Kultur dabei im Blick sein. Nicht nur, weil wir aus der Kultur heraus natürlich rufen: «Lasst uns spielen», sondern auch, weil die Kultur besonders geschützt und wertvoll ist. Ich hoffe sehr, dass das Bewusstsein in unserer Gesellschaft dafür da ist, dass wir gerade jetzt die Kulturorte als Kristallisationspunkte für unsere gesellschaftlichen Diskurse brauchen. Wir stehen vor Entscheidungen und Diskussionen, die sehr fundamental sein werde.
Wir hatten am Theater Konstanz schon im Herbst zum Spielzeitstart nachweislich greifende Hygienekonzepte für den laufenden Betrieb umgesetzt. Wir wissen um den Ernst der Lage und mit welcher Sorgfalt und welchen Reaktionen der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus entgegengetreten werden muss. Für Theater-, Konzert-, Kino- und Museumsbesucher besteht allerdings kein belegbar erhöhtes Infektionsrisiko, da der Mindestabstand von mindestens 1,5 Meter sowie der Frischluftaustausch gewährleistet sind. Personalisierte Tickets ermöglichen zudem die Nachverfolgung und Unterbrechung von Infektionsketten.
Dennoch können wir nicht abschätzen, wie die deutsche Bundesregierung und die Länder in den nächsten Wochen bezüglich Öffnung der Kulturbetriebe entscheiden. Durch diese Planungsunsicherheit erstellen wir seit November einen Spielplan nach dem anderen. Kaum ist er erstellt, muss wieder umgeplant werden.
Es gibt die Forderung nach räumlich differenzierter Zulassung von Veranstaltungen. In der Schweiz ist es das «Basler Modell», das für die baldige Öffnung von Veranstaltungsorten einen Stufenplan vorschläg. In Deutschland ist ein modulares Konzept lanciert worden, mit dem Wissenschaft, Sport und Kultur wieder öffnen könnten, von 25 Prozent Auslastung bis hin zu Vollbesetzung. Was taugen diese Vorschläge aus Ihrer Sicht?
Wir hatten ja schon zu Beginn der Spielzeit 2/3 der Bestuhlung im Zuschauerraum des Stadttheaters ausgebaut und kleine Zuschauerinselchen für jeweils 1, 2 oder 3 Personen, die gemeinsam ins Theater kommen, geschaffen. So könnten wir auch wieder weitermachen. Und natürlich streben wir auch wieder das Sommertheater auf dem Münsterplatz an, auch hierfür gab und gibt es ausgeklügelte Hygienemassnahmen für das Spielen im Freien.
Wann wäre Ihre Institution bereit zum Start? Und für wieviele Besucherinnen und Besucher?
Starten könnten wir quasi sofort. Doch da wir derzeit nicht in persönlichen Kontakt zu unserem Publikum treten können, haben wir für Februar und März eine digitale Offensive gestartet: «Theater unlocked». Auf unserer Homepage theaterkonstanz.de finden sich Podcasts, ein Blog des neugegründeten «Stadtensemble» oder ein Gang durch das Theater mit Figuren aus unseren Stücken. Man kann sich unsere Eröffnungsproduktion Jeder stirbt für sich allein ansehen und es wird sogar zwei Vollmonde – die late-night Vorstellung in unserem Rahmenprogramm – als Livestreams geben. Und dann natürlich «Let’s Ally», unser Festival Female Artists vom 6. bis 8. März. Leider mussten wir aufgrund der Pandemie auch hier entscheiden, dieses digital umzusetzen.
Nach unserer aktuellen Planung könnten wir ab 1. April mit den nächsten Premieren beginnen. Es ist bitter und schmerzt, aber wir müssen einige Produktionen, die zum Teil bereits fertig geprobt sind, in die nächste Spielzeit verschieben, z.B. unser Familienstück, den Wunschpunsch. Das war schon eine harte Entscheidung, dass wir das gerade den Kindern und Familien nicht zeigen konnten. Aber es ist noch genug «übrig», etwa Licht im Kasten mit Christine Urspruch oder REVOLution, was unsere Hausregisseurin Franziska Autzen gerade probt, in der Spiegelhalle.
In allen drei Spielstätten – Stadttheater, Spiegelhalle und Werkstatt – und auch auf der Freilichtbühne wird die Zuschauerkapazität zunächst nur 30 % betragen. Das heisst zum Beispiel für das Stadttheater, dass wir hier jeweils nur etwa 100 Plätze anstatt knapp 400 anbieten können.
Das Siegerstück des Autorenwettbewerbs der Theater St.Gallen und Konstanz dreht sich rasant ums Theater selber. Uraufführung von «Mal was Afrika» war am Samstag in der Lokremise.
Der St.Galler Kunstkiosk wird fünfzehn Jahre alt. Gefeiert wird das mit einer Jubiläumsausstellung im ehemaligen Tiffany Night Club. Die Vernissage ist am 12. September. Saiten hat schon vor der Eröffnung vorbeigeschaut.
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Zum 36-jährigen Bestehen seiner Galerie Macelleria d'arte transformiert Francesco Bonanno ein leerstehendes Gebäude am Roten Platz in St.Gallen in ein buntes Haus voller Kunst. Was als kleines Projekt begann, wuchs zu einem Gemeinschaftswerk von fast 100 Kunstschaffenden.
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Von St.Gallen bis nach Südafrika. Ein Ostschweizer Ehepaar reist im Landrover Defender um die Welt. Ihre Erlebnisse halten die Baumelers mit einer Kamera fest. Nun erscheint ihr Film Immer weiter in Ostschweizer Kinos – eine ehrliche Dokumentation, der eine Einordnung gut getan hätte.
«Open House St.Gallen»
Museum Herisau
Das Küefer-Martis-Huus in Ruggell widmet sich in einer Retrospektive der Wiederentdeckung einer völlig übersehenen Künstlerin: Maggy Mauritz war eine Pionierin der Graffitikunst und des Lettrismus.
Jakob Lütschg kehrte nie nach Balgach zurück. 82 Jahre nach seinem Tod im Konzentrationslager Buchenwald kehrt wenigstens sein Name heim. Der erste Stolperstein im St. Galler Rheintal erinnert an ein Leben, das beinahe vergessen ging.
Musik am See
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St. Gallen schlägt sich am Ende auch selbst und muss den Traum von Europa begraben. Entscheidend war er Platzverweise gegen Mihailo Stevanovic vor der Pause.
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Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
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Kunstausstellung