Der Plan klingt erstmal gut: Die Ostschweizer Kantone und das Fürstentum Liechtenstein tun sich zusammen, um ein neues Literatur-Förderprojekt zu initiieren. 400’000 Franken schwer soll das so genannte Programm «Buch und Literatur Ost+» sein. Start ist bereits in diesem Jahr, es dauert bis 2020. Worum es geht? «Das Ziel ist es, das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren im Buchwesen und der Literaturlandschaft in der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein zu stärken», heisst es in einer Medienmitteilung. Aber was soll das bedeuten?
«Für das Publikum greifbar werden»
Nachfrage bei Katrin Meier, Präsidentin der Kulturbeauftragten-Konferenz Ostschweiz (KBK Ost), und Leiterin des St.Galler Kulturamts. Was steckt hinter diesem Programm? Meier lacht, als man ihr sagt, dass das Projektziel, nun ja, etwas vage klinge. «Wir wissen selbst noch nicht so ganz genau, wohin uns das Projekt führt, es ist als offenes Pilot-Projekt angelegt. Deshalb klingt es vielleicht noch etwas abstrakt», erklärt sie. Es gehe um die Wechselwirkungen zwischen Autoren, Übersetzenden, Verlagen, Bibliotheken und Literaturhäusern. Und: «Diese Projekte sollen dazu beitragen, dass interessante und qualitativ hochstehende Texte beziehungsweise Bücher ihren Weg zum Publikum finden und für das Publikum greifbar werden.»
Bereits bestehende Werke sollen also weitergedacht und mit anderen Disziplinen oder Professionen ins Gespräch gebracht werden. «Eine szenische Lesung aus einem Text zu machen, könnten wir uns vorstellen, oder eine grafische Ausgestaltung eines Buches, es geht immer um den Netzwerkgedanken», erläutert Meier. Das Konzept hinter dem Projekt stammt von der Schriftstellerin Dorothee Elmiger und dem Kulturvermittler Johannes Stieger. Vorbild für das neue Programm ist das seit elf Jahren laufende gemeinsame Förderprogramm «TanzPlan Ost».
Projekte werden ausgewählt, Bewerbungen erst später möglich
Bei der Finanzierung von «Buch und Literatur Ost+» gehen die beteiligten Kantone und Liechtenstein von rund 400’000 Franken aus. Damit sollen bis zu acht Projekte mit Bezug zur Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein gefördert und zwischen 80 und 130 Personen einbezogen werden.
In der zweiten Jahreshälfte 2017 sollen die ersten Projekte ausgewählt werden. Diese Aufgabe wird zunächst von der siebenköpfigen interkantonalen Projektsteuerung übernommen. In ihr sitzen neben Johannes Stieger, St.Gallen, und Dorothee Elmiger, Innerrhoden und Zürich, der Autor Mathias Ospelt, Liechtenstein, Jens Lampater, Stadttheater Schaffhausen, sowie Corina Freudiger, Leiterin Kaufleuten Kultur, Zürich, an. Margrit Bürer, Leiterin des Amts für Kultur Appenzell Ausserrhoden, und Fritz Rigendinger, Staatsarchivar Kanton Glarus, begleiten das Projekt von Seiten der Kantone. Der Thurgau hat keinen eigenen Vertreter in dem Gremium.
Erst in einer zweiten Phase des Projektes sollen die Fördermittel auch ausgeschrieben werden und Bewerbungen möglich sein. «Wir wollen es jetzt erstmal konkretisieren damit auch klar ist, welche Projekte wir uns vorstellen», erklärt Katrin Meier dieses Vorgehen.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei thurgaukultur.ch.
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