Anfang Monat spielte er in Helsinki und Tampere, dann in Berlin und jetzt diesen Donnerstag in Herisau. Dann geht es Schlag auf Schlag weiter mit Düsseldorf, Glarus und Rottenmann in der Nähe von Graz. Iiro Rantala tourt mit seinem Programm Finnish Calendar gerade kreuz und quer im deutschsprachigen Raum: ein Teufelskerl, musikalisch und auch in Sachen Anpassungsfähigkeit an völlig unterschiedliche Spielbedingungen wie der Philharmonie Berlin und dem kleinen Casinosaal in Herisau.
Hier Rantala privat, bei sich zuhause nicht weniger virtuos als unterwegs:
«Es passiert ja selten, dass man sich hinsetzt und einer CD einfach zuhören muss. Iiro Rantala gelingt dieses Kunststück der Aufmerksamkeitsbündelung», hat ein Jazzkritiker zu Rantalas erstem Soloalbum Lost Heroes geschrieben. Der finnische Pianist mit Jahrgang 1970 schaffe es, «Unterhaltung und Bedeutung, Eigenheit und Esprit in seine Musik zu packen». Er gewann damit unter anderem 2012 den Echo Jazzpreis.
Iiro Rantala: Do 7. Februar 20 Uhr, Casino Herisau
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Es folgte neben diversen Ensembleprojekten als nächstes Soloalbum My Working Class Hero, eine Hommage an John Lennon, und jetzt der Finnische Kalender. Der Titel ist programmatisch: Zwölf Stücke «porträtieren» je einen Monat des Jahres, holen dessen Charakterzüge hervor und seine Auswirkungen auf die Menschen. Man ahnt, dass im Sommer die Mücken durch die Tasten sausen werden; für den Herbst wählt Rantala einen gedämpften Sound am präparierten Klavier, der Winter wird schneidend.
Der nachstehende Trailer gibt ein paar Eindrücke, im Schnellzug durch die Jahreszeiten. Und am Ende macht Rantala, der offenbar auch ein gewiefter Entertainer ist, was man von einem wetterfesten Finnen erwartet:
Sein aktuelles Soloprogramm ist, vermutlich zufällig, aber passend, der ideale Auftakt zur geballten «nordischen» Ladung der nächsten zehn Tage – in der Tonhalle St.Gallen spielt das Sinfonieorchester am Freitag und Sonntag unter dem Titel «Nordwärts» Werke von Leifs, Grieg und Sibelius, eine Woche später folgt in St.Gallen das Nordklang-Festival. Doch zuerst jetzt Rantalas Finnischer Kalender.
Iiro Rantala (Bild: Dayoung Lee)
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