Hansueli Stettler, 5. Januar 2018 um 17:33 Uhr C.B. lügt nicht ja nicht immer und jederzeit, aber er ist ein mit allen Wassern gewaschener Demagoge, der gut erzählt. Nur schon der Lehrer-Vergleich (Stutz wurde nach 3 Jahren Schule zum Lehrer) zeigt sein Schema: historisch-ahistorische Betrachtungen munter wechselnd und Meinung und Fakten dauernd mischen: ist das die Freiheit jedes Vortragenden? Nur ein C.B. schafft das ohne Zwischenrufe. Faktisch Gottesdienst. Bei C. B.s Stutz-Portrait wäre fairerweise zu sagen, dass heute viele (männliche...) Lehrer auch denken, die Kinder könnten sich mit Tablets, Internet und Co. selber bilden, es brauche Lehrer gar nicht mehr, eher umgekehrt könnten Erwachsene von Kindern lernen (wie Beat Döbeli, PH SZ...). So viel weiter sind wir unterdessen nicht... C.B.s einmaliger Märchenstil ist darum gefährlich, weil er ja grundsätzlich interessante Themen aufwirft (wie später bei Stutz den Stellenwert der Bildung) und dann aber vor dem Abwägen - z.b. der notwendigen Bedingungen von Bildung (Staat! als Garant) - rasch abbiegt zu seinen Urthemen - die da heissen: "Schweizer Wurzeln", Treichelnschüttelndes Heimat-Getümele, Sonderfall... und handelnd immer wieder Schonräume für die heutigen Grossverdiener fordert, die er implizit ja mit den Unternehmern von damals vergleicht. Dass Guyer-Zeller sogar mit den damals konkursiten Bahnen (unter übelsten Bedingungen von ausgebeuteten Gastarbeitern gebaut) trotzdem später Geld verdiente, ist interessant: mit Konkursen entledigt sich das Kapital ja immer seiner Verpflichtungen gegenüber der umgebenden Wirtschaft... Seine im Tösstal von seinen Arbeitern in der Krise erstellten Wanderwege waren aber vor allem Arbeitsbeschaffungsmassnahmen, weil er spekulierte, dass die Textilkrise vorübergehend sein würde. Somit war Guyer-Zeller - vor unserer Zeit - ein verhältnismässig breit aufgestellter Arealentwickler. Dass Guyer-Zeller die Sklavenarbeit nicht wirklich frappierte, lag vermutlich auch in nicht geringem Umfang daran, dass die Verhältnisse in seinen Fabriken und die gesamten Lebensumstände der Arbeiter und Bauern in der Schweiz zur damaligen Zeit nicht wirklich grundlegend anders waren... C.B. möchte dringend einmal zu den grossen historischen Figuren gehören, darum sein Sendungsbewusstsein. Im Unterschied zu den von ihm behandelten Persönlichkeiten hat er allerdings nichts von Belang bewirkt. Wenn man ihn mit seinem Publikum zusammendenkt, wird er auch nichts mehr bewirken. Es lohnt sich heute wohl nicht mehr auf C.B. zu fokussieren, die Zeit erledigt dieses Phänomen von selbst. Ein Lob übrigens an Hans Fässler für seinen Versuch, den Themen des Volkstribuns in einem neuartigen inter- und pro-aktiven Verfahren eine Wendung zu geben. Für sozial denkende Menschen ist die Feststellung nämlich deprimierend, dass selektive und einseitigste Darstellungen konstant mehr Raum bekommen als unsere sorgfältigen Argumente... Immerhin: C.B. erwähnt ja, dass die Jungfrau-Bahn-Bauer damals belegen, dass ihr Unterfangen in grosser Höhe nicht gesundheitsschädigend ist. Man verlange das von den Mobilfunkern von heute... Leider werden wir von C.B. aus biologischen Gründen nichts mehr zum Jubiläum der Machtergreifung der Nationalsozialisten hören können. Da wären seine Denkmodelle und Sympathien für die "Industriellen" natürlich äusserst stark gefordert... Zum Grimm-Portrait wäre noch zu ergänzen dass in Zimmerwald nicht die SVP wie heute die Mehrheit hatte und nicht Robert Grimm, sondern Fritz Platten die Reise Lenins nach Russland organisierte und der Wagen offensichtlich nicht wie dargestellt plombiert war... Märchenerzähler müssen sich eben etwas weniger an Fakten halten, solange es süffig dargeboten wird... Wenn Grimm/Lenin/Trotzki - nach C.B. zitiert - sagten: "jetzt müemer nüme länger rede, mer wüssed was mache, mehr müend handle...(...) also das Ziel ist die Abschaffung der kapitalistischen Macht" - hat sich in den vergangenen hundert Jahren eigentlich nicht viel geändert. Grimm ist sowenig schuld an der russischen Revolution, wie C.B. heute alleine schuld ist an den hinterzogenen Geldern in den Steueroasen der Welt. Hingegen ist B. doch schuld an der Vernebelung der wesentlichen Fakten und Abläufen, die dazu führen, dass die Schweiz heute noch diese Systeme aufrechterhalten hilft - einfach dadurch, dass er zu lang und viel zu viel um den heissen Brei - der kaputtgehenden, de-solidarisierten Welt - herum redet. https://de.wikipedia.org/wiki/Reise_Lenins_im_plombierten_Wagen
Armando Köppel, 5. Januar 2018 um 16:13 Uhr Lasst den verlogenen Stöffeli rechts liegen, er ist die Aufmerksamkeit einfach nicht wert. Seine "Sklaven" werden ihm zujubeln und nicht merken, welch mieses Spiel er spielt.
Marc Steiner, 5. Januar 2018 um 14:09 Uhr Blocher hat auch treffsicher erkannt, dass Sklaverei in der Lieferkette heute ein ebenso aktuelles Problem ist wie damals. Darum hat er gesagt, die Industriellen seien heute wie damals tendenziell Sünder. Und dann kam der Satz mit der Frage, woher man den Lohn habe.