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Leuchtend in der Sommernacht

Es ist wieder Openair-Kino-Zeit: Das Kinok kümmert sich um «Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs», das Solarkino zeigt «The Climb», die Kulturgruppe Appenzell lädt ins ehemalige Kapuzinerkloster und auch am Bodensee flimmern bald die Leinwände.
Von  Andreas Kneubühler
Stranger Than Fiction: am 30. Juli im Openair-Kinok. (Filmstill)

Es wird dunkel, ein 16mm-Projektor beginnt zu surren, an irgendeiner Hauswand ist eine Leinwand hochgezogen, darauf flimmern die ersten Bilder eines Films. Das gehört zum Sommergefühl – nicht nur in der Stadt.

Mit einem Freiluftprogramm dabei ist wie immer seit der Gründung 1985 das St.Galler Kinok. Seit dem Umzug neben die Bahngeleise ist der Platz im Halbrund der Lokremise gegeben. Die Reihe mit 14 Filmen startet am 15. Juli und dauert bis zum 14. August. Sie steht unter dem Motto «Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs».

Darüber könnte man nun länger nachdenken. Wie immer aber ist der Titel vor allem ein Vorwand, um ein paar ausgewählte Filme zu zeigen, die es einfach verdient haben, dem Publikum in einer lauen Sommernacht gezeigt zu werden.

Dabei ist etwa Barton Fink, ein etwas in Vergessenheit geratenes Frühwerk der Coen Brothers. Es geht um das Scheitern und um eine Abrechnung mit Hollywood. Mittendrin der Drehbuchschreiber Barton Fink, gespielt von John Turturro, dessen Nervenkostüm schon bald ziemlich zu flattern beginnt.

 

Die frühere Rolle des Kinok als nomadisierendes Lichtspieltheater hat das Solarkino übernommen. Das gibt es seit zehn Jahren und es gelingt den Organisator:innen immer wieder, besonders stimmungsvolle Orte zu finden. Der Gallusplatz mit einem gebannt vor der Leinwand sitzenden Publikum erinnert an die Ferienkinos im südlichen Ausland oder – ein kleines bisschen – an die Piazza Grande in Locarno.

In diesem Jahr besetzt das Solarkino mit dem Areal Bach unter anderem einen neuen Ort: Zwischen Migros und Bahnhof St.Fiden läuft The Climb (Bild), ein Film über die Bewährungsprobe für eine Freundschaft.

 

Die Kulturgruppe Appenzell hat wegen des 50-jährigen Bestehens der Innerrhoder Kulturstiftung das Programm auf fünf Filmnächte ausgebaut. Vom 10. bis 14. August laufen im Garten des ehemaligen Kapuzinerklosters in Appenzell so unterschiedliche Streifen wie Plötzlich Heimweh von der in Urnäsch wohnenden Yu Hao oder BlacKkKlansman von Spike Lee.

Daneben gibt es in der Region auch noch das «Open Air Cinema am Bodensee». In Kreuzlingen (vom 7. bis zum 31. Juli) und in Arbon (vom 16. Juli bis zum 22. August) wird «ein vielfältiges Programm mit Klassikern, Hollywood, Blockbustern, Schweizer Filmen und Dokumentarfilmen» gezeigt, wie es in der Ankündigung heisst.

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