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Liebe macht keine Ferien


Im Freiluft-Programm in der Lokremise zeigt das Kinok die bewährte Mischung aus ein paar älteren Lieblings-Streifen und einigen neuen Filmen. Die Auswahl kam unter dem schlagenden Motto: «Liebe macht keine Ferien» zusammen.
Von  Andreas Kneubühler
Szene aus 303 von Hans Weingartner. (Filmstill)

Dabei ist eine Handvoll Klassiker: Etwa The Graduate oder Thunderball mit Sean Connery – lange der erfolgreichste Film
der Bond-Serie. Dazu zweimal Billy Wilder mit Jack Lemmon: Some Like It Hot und Avanti!.

Ein neuer Film ist 303 von Hans Weingartner (Die fetten Jahre sind vorbei). Jule und ihre Zufallsbekanntschaft Jan reisen in einem Hymer-Wohnmobil in Richtung Portugal. Von der Idee her ein Roadmovie, wurde daraus ein Dialogfilm nach dem Vorbild von Richard Linklaters Before Sunrise.

 

Dirty Rotten Scoundrels von Frank Oz ist einer jener albernen Filme, die es ab und zu einfach braucht. Der deutsche Ver- leihtitel bringt es für einmal auf den Punkt: Zwei hinreissend verdorbene Schurken. Gemeint sind Michael Caine und Steve Martin.

Wie es sich für ein Sommerprogramm gehört, zieht sich ein eher leichter Ton durch die Auswahl. Aber genauso natürlich ist beim Thema Liebe die Melancholie nie weit. Oder Mord und Totschlag.

Ein Beispiel dazu ist La Piscine (1969) mit Romy Schneider und Alain Delon: ein sich in der südfranzösischen Sommerhitze langsam entwickelnder Psychothriller. Eine schöne Idee ist es, dass auch The Bigger Splash (2015) gezeigt wird. Es ist die Adaption des gleichen Stoffs, aber ein anderer Film.

 

Die tragische Seite der Liebe deckt auch Bonjour Tristesse (1958) ab, gedreht von Otto Preminger, einem gefürchteten Regie- Despoten. Im Zentrum der Handlung steht die damals 20-jährige Jean Seberg, bevor sie ein Jahr später von Godard für A bout du souffle besetzt wurde.

Kinok-Openair in der Lokremise: 12. Juli bis 11. August, immer donnerstags, freitags und samstags
kinok.ch

Die ersten Szenen sind noch ganz existenzialistisch in Schwarz-Weiss gefilmt. Eine Bar, Seberg ist mit einem Beau
am Tanzen, auf der Bühne singt Juliette Greco. Die erste Zeile ihres Chansons: «I live with melancholy». Von da an hat Seberg nur noch die Sängerin im Blick. Mit Voice-over wird eine grosse Rück- blende eingeleitet. Preminger zeigt die Vorgeschichte in knalligen Technicolor-Farben. An der Cote d’Azur – und diesen Sommer im Rund der Lokremise – entwickelt sich ein Kammerspiel mit David Niven und Deborah Kerr in den weiteren Hauptrollen.

Dieser Beitrag erschien im Sommerheft von Saiten.

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