(Illustration: Dario Forlin)
Heute zahlt, wer mit dem öV unterwegs ist, knapp die Hälfte der gesamten Kosten. Wer Auto fährt, zahlt zwar die Strassen, nicht aber die externen Kosten von acht bis zehn Milliarden Franken pro Jahr. «Die Fremdbewegten werden massiv subventioniert. Ist das ihr Menschenrecht? Warum müssen sie nicht die ganze Rechnung zahlen? Weil sie in der Mehrheit sind.» So wettert Benedikt Loderer in seinem Buch Die Landesverteidigung über die mobile Schweiz und deren Folgen: Landverschleiss, Umweltverschmutzung, Milliardenkosten usw.
Drum: Mobility Pricing. Studien gibt es diverse, auch Sympathien im Volk, wie eine Umfrage (des Verbands der Autoimporteure) 2015 ergab: 57 Prozent der Befragten stimmten einem Road Pricing prinzipiell zu. Die Diskussion ist hierzulande bisher aber nicht über Autobahnvignette und die Schwerverkehrsabgabe hinausgekommen. Verständlich, denn die Sache ist komplex: Soll nur der landfressende und stadtverstopfende Individualverkehr oder auch der geldverschlingende öV teurer werden? Wie könnte ein verursachergerechtes Modell aussehen? Und lohnt sich der je nach System gewaltige Kassier-Aufwand überhaupt?
Ganz simpel also: Wer am Rotlicht der Pförtneranlage auf der Einfallsstrasse ins Stadtzentrum stoppt, wirft einen Franken ein und erhält freie Fahrt. Das Geld – im Jahr viele Millionen – wird zur Finanzierung von Gratis-Tickets für den öV für Kinder und Jugendliche, Flüchtlinge und Erwerbslose verwendet, in St.Gallen, in Amriswil, in Rorschach, in Herisau… Zugegeben: Das Modell erinnert unsympathisch an mittelalterliche Wegzölle. Und es hat Haken, zuvorderst den, dass es jene stärker trifft, die eh schon knapp bei Kasse sind. Eine gerechte Welt ist schwierig – zumal in Sachen Mobilität.
Das vollständige 10-Punkte-Programm für die mobile Zukunft: laufend hier und komplett im Septemberheft von Saiten.
An seiner ersten Pressekonferenz als Leiter der St.Galler Kellerbühne schildert Hüseyin Cirpici seine Eindrücke der Stadt und verrät, was das Publikum unter seiner Regie erwartet.
Der St.Galler Komponist Charles Uzor hat eine Art politisches Oratorium geschrieben. Am Sonntag wurde es in der Kirche Trogen aufgeführt: The Great Wall. A Labyrinth mit dem grandiosen New Yorker Vokalensemble Ekmeles.
An den Appenzeller Bachtagen erklärte die Medienwissenschaftlerin Mercedes Bunz, weshalb die künstliche Intelligenz kreativ sein kann – und warum sie dennoch grundlegend anders arbeitet als der Mensch.
Kunstausstellung
Gesellschaftskritik, Wirbelsäulen und Gelenke, die keine sind. Im Rahmen einer Zwischennutzung zeigen vier Kunstschaffende noch bis zum 29. August ihre Arbeiten im Kubik-Areal in St. Gallen.
Die Kultur hat keine Lobby? Am Stadtkulturgespräch vom Donnerstagabend im Talhof war sie da: Vertreter:innen von acht Berufsverbänden stellten sich vor. Brennendstes Thema waren einmal mehr die Honorare.
Im Kunst Kontor Rorschach lud der Künstler Felix Stöckle zu einem Dinner, einer Ausstellung, einem Happening – zwischen Fine Dining, Keramik, popkulturellen Referenzen und der alten Idee eines geteilten Tisches.
Nach zehn Jahren in der Schweiz wollte sich Samira Rahim mit ihrer Familie einbürgern lassen. Die zahlreichen bürokratischen Hindernisse und die hohen Kosten brachten die Familie zeitweise fast dazu, aufzugeben.
Berlingen hat eine neue Methode der Interessenabwägung entwickelt: eine Analyse des Ortsbilds als Grundlage, um die wertvolle Baukultur zu erhalten und gleichzeitig die Innenentwicklung voranzubringen. Nun steht die Verankerung in der Ortsplanung an.
SP-Mann Peter Jans tritt Ende Juni 2027 aus der St.Galler Stadtregierung zurück. In seiner Partei startet die Suche nach einer Nachfolge mit einem klaren Favoriten. Bei den Bürgerlichen sind Schmiede für eine grosse Allianz gefragt.
Im Botanischen Garten St.Gallen geht es ab nächsten Samstag wundersam zu und her: Künstler:innen aus verschiedenen Sparten laden zum szenischen Rundgang unter dem Titel In der Dämmerung wächst ein Flüstern. Ein Probenbesuch.
Der Dramatiker Andreas Sauter liest am 27. August im Literaturhaus Thurgau aus seinem unfertigen Manuskript Einbruch der Wildnis. Im Zentrum des Werks steht die Frage, was es für einen gesellschaftlichen Wandel braucht.
Die deutsche Filmemacherin Regina Schilling bringt zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann Jemand, der einmal ich war ins Kino. Der Dokumentarfilm verknüpft grossartige Archivaufnahmen mit fiktionalen Szenen aus dem letzten Lebensjahr der Dichterin zu einem zugänglichen Plot.
Die SVP macht seit Wochen Stimmung gegen die geplante neue Moschee der albanisch-islamischen Gemeinschaft El-Hidaje in St.Gallen. Anlässlich eines öffentlichen Rundgangs der SP stellten die Verantwortlichen das Projekt vor – und räumten mit vielen Vorurteilen auf.
Jim Dine gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler:innen. Seit ein paar Jahren erschafft er seine Skulpturen vornehmlich im Sittertal. In die Kunstgiesserei verliebte sich der Pop-Art-Pionier bei seinem ersten Besuch vor fast 20 Jahren.
Alles deutet drauf hin, dass die Uni St.Gallen demnächst in den bisherigen Hauptsitz der Helvetia-Versicherung, geplant vom Basler Architekturbüro Herzog und de Meuron, als zweiten grossen Standort auf dem Rosenberg einziehen kann. Zusätzlich ist ein Holzbau mit Seminarräumen in Planung.
Der FC St.Gallen zeigt sich gegen Sheriff Tiraspol von seiner besten Seite und gewinnt das Spiel nicht nur souverän, sondern auch hoch mit 5:1. Weiter geht's im Playoff gegen den FC Nordsjælland aus Dænemark.
Jubiläum
Durch bunte Galaxien bis in ein Meer aus Katzenstreu. Die Ausstellung «Hinter’m Mond» vom Künstler:innenkollektiv U5 und Monika Stalder im Stellwerk in Heerbrugg lädt zu einer intergalaktischen Reise ein.
Die Ostschweizer Band Drill bringt mit Catharsis eine neue EP raus. Die sechs Songs sind ein wilder Ritt auf schweren Gitarrenriffs, bei dem Metalcore auch mal auf Hyperpop trifft.